In der Vulkaneifel sind bisher 77 Maare nachgewiesen. Außerdem wurden 350 Ausbruchszentren gezählt, etwa 270 davon aus der jüngeren Phase. Das Ulmener Maar markiert den jüngsten Vulkanausbruch der Region, der vor etwa 10.900 Jahren stattfand. Diese Zahlen geben der Landschaft einen langen zeitlichen Maßstab. Wer die Vulkaneifel erkundet, begegnet so verschiedenen Seiten derselben Erdgeschichte: Maaren, Kratersee und Spuren des Vulkanismus.
Maare und vulkanische Landschaften
Der Windsborn Kratersee bei Bettenfeld ist der einzige natürliche Kratersee nördlich der Alpen. Das Gemündener Maar zeigt einen anderen Maßstab: Seine Wasserfläche umfasst etwa sieben Hektar; zugleich ist es das kleinste der drei berühmten Eifel-Augen. Der Vergleich macht die Unterschiede zwischen den einzelnen Gewässern greifbar, ohne dass die Landschaft auf eine einzige Form reduziert wird.
Am Ulmener Maar erhebt sich die Burgruine Ulmen über dem steilen Ufer. Teile der Oberburg sind erhalten. Hier treffen eine markante vulkanische Landschaft und bauliche Spuren der Geschichte aufeinander. Auch die Strohner Lavabombe eröffnet einen unmittelbaren Zugang zum Thema Vulkanismus: Besucher können vor Ort ihre Entstehung erkunden und die Wirkung des Vulkanismus in der Eifel erleben. Die örtlichen Zugangsbedingungen können variieren; prüfen Sie diese vor Ihrem Besuch.
Vulkanismus im Museum verstehen
Das Eifel-Vulkanmuseum Daun zeigt dreidimensionale Landschaftsmodelle von Schlackenkegeln, Maaren und Mineralquellen sowie Exponate zum Westeifel-Vulkanismus. Die Modelle bieten einen anschaulichen Zugang zu den Formen, die in der Region auch draußen begegnen. Im Vulkanhaus Strohn steht ein anderes Exponat im Mittelpunkt: Das interaktive Museum zeigt eine etwa 30.000 Jahre alte Lavaspaltenwand, rund sechs Meter lang und vier Meter hoch. Alter und Maße machen die Dimension des geologischen Zeugnisses konkret.
Das Naturkundemuseum Gerolstein gilt als größtes und ältestes Geomuseum der Eifel. Auf drei Etagen zeigt es steinerne Zeugnisse aus der Erdgeschichte der Region. Zusammen setzen die Museen unterschiedliche Akzente: Landschaftsmodelle und Exponate zum Westeifel-Vulkanismus in Daun, die Lavaspaltenwand in Strohn und Erdgeschichte in Gerolstein.
Wandern und Radfahren
Die Vulkaneifel-Pfade führen zu landschaftlich reizvollen Höhepunkten rechts und links des Eifelsteigs. Sie sind markiert und ausgeschildert; das Angebot umfasst Halbtagestouren, Tagestouren und Mehrtageswanderungen. Damit können Sie die Tourform und den zeitlichen Rahmen Ihrer Wanderplanung vergleichen. Eine konkrete Möglichkeit ist der 26,2 Kilometer lange Vulcano-Pfad, ein Rundweg östlich von Schalkenmehren.
Eine andere Streckenform bietet die elfte Etappe des Eifelsteigs: Sie führt von Daun nach Manderscheid und ist 23,4 Kilometer lang. Beim Vergleich helfen sowohl die Länge als auch die Tourart: Hier stehen ein Rundweg und eine Etappe mit benannten Endpunkten gegenüber. Für Mountainbiker verfügt der Trailpark Vulkaneifel über ein etwa 750 Kilometer langes Wegenetz mit mehr als 17.500 Höhenmetern. Route und Höhenmeter geben dem Netz eine andere Dimension als die Wandertouren; prüfen Sie vor einer Fahrt die aktuellen Routenbedingungen.
Wasser, Burgen und weitere Entdeckungen
Am Gemündener Maar gehören Angeln und Bootfahren im Sommer zu den Wassersportmöglichkeiten; Baden ist im Naturfreibad Gemündener Maar erlaubt. Prüfen Sie vor Ihrer Reise die örtlichen Bedingungen. Am Schalkenmehrener Maar sind Naturfreibad und Bootsverleih Sommerangebote. Informieren Sie sich vor einem Besuch über die aktuellen Öffnungstermine.
Auch die beiden Manderscheider Burgen verbinden Natur und Kultur auf besondere Weise: Das enge Tal der Lieser trennt sie voneinander. So stehen die Bauwerke in einem unmittelbaren Zusammenhang mit dem Tal, das zwischen ihnen liegt. Zusammen mit Maaren, Museen und den unterschiedlichen Tourenformaten ergibt sich ein vielseitiger Blick auf die Vulkaneifel – von ihrer Erdgeschichte bis zu den Möglichkeiten, sie zu Fuß, mit dem Rad oder an ihren Gewässern zu entdecken.
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