In Erxleben treffen ein nach 1219 errichteter Torturm, eine Schlosskirche mit Kunstwerken aus vier Jahrhunderten und ein Museum zur Pharmaziegeschichte aufeinander. Wer Kultur mit Zeit im Freien verbinden möchte, kann außerdem den nahegelegenen Bartenslebener Forst einbeziehen. Für die Radplanung ist wichtig, den Projektstand des Ferkeltaxenradwegs im Blick zu behalten.
Schlosskirche, Turm und Baugeschichte
Die Schlosskirche St. Godehardt wurde zwischen 1564 und 1580 erbaut. Ihre Kunstwerke umfassen Arbeiten aus vier Jahrhunderten, darunter einen geschnitzten Barockaltar, eine kunstvoll gestaltete Kanzel und den Predigerstuhl von Tobias Wilhelmi dem Älteren, die Orgel von Heinrich Herbst sowie ein Epitaph für Joachim I. von Alvensleben. Mit der Schlosskirche sind auch Konzerte, Gottesdienste, Lesungen, Ausstellungen und Führungen verbunden.
Der Hausmannsturm entstand nach 1219 als steinerner Torturm mit einer Zugbrücke über den äußeren Wassergraben. Er ist das älteste erhaltene Gebäude der Burg Erxleben und zu zwei Dritteln romanisch. Die Bauform und die frühere Torfunktion geben dem Turm eine eigene Stellung innerhalb der Geschichte der Burg.
Schloss Erxleben II entstand ab 1526 auf den Fundamenten der Neuen Kemenate von 1430. 1563 kam das Hinterschloss als südlicher Seitenflügel in Renaissanceformen hinzu. Zum Burgkomplex gehört außerdem das dreigeschossige Vorderschloss, das bis 1682 erneuert wurde. Westlich von Schloss Erxleben II entstand bis 1563 ein Brau- oder Malzhaus, das später zum Wohnhaus umgebaut wurde. Die Abfolge zeigt, wie sich die Anlage über mehrere Bauphasen entwickelte. Schloss Erxleben II gilt als Denkmal von überregionaler Bedeutung; die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat Erhaltungsarbeiten unterstützt.
Eine biografische Spur führt ebenfalls in die Ortsgeschichte: Albert Niemann wurde am 15. Januar 1831 im Gasthaus zur Post in Erxleben geboren.
Apothekengeschichte und Besuchsplanung
Das Museum in der Apotheke widmet sich der Geschichte der Pharmazie. Seine Sammlung reicht von den frühen Jahren des 17. Jahrhunderts bis in die DDR-Zeit und umfasst auch Gegenstände aus der Erxlebener Apotheke. Damit ergänzt das Museum die Baugeschichte um einen anderen Zugang zur Vergangenheit des Ortes. Da sich die Besuchsmöglichkeiten ändern können, prüfen Sie vorab die aktuellen Zugangsinformationen.
Radwegeprojekt und nahe Waldlandschaft
Der Ferkeltaxenradweg war in einer Projektbeschreibung von 2022 als 28 Kilometer lange Panoramaroute entlang der stillgelegten Bahnlinie Eilsleben–Haldensleben geplant; Erxleben zählt zu den beteiligten Kommunen. Bahnhof Erxleben/Uhrsleben ist ein Knoten des Projekts mit Verbindungen nach Erxleben und Uhrsleben. Welche Abschnitte fertiggestellt sind, sollten Sie vor einer Radtour prüfen. Die angegebene Länge beschreibt das geplante Projekt, nicht die Zusicherung einer durchgehend verfügbaren Route.
Für Spaziergänge bietet sich der nahe Bartenslebener Forst an. Zusammen mit dem Erxlebener Forst bildet er ein zusammenhängendes Waldgebiet von mehr als zehn Quadratkilometern. Im Naturschutzgebiet finden sich natürliche Buchen- und Eichen-Hainbuchenwälder, die als besonders reizvoll gelten; außerdem sind ausgedehnte Spaziergänge möglich. Große Erdfälle entstanden dort durch die Auflösung von Gips im Untergrund. Der Forst ist Lebensraum von Kranichen und Waldwasserläufern und als EU-FFH-Gebiet „Bartenslebener Forst im Aller-Hügelland“ bestätigt.
Der regionale Rahmen: Börde
Im übergeordneten Reiseziel Börde reicht die Landschaft des Landkreises von der fruchtbaren Börde im Süden – Deutschlands größtem zusammenhängenden Schwarzerdegebiet – bis zur Wiesen- und Sumpflandschaft des Drömlings im Norden. Der mittlere Teil des Landkreises ist hügelig und umfasst den Erxleben-Hörsinger-Höhenzug. Diese Einordnung eröffnet den Blick auf die landschaftliche Vielfalt der Börde, während Schlosskirche, Hausmannsturm und Museum die besonderen Kulturthemen Erxlebens bilden.
Weitere Reiseziele entdecken: Eilsleben, Sommersdorf, Ausleben, Loitsche-Heinrichsberg, Kroppenstedt, Süplingen, Wanzleben, Haldensleben.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Börde.