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Fast 500 Kilometer führt der Altmarkrundkurs durch Wälder und Wiesen und an zahlreichen Backstein- und Feldsteinkirchen vorbei. Im Altmarkkreis Salzwedel verläuft er über weite Abschnitte nahe am „Grünen Band Deutschland“ und verbindet Natur, Geschichte und Kultur. Radfahren ist hier deshalb zugleich eine Möglichkeit, unterschiedliche Landschaften und kulturhistorische Themen kennenzulernen.

Unterwegs auf dem Altmarkrundkurs

Der Rundkurs umfasst zehn Etappen und verschiedene Oberflächen: Asphalt und Spurplatten gehören ebenso dazu wie befestigte Feld- und Waldwege, sandige landwirtschaftliche Wege und stille Straßen. Die Gesamtlänge und die Etappenzahl geben zwei unterschiedliche Anhaltspunkte für die Planung: Der eine beschreibt den Umfang der Route, der andere ihre Gliederung. Auch die wechselnden Untergründe sind ein hilfreicher Gesichtspunkt, wenn Sie sich mit dem Verlauf beschäftigen. Die Strecke ist also nicht durchgehend gleich beschaffen; die genannten Wegtypen bieten unterschiedliche Eindrücke entlang des Kurses.

Die Nähe zum „Grünen Band Deutschland“ verleiht dem Radweg im Altmarkkreis einen besonderen Zusammenhang zwischen Natur und Geschichte. Zusammen mit den Kirchen am Weg ergibt sich eine Route, bei der Landschaft und Kultur nicht getrennt nebeneinanderstehen. Wer sich für eine längere Radreise interessiert, findet im Altmarkrundkurs einen klar umrissenen thematischen Ausgangspunkt: die Verbindung von Landschaft, historischen Bauwerken und regionaler Geschichte.

See und Natur im Drömling

In Arendsee und seiner Umgebung gehören Baden, Segeln, Surfen, Angeln und Bootsfahrten zu den touristischen Angeboten am See. Eine weitere Besonderheit ist die „Queen Arendsee“: Der Raddampfer hat das einzige schwimmende Standesamt des Landes Sachsen-Anhalt. Falls Sie eine Fahrt mit dem Schiff planen, prüfen Sie vorab die aktuellen Fahrtzeiten. So können Sie die Wasseraktivitäten am See von einer möglichen Rundfahrt unterscheiden und Ihre Planung auf das ausrichten, was Sie erleben möchten.

Auch der Drömling bringt Naturbeobachtung in den Mittelpunkt. Das UNESCO-Biosphärenreservat umfasst im Altmarkkreis Salzwedel Gebiete der Einheitsgemeinden Stadt Klötze und Hansestadt Gardelegen. Im Drömling gibt es Rad- und Wanderwege, Beobachtungstürme, Infozentren und geführte Touren zur Naturbeobachtung. Zu den bedrohten Tierarten, für die das Gebiet Lebensraum und Rastplatz ist, zählen Weißstorch, Kranich, Seeadler, Schwarzstorch, Fischotter, Biber und Laubfrosch. Die Vielfalt reicht damit von Vogelarten bis zu Säugetieren und Amphibien. Wenn Sie eine geführte Tour ins Auge fassen, lohnt sich ein Blick auf das aktuelle Angebot; für eine genaue Planung sollten Sie außerdem die offiziellen Karten zu den Schutzgebietsgrenzen heranziehen.

Stadtbilder und Baukunst

In Salzwedel prägen mittelalterliche Architektur, Fachwerkhäuser, Kopfsteinpflastergassen und prächtige Backsteinkirchen den Stadtkern. Bei einem Spaziergang entlang der 1.850 Meter langen Stadtmauer lassen sich Teile der mittelalterlichen Burganlage sowie Tore und Türme entdecken. So stehen die Straßen und Bauwerke der Stadt neben einem konkreten Zeugnis ihrer früheren Befestigung. Die Stadtmauer bietet dabei einen eigenen Blick auf die Geschichte Salzwedels, während die Gassen und Gebäude den Charakter des Stadtkerns bestimmen.

Backstein begegnet Ihnen auch in Arendsee: Die Klosterkirche gilt als der älteste vollständig gewölbte Backsteinbau im nordöstlichen Deutschland. Zusammen mit den Backsteinkirchen Salzwedels zeigt sich das Material in zwei unterschiedlichen städtischen und kirchlichen Zusammenhängen. Eine weitere Perspektive auf die frühe Geschichte der Altmark bietet die „Megalithroute westliche Altmark“, die in die europäische Kulturroute „Megalithic Routes“ eingebunden ist. Von den ehemals über 200 Großsteingräbern der Altmark sind heute noch 40 im Altmarkkreis Salzwedel und acht im Landkreis Stendal erhalten.

Mitmachen, entdecken, erinnern

In der Langobardenwerkstatt Zethlingen können Besucher den Alltag der Langobarden nacherleben und sich praktisch am Backen, an der Herstellung von Keramik und am Gebrauch von Pfeil und Bogen beteiligen. Geschichte wird hier also nicht nur über Bauwerke oder historische Orte erschlossen, sondern auch durch Tätigkeiten, an denen Besucher selbst mitwirken können.

Der „Märchenpark und Duftgarten“ in Salzwedel setzt einen anderen Akzent. Zu seinen thematischen Gärten gehört das Elfenreich; außerdem gibt es Märchendarstellungen und -figuren sowie Flächen für Veranstaltungen. Damit stehen in Salzwedel sowohl Stadtgeschichte als auch gestaltete Gartenthemen nebeneinander. Welche davon Sie stärker interessiert, hängt davon ab, ob Sie Ihren Besuch eher an historischen Stadträumen oder an den Garten- und Märchenmotiven ausrichten möchten.

Im näheren Umfeld des Reiseziels, unweit der Hansestadt Gardelegen, erinnert die Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe an 1.016 KZ-Häftlinge aus vielen europäischen Ländern, die dort am 13. April 1945 in einer Feldscheune ermordet wurden. Zum Gelände gehört ein Ehrenfriedhof, auf dem die Opfer des Massakers beigesetzt sind. Das Dokumentations- und Besucherzentrum verfügt über eine Dauerausstellung, die 2020 eröffnet wurde. Der Ort ergänzt die Reiseeindrücke um die Auseinandersetzung mit einem konkreten historischen Verbrechen und seinem Gedenken.

Weitere Reiseziele entdecken: Diesdorf, Dähre, Jübar, Arendsee, Kuhfelde, Klötze, Kalbe, Salzwedel, Gardelegen, Rohrberg, Beetzendorf, Apenburg-Winterfeld, Wallstawe.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Sachsen-Anhalt.

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