In Hochstadt (Pfalz) treffen Weinbau, Lösslandschaft und Bauzeugnisse aus mehreren Jahrhunderten aufeinander. Für Ihre Reiseplanung ergeben sich unterschiedliche Schwerpunkte: Ortsgeschichte, Naturbeobachtung, Radfahren oder regionale Erzeugnisse. So können Sie die Tage nach Ihren Interessen gestalten, statt alle Themen in ein einziges Programm zu packen.
Ortsgeschichte und Bauzeugnisse
Hochstadt wird erstmals 776 in einer Urkunde des Klosters Lorsch erwähnt. An der Hauptstraße steht die denkmalgeschützte St.-Georgs-Kirche, ein barocker Saalbau mit einer Baugeschichte ab 1749. Ihr neogotischer Turm stammt von 1864. Auch die Protestantische Kirche an der Hauptstraße 64 ist ein denkmalgeschützter barocker Saalbau, datiert auf 1727. Zum Denkmalbestand gehören außerdem die Zone des jüdischen Friedhofs mit 93 Grabsteinen – der älteste ist auf 1864 datiert – und ein barockes Fachwerkhaus in der Friedhofstraße 7 aus dem Jahr 1751. Die Datierungen verweisen auf unterschiedliche Epochen der Ortsgeschichte.
Lösshohlwege und Weinbergblick
Die Lösslandschaft zeigt zwei verschiedene Formen des Umgangs mit Hohlwegen: Der erste Lösshohlweg im Flurbereinigungsgebiet Hochstadt wurde zwischen 1990 und 1992 wiederhergestellt. 2002 entstand in Hochstadt ein zweiter, größerer und tieferer Lösshohlweg mit angrenzendem südexponiertem Lössabhang. Die Hohlwege bieten Lebensraum für wärme- und trockenheitsliebende Pflanzen und Tiere, darunter Eidechsen, Schnecken und Wildbienen. Wer sich für Landschaft und Artenvielfalt interessiert, findet hier einen anderen Zugang zum Ort als über seine Baugeschichte.
Der Houschder Winzerturm, auch Hochstadter Turm genannt, wurde 2004 von der Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung Hochstadt errichtet und erinnert an die Flurbereinigung von 2002. Als Aussichtspunkt nahe Hochstadt bietet er einen weiten Blick über die Weinberge. Besuche bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang gelten als besonders lohnend.
Radfahren und Rast im Freien
Die Südpfalz-Draisinenbahn führt von Bornheim über Dreihof, Hochstadt, Zeiskam und Lustadt nach Westheim und zurück; die Hin- und Rückfahrt umfasst bis zu 24 Kilometer. Buchungs- und Betriebsregelungen können saisonal variieren, daher lohnt es sich, vorab die aktuellen Fahrmöglichkeiten zu prüfen. Als weitere Radoption verläuft der Südpfalz-Radweg durch Hochstadt, an Weinbergen vorbei in Richtung Klein- und Großfischlingen. Die Route gilt als leicht hügelig und für Familien mit Kindern geeignet. Da sich die Streckenführung ändern kann, prüfen Sie diese vor der Abfahrt.
Der Picknickplatz „Im Rebenmeer“ liegt außerhalb Hochstadts zwischen Weinbergen. Er bietet schattige Sitzplätze aus Naturholz für Wandernde, Radfahrende und Ausflügler. Zur Orientierung: Vom Parkplatz am Friedhof Oberdorf folgen Sie dem Wirtschaftsweg 850 Meter, biegen links ab und gehen weitere 300 Meter. Da sich Wegebedingungen ändern können, prüfen Sie die Orientierung vor dem Aufbruch.
Weinbau und regionale Erzeugnisse
Weingut Schweder wird von der Familie Schweder seit 1898 in Hochstadt betrieben. Die Rebfläche umfasst rund 19 Hektar; im Mittelpunkt stehen Burgunder- und Piwi-Sorten auf tiefgründigen Lehm-Löss-Böden rund um Hochstadt. Weingut Hörner liegt am westlichen Ortsrand auf einem Aussiedlerhof. Es bewirtschaftet etwa 30 Hektar eigene Weinberge und beschreibt seinen Weinbau als modern und naturnah. Weingut Rummel kultiviert rund 16 Hektar im Umfeld Hochstadts mit modernen und traditionellen Rebsorten. Die Weinberge liegen auf kalkhaltigen, teils sandigen Lösslehmböden.
Auch Obstbau gehört zum lokalen Angebot. Obsthof Wicke erzeugt insgesamt mehr als 40 verschiedene Apfel- und Birnensorten sowie Nashis, Pflaumen, Mirabellen, Pfirsiche und Nektarinen. Das Hofcafé serviert Frühstück mit Erzeugnissen vom Hof und aus der Region, dazu Kaffee, hausgemachte Kuchen, Eis, Waffeln, Säfte und kleine saisonale Gerichte. Da sich das Caféangebot saisonal ändern kann, prüfen Sie vor einem Besuch die aktuelle Auswahl.
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