Im sogenannten Hinterdorf am Mühlenweg befand sich eine ehemalige Wassermühle, die später zum Sägewerk Herzig umgebaut wurde. Der Wassermühlenteich diente einst dazu, das Sägewerk anzutreiben. Die ehemalige Wassermühle ist als Hinterdorfer Mühle bekannt. Dieser Wechsel der Nutzung gibt der Ortsgeschichte einen konkreten technikgeschichtlichen Akzent: Wassermühle und Sägewerk stehen für verschiedene Phasen des Betriebs.
Mühlengeschichten in Hinterdorf und Quolsdorf
Die Quolsdorfer Mühle bietet einen anderen Zugang zur Baugeschichte. Zu ihr gehören ein Müllerwohnhaus mit einem Wirtschaftsanbau über Eck (Nr. 20), ein Seitengebäude (Nr. 22) sowie ein Sägemühlengebäude mit Resten von Technik und Wasserbau. Wohnhaus, Wirtschaftsanbau und Seitengebäude geben dem baulichen Bestand eine unterscheidbare Gliederung; das Sägemühlengebäude ergänzt sie um den technischen Bereich.
Die Quolsdorfer Mühle ist orts- und technikgeschichtlich von Bedeutung. Damit setzen die beiden Mühlengeschichten unterschiedliche Akzente: In Hinterdorf steht der Wechsel vom Wassermühlen- zum Sägewerksbetrieb im Vordergrund; in Quolsdorf lassen sich Wohn-, Wirtschafts- und technische Gebäudeteile unterscheiden. Wenn Sie Ihre Erkundung thematisch planen, können Sie so zwischen Nutzungsgeschichte und baulicher Gliederung wählen.
Zu Fuß über Hinterdorf nach Quolsdorf
Eine Wanderung ins Niederspreer Teichgebiet führt vom Bahnhof Hähnichen über Hinterdorf nach Quolsdorf. Die Reihenfolge der Orte gibt dem Ausflug einen konkreten räumlichen Rahmen: vom Bahnhof über Hinterdorf weiter nach Quolsdorf. Wenn Sie einen Weg mit einer nachvollziehbaren Ortsfolge suchen, können Sie sich bei der Planung an diesem Verlauf orientieren. Die Wanderung bildet dabei einen eigenen Schwerpunkt neben den Mühlengeschichten.
Einordnung in die weitere Region
Das FFH-Gebiet „Niederspreer Teichgebiet und Kleine Heide Hähnichen“ umfasst Flächen auf dem Gebiet der Stadt Rothenburg/Oberlausitz sowie der Gemeinden Hähnichen und Rietschen im Landkreis Görlitz. Sein Name führt zwei Bereiche zusammen und reicht über die Geschichte einer einzelnen Ortslage hinaus. Für die räumliche Orientierung sind das Schutzgebiet und die Wanderung zwei unterschiedliche Bezugspunkte: Das FFH-Gebiet umfasst Flächen in mehreren Kommunen, während die Wanderung einen konkreten Verlauf vom Bahnhof Hähnichen über Hinterdorf nach Quolsdorf benennt.
Teichwirtschaft als weiteres historisches Thema
Zur Geschichte Quolsdorfs gehört auch die historische Teichwirtschaft des Ritterguts mit Fischteichen. Regional bekannt war insbesondere die Zucht von Schleien und Lederkarpfen. Damit kommt neben den Mühlen und ihrer Technik eine weitere historische Nutzung von Teichen in den Blick: die Fischzucht. Sie ergänzt die Ortsgeschichte um ein eigenes wirtschaftliches Thema und lässt sich gedanklich von der Wasserkraftnutzung am Mühlenbetrieb unterscheiden.
Für die Reiseplanung hilft es, zuerst den eigenen Schwerpunkt festzulegen: Soll die Wanderung vom Bahnhof Hähnichen über Hinterdorf nach Quolsdorf den Ausflug prägen, oder möchten Sie sich vor allem mit Mühlengeschichte und historischer Teichwirtschaft beschäftigen? So lässt sich die Ortsfolge der Wanderung von den Themen der lokalen Bau- und Wirtschaftsgeschichte unterscheiden, ohne sie zu einem einzigen Ausflugspunkt zusammenzufassen.
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