Auf 905 Metern Höhe liegt die Talsperre Carlsfeld, die als Deutschlands höchstgelegene Trinkwassertalsperre gilt. Sie wurde von 1926 bis 1929 errichtet und verbindet eine bemerkenswerte Lage mit einer besonderen Ortsgeschichte. Ihre Mauerkrone kann im Sommer und im Winter überquert werden; dadurch entsteht eine etwa sechs Kilometer lange Runde um den Stausee. Auch für einen Aufenthalt, bei dem Kultur und Wege gleichermaßen zählen, bietet Carlsfeld verschiedene Anknüpfungspunkte.
Talsperre, Landschaft und Wandern
Die Talsperre ist ein Trinkwasserreservoir: Baden und sonstiger Wassersport sind dort nicht erlaubt. Zugleich steht die Staumauer unter Denkmalschutz. Sie lässt sich also als technisches Bauwerk und als Teil einer Runde um den Stausee erleben, ohne dass der Aufenthalt auf Wassersport ausgerichtet ist.
Für Ihre Wanderplanung sind zwei Rundwege mit unterschiedlichen Längen und Startpunkten interessant. Über die begehbare Mauerkrone führt die etwa sechs Kilometer lange Runde. Ein weiterer Rundweg um die Talsperre ist als mittelschwer eingestuft, 8,62 Kilometer lang und beginnt und endet an der Trinitatiskirche im Ortszentrum. So können Sie Länge und Ausgangspunkt bei der Tourenwahl berücksichtigen. Details der Wegführung können sich ändern; prüfen Sie daher vor der Wanderung die aktuellen Routenangaben.
Carlsfeld liegt in einem weitläufigen Naturschutzgebiet mit urwüchsigen Wäldern, Bergwiesen und Hochmooren. Diese Landschaft prägt den Rahmen für Wanderungen ebenso wie für winterliche Touren. Die Verbindung von Ortskern und Umgebung zeigt sich auch an einer ausgeschilderten Wanderung: Sie beginnt am Parkplatz im Ortszentrum, führt zur Trinitatiskirche und folgt anschließend dem markierten Drei-Talsperren-Wanderweg.
Bandoniongeschichte und Baukultur
Carlsfeld gilt als weltweite Wiege des Bandonions. Seine Herstellung begann dort ab 1847 durch Carl Friedrich Zimmermann. Bis heute ist das Instrument ein prägnanter Teil der Ortsgeschichte: Der Bandonionlehrpfad zählt zu den Sehenswürdigkeiten, und seit 1993 findet jeweils im Oktober das Internationale Bandonionfest statt. Wenn Sie Ihre Reise auf das Fest ausrichten möchten, prüfen Sie vorab die konkreten Termine.
Auch die Trinitatiskirche verbindet Architekturgeschichte mit einem markanten Ortsbezug. Sie wurde von 1684 bis 1688 nach einem barocken Entwurf von Wolf Caspar von Klengel errichtet. In der Nähe erinnert ein historischer Lokschuppen an Carlsfelds frühere Endstation der Schmalspurbahn Wilkau-Haßlau–Carlsfeld. Die Bahn war 41,9 Kilometer lang und die längste Schmalspurbahn Sachsens.
Winterwege und Loipen
Im Winter verlaufen schneesichere Loipen im Landschaftsschutzgebiet an der Talsperre und über deren Mauerkrone. In Carlsfeld gibt es drei Loipen mit unterschiedlichen Längen: Die Talsperrenloipe misst sechs Kilometer, die Schneehübelloipe fünf Kilometer und die Sonnenloipe am P2 zwei Kilometer. Damit reicht die Spanne der genannten Rundloipen von zwei bis sechs Kilometern. Von mehreren Parkplätzen in Carlsfeld führen außerdem Zubringerloipen zur Kammloipe.
Die Talsperre, die Bandoniongeschichte und die Bauwerke setzen unterschiedliche Schwerpunkte für einen Besuch. Wer gern zu Fuß unterwegs ist, findet Routen mit klar benannten Längen und Ausgangspunkten; wer sich für Kulturgeschichte interessiert, kann Instrumentenbau, Kirche und Eisenbahn miteinander verbinden. Im Winter kommen die Loipen als weitere Möglichkeit hinzu.
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