Die Kirnitzschtalbahn ist seit 1898 in Betrieb und befördert Wanderer, Touristen und Kurgäste zu ihren Zielen. Sie ist Deutschlands einzige Straßenbahn, die in einen Nationalpark einfährt. Im Kirnitzschtal lassen sich Bahntradition, historische Mühlen und Felslandschaft auf unterschiedliche Weise entdecken: mit der Bahn, auf Wanderwegen oder mit dem Rad.
Mit Bahn, Wanderweg oder Rad planen
Der Flößersteig führt auf den Spuren der historischen Flößerei durch das Kirnitzschtal: von der Mündung der Kirnitzsch bis zur Neumannmühle. Die etwa 13 Kilometer lange Strecke ist mit zahlreichen Informationstafeln ausgestattet. Teile des Weges lassen sich in Rundwanderungen im Nationalpark integrieren.
Für den Flößersteig ist die Wandererfahrung wichtig: Er ist für erfahrene Wanderer geeignet, denn einzelne Abschnitte sind sehr schmal, ausgesetzt und schwierig zu begehen. Die Bedingungen sind wetterabhängig. Wer diese Route in die Planung aufnimmt, sollte ihre beschriebenen Wegverhältnisse und die Wetterlage berücksichtigen.
Der Radrundweg Sebnitz–Kirnitzschtal setzt einen anderen Schwerpunkt. Er führt von Sebnitz ins Kirnitzschtal und wieder zurück. Damit stehen zwei unterschiedliche Formen des Unterwegsseins nebeneinander: eine etwa 13 Kilometer lange Wanderroute mit Flößereigeschichte und eine Radroute zwischen Sebnitz und dem Tal.
Mühlen mit unterschiedlicher Geschichte
Die Neumannmühle ist die einzige Mühle im Kirnitzschtal, die noch annähernd ihre ursprüngliche Gestalt bewahrt hat. Ihr älterer Teil war eine Brettmühle mit einem Ein-Blatt-Sägegatter. Dieser Teil ist seit der Gründung nahezu unverändert erhalten geblieben und mindestens 450 Jahre alt. Zur technischen Ausstattung gehört ein mittelschlächtiges Wasserrad mit einem Durchmesser von 4,80 Metern.
Die Buschmühle erzählt eine andere Geschichte: Ihre Mahl- und Sägemühle sind seit 1992 ungenutzt, aber noch intakt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Buschmühle bereits 1592. Bei der Neumannmühle stehen die erhaltene ursprüngliche Gestalt und das Alter im Vordergrund, bei der Buschmühle der lange Zeitraum seit der ersten Erwähnung und der Zustand ihrer Mühlen.
Die Felsenmühle ergänzt dieses Bild um eine gastwirtschaftliche Tradition. Seit über 100 Jahren ist sie eine beliebte Einkehrstätte im Kirnitzschtal. Zusammen zeigen die drei Mühlen unterschiedliche Aspekte der regionalen Geschichte: erhaltene Bauform, frühere Mahl- und Sägetechnik sowie eine traditionsreiche Einkehr.
Felsen, Wasser und Naturbeobachtung
Der Kuhstall liegt auf dem Neuen Wildenstein oberhalb des Kirnitzschtals. Das natürliche Sandsteintor ist etwa 11 Meter hoch, 17 Meter breit und 24 Meter tief. Die sogenannte Himmelsleiter führt über Metallstufen durch eine enge Felsspalte zu einer kleinen Aussichtskanzel. Von dort reicht der Blick auf die Bärenfangwände und das umliegende Felsgebiet. Als Alternative gibt es einen bequemeren Weg zum Plateau, auf dem sich seit 1842 ein Gasthaus befindet.
Im oberen Teil des Kirnitzschtals, nahe Hinterhermsdorf, liegt die Kirnitzschklamm mit der Oberen Schleuse. Die Kahnfahrt „Obere Schleuse“ in der näheren Umgebung ist ausschließlich zu Fuß erreichbar. Diese Einschränkung ist für die Planung wichtig, wenn Sie die Fahrt in Ihren Ausflug aufnehmen möchten.
Mit etwas Geduld und Glück können Sie im Kirnitzschtal die Wasseramsel beobachten. Sie ist der einzige Singvogel, der in fließenden Gewässern tauchen kann. Das Kirnitzschtalfest findet jährlich im Kirnitzschtal statt; prüfen Sie die Termine für das Reisejahr, das Sie planen.
Der Lichtenhainer Wasserfall ist ein historisches Wasserschauspiel und zählt zu den traditionsreichsten Ausflugszielen der Sächsischen Schweiz. Seit dem 19. Jahrhundert zieht er Wanderer, Naturfreunde und Erholungssuchende an. Historisch wurde bei ausreichendem Wasserstand im Staubecken das Wehr geöffnet, sodass der Lichtenhainer Bach kurzzeitig stark rauschte.
Anreise und Orientierung
Im Kirnitzschtal stehen nur wenige Parkplätze zur Verfügung. Für die An- und Abreise wird die Nutzung von Bus und/oder Kirnitzschtalbahn empfohlen. Der Lichtenhainer Wasserfall ist mit der Buslinie 241 und der Kirnitzschtalbahn erreichbar; von der Haltestelle sind es etwa drei Minuten zu Fuß. Prüfen Sie für Ihren Reisetag die Fahrpläne der genannten Verkehrsmittel, da die Transportangaben saisonal zu berücksichtigen sind.
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