Caan verbindet die Caaner Schweiz mit einer markanten Tongeschichte: Schroffe Felsen und schmale, anspruchsvolle Pfade stehen neben Spuren des früheren Tonabbaus. Die Marienkapelle liegt an der Wanderroute „Vom Teufelsberg zur Caaner Schweiz“; Grube Rainstück bewahrt Spuren eines früheren Bergbaus. Damit stehen Wanderwege, Aussicht und Industriegeschichte als unterschiedliche Schwerpunkte nebeneinander. Für Ihre Reiseplanung lohnt es sich, zunächst zu entscheiden, ob Sie die Felswege oder die Tongeschichte in den Mittelpunkt stellen möchten.
Felswege und Ausblicke
Die Caaner Schweiz wird von schroffen Felsklippen geprägt, die aus dem Sayntal aufragen. Ihre schmalen, felsigen Wege bieten ein anspruchsvolles Wandererlebnis. Wer Caan wegen der Landschaft auswählt, sollte diesen Wegcharakter bei der Planung berücksichtigen: Der Reiz liegt nicht nur in den Felsen, sondern auch in den schmalen Pfaden, die durch diese Landschaft führen. Der Pfahlberg oberhalb des Sayntals nahe Caan ist ein ungefähr 800.000 Jahre alter Vulkan. Am Teufelsberg reicht der Blick ins Brexbachtal. So treffen markante Felsformen, geologische Geschichte und ein konkreter Aussichtspunkt als unterschiedliche Seiten der Landschaft aufeinander.
Marienkapelle und Wegorientierung
Die Route „Vom Teufelsberg zur Caaner Schweiz“ führt an der Marienkapelle vorbei. An der Kapelle gibt es einen Trinkwasserbrunnen mit Frischwasseranschluss. Ein gelb markierter Abkürzungsweg führt von der Caaner Schweiz zur Grillhütte Caan. Markierungen und Wegbedingungen können sich ändern; prüfen Sie den Verlauf daher vor dem Aufbruch. Auch die Kapelle hat eine datierbare Geschichte: Im Juni 2013 wurde sie während einer ökumenischen Feier gesegnet. 2017 erhielt sie ein Altarbild des Kirchenmalers Eberhard Münch. Die beiden Daten stehen für unterschiedliche Ereignisse und ergänzen den Wanderbezug um einen kulturgeschichtlichen Aspekt.
Tongeschichte am Rainstück
Grube Rainstück am Ortsrand von Caan ist ein ehemaliger Tonabbau mit unter- und obertägigem Betrieb. Von 1949 bis 1960 wurde hier Ton sowohl im Tagebau als auch unter Tage gewonnen. Der frühere Tagebau ist heute ein kleiner See. Rund um den früheren Verladeplatz sind Gebäudereste, Abraumhalden und Geländestrukturen erhalten. Zusammen zeigen diese Spuren verschiedene Teile des früheren Betriebs: den Abbau, den Verladebereich und die Veränderung des Geländes. Eine noch weiter zurückreichende Tontradition ist ebenfalls belegt: Aus der Umgebung von Caan stammt ein Keramikgefäß aus der Latènezeit. Im Kannenbäckerland wurde wegen seiner wertvollen Tonvorkommen bereits in keltischer Zeit getöpfert.
Weitere Themen im Westerwald
Im übergeordneten Reiseziel Westerwald gibt es weitere Möglichkeiten, Wander- und Erdgeschichte anders zu gewichten. Der WesterwaldSteig ist ein 235 Kilometer langer Fernwanderweg durch den Westerwald mit 16 Etappen. Er steht für eine Etappenplanung in größerem Maßstab als die schmalen, anspruchsvollen Felswege der Caaner Schweiz. Prüfen Sie vor der Wahl einer Etappe den aktuellen Routenplaner. Auch Tonhandwerk und Geologie bilden regionale Themen: Das Keramikmuseum Westerwald zeigt die Geschichte der Arbeit mit Ton; die meisten ausgestellten Objekte stammen aus einer Westerwälder Tongrube. Der rund 140 Hektar große Stöffel-Park im Westerwald ist ein ehemaliges Basaltsteinbruchgelände, das Industriekultur, Erdgeschichte und Natur verbindet. Im TERTIÄRUM dort sind Fossilien zu sehen, darunter die Stöffelmaus, die rund 25 Millionen Jahre Erdgeschichte dokumentiert. So lassen sich die lokale Tongeschichte in Caan und die weiter gefassten Themen des Westerwalds als unterschiedliche Schwerpunkte einer Reise betrachten.
Weitere Reiseziele entdecken: Niedersayn, Guckheim, Nentershausen, Sessenbach, Freilingen, Meudt, Langenhahn, Westernohe.
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