Wulkow umfasst Großwulkow und Kleinwulkow – zwei Ortsteile mit jeweils einer romanischen Backsteindorfkirche und unterschiedlichen kulturgeschichtlichen Akzenten. Großwulkow verbindet eine frühe urkundliche Erwähnung mit romanischen Ausstattungsstücken; Kleinwulkow fällt durch Malereien aus Barock und Jugendstil auf. Für Ihre Planung können Sie den Schwerpunkt danach setzen, ob Sie vor allem Bau- und Objektgeschichte oder die Verbindung mehrerer künstlerischer Epochen interessiert.
Großwulkow: Baugeschichte und romanische Ausstattung
Die Dorfkirche Großwulkow wurde 1172 erstmals in einer Urkunde des Erzbischofs Wichmann von Magdeburg erwähnt. Das Jahr bezeichnet die erste schriftliche Nennung, nicht automatisch den Zeitpunkt des Kirchenbaus. Architektonisch ist die Kirche im Rundbogenstil des romanischen Backsteinbaus errichtet, wie er auch im Kloster Jerichow verwendet wurde. In der Kirche befindet sich ein romanisches Triumphkreuz aus der Zeit um 1160. Außerdem gibt es dort einen original erhaltenen romanischen Taufstein aus dem 12. Jahrhundert. Im Turm hängt eine um 1200 gegossene romanische Glocke; sie ist für Besucher nicht sichtbar.
Kleinwulkow: Malereien aus mehreren Epochen
Die Dorfkirche Kleinwulkow ist die kleinste der romanischen Backsteindorfkirchen im Katten-Winkel. Im Inneren gibt es originale Barockmalereien; ihr Mittelpunkt ist ein Taufengel. Hinzu kommen Jugendstilmalereien an den Wänden und an der Decke. Damit lassen sich die unterschiedlichen künstlerischen Ebenen gut auseinanderhalten: Die romanische Einordnung beschreibt den Backsteinbau, Barock und Jugendstil die Malereien. Wer Kunstgeschichte gern anhand konkreter Einzelheiten betrachtet, findet hier einen anderen Schwerpunkt als in Großwulkow: Nicht die erste urkundliche Nennung und romanische Ausstattungsstücke stehen im Vordergrund, sondern die Gestaltung des Kircheninneren in verschiedenen Stilen.
Ortsgeschichte über die Kirchen hinaus
Die Geschichte Wulkows reicht auch jenseits der Dorfkirchen. Ein spätbronzezeitliches Hügelgräberfeld in Großwulkow verweist auf die frühe Besiedlungsgeschichte. Aus Kleinwulkow stammte der Missionar Johann Andreas Wernicke, einer der Ersten, die 1838 im Zuge der Berliner Gossnermission nach Indien aufbrachen. Die Themen setzen unterschiedliche Zeitmaßstäbe: Das Hügelgräberfeld führt in die Frühgeschichte, Wernickes Aufbruch in die Missionsgeschichte des 19. Jahrhunderts. Zusammen mit den mittelalterlichen Kirchenfakten entsteht so ein breiterer Themenbogen – von früher Besiedlung über romanische Bau- und Kunstwerke bis zu einer Person aus der Ortsgeschichte.
Führungen und Gruppenprogramm
Im Kirchspiel Wulkow–Wust werden geschichtliche Führungen durch sechs Kirchen angeboten. Für Gruppen ab zehn Personen können der Geschichtskreis und die Marionettenbühne im Kirchspiel außerdem einen Tag auf der Straße der Romanik in der Region organisieren. Zum Programm gehören Besichtigungen, Vorträge, Marionettenspiel, Mittagessen und eine Kaffeetafel. Das Gruppenformat verbindet Kirchenbesuche mit Vermittlung und gemeinsamen Mahlzeiten. Wenn Sie es fest einplanen möchten, klären Sie die aktuelle Organisation vorab mit dem Geschichtskreis und der Marionettenbühne im Kirchspiel Wulkow–Wust.
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