Hohenwarsleben verbindet eine konkrete Radschleife mit einer Landschaft, deren Teiche und Biotope unterschiedliche Entstehungsgeschichten haben. Dazu kommen die romanische Dorfkirche St. Benedikt, die Max-Bösche-Stube und archäologische Fundstellen. Für die Wahl des Reiseziels sind damit drei Perspektiven greifbar: Radfahren, Landschaft und die Kulturgeschichte des Ortes.
Radfahren auf dem mittleren Holunderradweg
Der mittlere Holunderradweg ist eine 20,2 Kilometer lange Runde. Sie beginnt in Niederndodeleben, führt über Irxleben und Hohenwarsleben und kehrt nach Niederndodeleben zurück. Die 20,2 Kilometer gelten für den gesamten Rundkurs; Hohenwarsleben ist einer der Orte auf seinem Verlauf. Das Netz der Holunderradwege verläuft durchweg über sehr gut befahrbare Radwege, sichere Ortsstraßen in den Dörfern und gut ausgebaute ländliche Nutzwege aus Asphalt oder „Hostenträger“-Betonspuren. Für die Planung lohnt es sich, beide Angaben auseinanderzuhalten: Die Rundkurslänge beschreibt eine konkrete Runde, während die Belagsangaben die verschiedenen Wegearten des Netzes benennen.
Teiche, Biotope und Landschaft
In und rund um Hohenwarsleben gibt es zahlreiche Teiche und Biotope. Einige entstanden durch Tonabbau und Ziegelproduktion; andere legte der Hohenwarsleber Landwirt und Naturfreund Max Bösche als Fischzuchtteiche an. Im Landschaftsschutzgebiet Hohe Börde rund um Hohenwarsleben prägen außerdem eiszeitlich entstandene Hügel und Geländekanten die Gegend. Dazwischen liegen kleine Niederungen, in denen Fließgewässer entspringen. Die Landschaft vereint damit unterschiedliche Merkmale: Teiche mit verschiedenen Nutzungsgeschichten sowie eiszeitliche Geländeformen und Niederungen mit ihren Fließgewässern.
Kirche, Max Bösche und Ortsgeschichte
Die romanische Dorfkirche St. Benedikt ist das älteste Gebäude Hohenwarslebens. Die Max-Bösche-Stube im Dorfgemeinschaftshaus erinnert an Max Bösche, der Maler, Fotograf, Heimatforscher und Dichter war und die plattdeutsche Mundart pflegte. Sein Name verbindet Landschafts- und Kulturgeschichte: Bösche legte Fischzuchtteiche an und wird zugleich in der Stube als vielseitige Persönlichkeit erinnert. Die Mundartpflege ergänzt sein dichterisches und heimatkundliches Wirken um einen konkreten sprachlichen Bezug. St. Benedikt und die Stube setzen unterschiedliche historische Akzente: romanische Baugeschichte einerseits, Erinnerung an eine Persönlichkeit andererseits.
Archäologische Zeitspuren
Die Gegend um Hohenwarsleben im Landschaftsschutzgebiet Hohe Börde weist 38 archäologische Fundstellen auf. An fünf dieser Fundstellen zeichnet sich Besiedlungskontinuität von der Jungsteinzeit bis in die römische Kaiserzeit ab, teilweise reicht sie bis ins Mittelalter. In der Gemarkung Hohenwarsleben ist die frühe Jungsteinzeit durch acht Fundstellen der Linienbandkeramikkultur vertreten. Die Besiedlungskontinuität beschreibt eine zeitliche Entwicklung über mehrere Epochen; die Linienbandkeramikkultur ordnet Fundstellen einer bestimmten Kultur der frühen Jungsteinzeit zu. So reicht der historische Blick von einer konkreten jungsteinzeitlichen Kulturzuordnung bis zu Fundstellen mit einer Besiedlungsgeschichte, die teilweise ins Mittelalter weiterführt.
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