Püttlingen verbindet unterschiedliche Kapitel der Ortsgeschichte mit Kulturorten und Wegen, die Bewegung und Entdecken zusammenbringen. Die Burg Bucherbach erzählt von früheren Herrschaftsaufgaben; historische Ensembles, Museen und Ausstellungen setzen andere Akzente. Draußen führen die Denkspur und der Literaturweg jeweils auf eigene Weise zu Bewegung und Wissen. So können Sie Ihren Aufenthalt nach den Themen ausrichten, die Sie besonders interessieren.
Burg, Herrschaft und historische Spuren
Die Grafen von Saarbrücken ließen Burg Bucherbach errichten, um ihre Herrschaft im mittleren Köllertal zu sichern und ihre dortigen Besitzungen zu verwalten. Ihre ursprüngliche Aufgabe war also zugleich defensiv und administrativ. Nach umfangreichen Restaurierungen in den Jahren 1982/84 und 2011 wurde die Burg zum Veranstaltungsort im Zentrum Köllerbachs; zu ihrer Nutzung gehören Festivals und andere Veranstaltungen. Damit stehen an diesem Ort die frühere Funktion der Burg und ihre spätere Nutzung als Veranstaltungsort nebeneinander.
Ein anderes Kapitel der Baugeschichte zeigt das Püttlinger Schlösschen: Das spätbarocke Jagdhaus entstand um 1790 auf dem Gelände der alten Püttlinger Burg. Gemeinsam mit dem Hexenturm, markierten Resten der Burg und dem Rathaus prägt es das architektonische Umfeld des zentralen Stadtparks. Der Hexenturm war ein späterer Gefängnisturm außerhalb der mittelalterlichen Burganlage. Seine unterirdische Zelle ist mit der Inhaftierung und Hinrichtung von 14 der Hexerei beschuldigten Frauen um 1580–1600 verbunden. Die verschiedenen Bauwerke verweisen so auf unterschiedliche Zeitschichten, ohne dass ihre Funktionen gleichgesetzt werden müssen.
Kulturorte und Sammlungen
Auch historische Bahngebäude gehören zum kulturellen Bild Püttlingens. Das denkmalgerecht restaurierte Ensemble Bahnhof Püttlingen wurde zu einem Kulturzentrum umgebaut. Dort finden regelmäßig wechselnde Ausstellungen von Künstlerinnen und Künstlern aus dem Köllertal statt. Die Stückguthalle wurde nach ihrer Restaurierung 2004 als Kunst- und Kulturhalle wiedereröffnet. Zusammen zeigen die beiden Orte, wie historische Gebäude heute kulturell genutzt werden können.
In Köllerbach zählt die Pfarrkirche St. Martin zu den ältesten sakralen Bauten des Saarlands. Das Kloster Heilig Kreuz wurde zwischen 1956 und 1960 nahe der Kreuzkapelle erbaut und gilt als Deutschlands einziges Redemptoristinnenkloster. Einen anderen thematischen Zugang bietet das Saarländische Uhrenmuseum: Es präsentiert die Entwicklung der Zeitmessung von der Antike bis zur Gegenwart. Sakralbau, Klostergeschichte und Uhrensammlung setzen jeweils einen eigenen Schwerpunkt; Sie können Ihre Auswahl daher an Architektur, Religionsgeschichte oder Technikgeschichte orientieren.
Wege, Literatur und Landschaft
Wer beim Gehen auch den Kopf beschäftigen möchte, findet mit der Denkspur eine Verbindung aus körperlicher Bewegung und kognitiven Aufgaben an verschiedenen Stationen. Eine kostenlose App ergänzt den Weg. Da sich ihre Verfügbarkeit ändern kann, prüfen Sie am besten vorab, ob sie aktuell verfügbar ist. Der Literaturweg setzt einen anderen Schwerpunkt: Texte von vier Schreibenden sind hinter Glasscheiben an Standorten in Püttlingen und Köllerbach angebracht. Das Konzept verbindet das Erleben von Püttlinger Literatur mit einem Spaziergang im Freien und der Möglichkeit, Püttlingen und Köllerbach kennenzulernen. Die vier Texte sind dabei nicht pauschal als Werke von Autorinnen und Autoren aus Püttlingen zu verstehen.
Für einen Blick über die unmittelbaren Kulturthemen hinaus bietet die Halde der ehemaligen Grube Viktoria ein breites Panorama über die Region bis ins benachbarte Lothringen. So stehen in Püttlingen mehrere unterschiedliche Interessen nebeneinander: historische Bauwerke, Ausstellungen, Sammlungen, literarische Texte und Bewegung im Freien. Sie können daraus den Schwerpunkt Ihres Aufenthalts wählen, ob Sie sich eher mit den historischen Orten, kulturellen Angeboten oder den Wegen und dem Landschaftsblick beschäftigen möchten.
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