Ein rund 16 Kilometer langer Themenwanderweg und eine Ortsgeschichte, die bis ins Jahr 1006 zurückreicht, geben Göda zwei unterschiedliche Schwerpunkte. Der Schanzenwanderweg verbindet sechs slawische Burgwallanlagen innerhalb der Gemeinde. Kirchen, sorbische Geschichte und das frühere Bildungs- und Gerichtswesen setzen daneben kulturelle Akzente. Wenn Sie für Ihren Aufenthalt zwischen Wandern und Kulturgeschichte abwägen, bietet Göda Anknüpfungspunkte für beide Interessen.
Gödas Geschichte zwischen Kirche, Schule und Gericht
Die erste Erwähnung Gödas stammt aus dem Jahr 1006; damals erscheint der Ort als Burgward Godobi. Spätestens 1076 war Göda nach Bautzen die zweitälteste Pfarrei des Bistums Meißen in der Oberlausitz. 1559 kam Göda unter sächsische Kurherrschaft; danach richtete Kurfürst August eine Lateinschule ein. Sie diente vor allem sorbischen Schülern, die sich auf ein Theologiestudium vorbereiteten. Vom Mittelalter bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts beherbergte Göda außerdem das Wendische Landgericht. Pfarrei, Lateinschule und Gericht markieren unterschiedliche kirchliche, bildungsgeschichtliche und rechtliche Rollen des Ortes.
Kirchen und sorbisches Brauchtum
Die Stiftskirche St. Peter und Paul zeigt mehrere Bau- und Ausstattungsphasen. Der Baubeginn der gotischen Hallenkirche fällt in den Zeitraum von 1505 bis 1517. Die heutige Außenansicht prägt die weithin sichtbare neugotische Doppelturmgestalt von 1892. Zur Ausstattung im Inneren zählen Altar- und Apostelarbeiten von Friedrich Press sowie eine Eule-Orgel. Gotischer Baubeginn und neugotische Außenform markieren zwei deutlich getrennte Bauphasen; die Arbeiten Friedrich Press’ und die Orgel ergänzen den Blick auf die Architektur um Kunst und Kirchenmusik.
Die katholische Herz-Jesu-Kirche in Storcha wurde zwischen 1882 und 1887 erbaut. Der Cyrill-Methodius-Verein trug dazu bei, dass der Bau zu einem Anliegen des sorbischen Volkes wurde. Storcha war als Siedlung an der Hohen Straße historisch bedeutsam. Zum sorbischen Brauchtum in Storcha gehören Vogelhochzeit, Osterreiten, Fronleichnamsprozessionen, Haussegnungen und traditionelle Tracht. Kirche und Bräuche eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf Storchas kulturelle Geschichte.
Wandern auf dem Schanzenwanderweg
Der Schanzenwanderweg ist etwa 16 Kilometer lang und verbindet sechs slawische Burgwallanlagen innerhalb der Gemeinde. Sie können ihn als durchgehende Route gehen oder in kürzere Abschnitte teilen. Der Weg soll die landschaftlichen Reize der Lausitzer Gefildelandschaft erlebbar machen, erläutert kulturhistorische Besonderheiten und informiert über Geologie, Flora und Fauna. Damit verbindet sich die Wanderung mit kulturellen und naturkundlichen Themen; die Teilbarkeit lässt Sie den Umfang der Route selbst wählen. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die aktuellen Wegbedingungen.
Mühlen, Keramik und Sammlungsstücke
Die Fehrmannmühle in Coblenz wurde 1626 errichtet und nach einem Brand 1826 wiederaufgebaut. Als voll funktionsfähige alte Mühle gibt sie Besuchern Einblick in das Müllerhandwerk. Bei der Töpferei Gagel können Sie in einem Workshop selbst töpfern und Gefäße in traditioneller Schwammtechnik bemalen. Die beiden Angebote führen auf unterschiedliche Weise ans Handwerk heran: Die Mühle vermittelt Einblicke ins Mahlen, der Workshop lädt zur eigenen Arbeit mit Ton ein.
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