In Bilkheim ist ein frühes Kapitel der Ortsgeschichte nicht mehr am Gelände ablesbar: Das Gräberfeld aus der späten Hallstattzeit ist heute nicht sichtbar, doch eine Informationstafel zeigt historische Informationen und Bilder der Funde. Andere Spuren liegen in der Baugeschichte; das jährliche Backesfest und Radwege setzen eigene Schwerpunkte. So lassen sich Ortsgeschichte, lokale Tradition und Bewegung als unterschiedliche Seiten des Reiseziels betrachten.
Hallstattzeit und historische Bauformen
Das Gräberfeld umfasst 30 Grabhügel und Flachgräber. Sichtbare Reste des Bestattungsplatzes sind nicht mehr vorhanden; die Informationstafel vermittelt historische Informationen und zeigt Bilder der Funde. Die Geschichte erschließt sich hier also über Text und Abbildungen statt über sichtbare Gräber.
Nördlich von Bilkheim liegt an der Straße von Salz nach Herschbach das gemauerte Heiligenhäuschen aus dem 19. Jahrhundert. Seine Nische befindet sich in einem Spitzgiebel. Ebenfalls nördlich des Ortes, an der Straße nach Salz, steht die Wegekapelle: Sie ist gemauert, besitzt einen Fachwerkgiebel und stammt wahrscheinlich aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Giebellösungen unterscheiden die beiden Bauten: Beim Heiligenhäuschen ist die Nische Teil des Spitzgiebels, bei der Kapelle prägt Fachwerk den Giebel.
Details an Museumshaus und Hofgut
Das Museumshaus bewahrt Eichenbalken, von denen ein Teil mehr als sieben Meter lang ist, sowie gut erhaltene Wanddekorationen. Ein anderer Bautyp ist das Hofgut Neuroth: Die kleine Wasserburg stammt aus dem Jahr 1664 und hat einen nahezu quadratischen Grundriss, eine turmartige Erhebung und Mansarddächer. Der Vergleich setzt unterschiedliche Akzente: Beim Museumshaus stehen Balken und Wandgestaltung im Vordergrund, beim Hofgut Grundriss, Höhe und Dachform.
Backesfest und Radwege
Zum lokalen Jahreslauf gehört das jährliche Backesfest. Dann öffnet das Backhaus zum traditionellen Brotbacken im Steinofen. Die Gelegenheit zum Backen ist an das Fest gebunden; da die Veranstaltungsabläufe variieren können, lohnt es sich, die konkreten Termine vor der Reise zu prüfen.
Für Radfahrende führt der 5-Seen-Radweg von Dorndorf durch Bilkheim nach Wallmerod. Ein anderer Orientierungsrahmen ist der Wallmerod–Westerburg-Rad- und Wanderweg. Er ist Teil des Fernradwegs Westerwaldschleife und weist geringe Höhenunterschiede, gute Beschilderung und zahlreiche Rastmöglichkeiten auf. Vor der Abfahrt lohnt ein Blick auf aktuelle Routeninformationen: Bedingungen und temporäre Umleitungen können sich beim 5-Seen-Radweg ändern; beim Wallmerod–Westerburg-Weg können auch Routenausweisung, Beschilderung und Rastmöglichkeiten wechseln.
Westerwald als regionaler Rahmen
Im übergeordneten Reiseziel Westerwald verbindet der 5-Seen-Radweg den Secker Weiher, den Wiesensee, den Hahner Waldsee, den Seeweiher von Mengerskirchen und die Krombachtalsperre. Für Wanderungen ist der WesterwaldSteig eine andere Größenordnung: Der Fernwanderweg verläuft auf 235 Kilometern durch den Westerwald und hat 16 Etappen. Prüfen Sie vor der Etappenplanung den aktuellen Routenplaner.
Im Westerwald verbindet der rund 140 Hektar große, ehemalige Basaltsteinbruch Stöffel-Park Industriekultur, Erdgeschichte und Natur. Das TERTIÄRUM zeigt Fossilien, darunter die berühmte „Stöffelmaus“, die rund 25 Millionen Jahre Erdgeschichte dokumentieren. Eine andere Landschaftsform ist die Holzbachschlucht: Das etwa einen Kilometer lange Durchbruchstal im Westerwald hat Basaltwände von bis zu 30 Metern Höhe. So stehen auf regionaler Ebene Fossilien und Erdgeschichte im TERTIÄRUM einem Tal mit markanten Basaltwänden gegenüber.
Weitere Reiseziele entdecken: Kadenbach, Freilingen, Steinebach An Der Wied, Gehlert, Westerburg, Oberelbert, Niedersayn, Westernohe
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