Der „Kräuterlehrpfad“ verbindet Rothenkirchen mit Schönheide und Stützengrün. Daneben erzählt die Ortsgeschichte von der ersten urkundlichen Erwähnung als Waldhufendorf bis zu Kirche, Handwerk und Industrie. Für Ihre Reiseplanung stehen damit unterschiedliche Schwerpunkte zur Wahl: Wege durch Wald und Landschaft oder historische Entwicklungen, die mehrere Jahrhunderte umfassen.
Wanderwege und Landschaft
Der „Kräuterlehrpfad“ ist etwa 6 km lang und verläuft im Waldgebiet rund um den Kuhberg. Wanderer können an jedem Punkt der Strecke einsteigen. Länge und Einstiegsmöglichkeiten geben dem Weg ein klares Profil: Sie können die ungefähre Distanz einordnen und müssen den Einstieg nicht auf einen einzelnen Punkt festlegen.
Bei der Kuhbergloipe einschließlich der Anschlussloipen stehen andere Orientierungshilfen im Vordergrund. Die gesamte Strecke ist sehr gut ausgeschildert und weist leichte bis mittlere Steigungen und Abfahrten auf. So lässt sich die Wegbeschreibung nicht nur nach der Beschilderung, sondern auch nach dem Geländeprofil einordnen. Kräuterlehrpfad und Loipe unterscheiden sich damit in den Angaben, die für die Auswahl einer Route wichtig sind. Im Winter kann der Kurs zum Wandern und Skilanglaufen genutzt werden, wird jedoch nicht gespurt.
Auch die Felsformen geben den Wanderwegen einen geologischen Bezug. Der Andalusitglimmerschiefer des Steinbergs tritt an Wanderwegen in Rothenkirchen, Auerbach, Rodewisch, Wernesgrün, Wildenau und Obercrinitz in grotesker Form hervor: mit regellos aufgetürmten Steinmassen und zahlreichen Felsgeröllhalden. Zu den genannten Formen gehören die Jüdensteine und der Joly-Stein. Wer unterwegs auf Gestein und Relief achtet, entdeckt so neben dem Streckenverlauf einen weiteren Aspekt der Landschaft.
Kirche, Handwerk und Industrie
Rothenkirchen wurde 1441 erstmals urkundlich als Waldhufendorf erwähnt. Für die Kirchengeschichte sind zwei Daten eng aufeinander bezogen: 1796 fand in der neuen Kirche der erste Gottesdienst statt; 1800 wurde dort eine neue Orgel von Trampeli eingebaut. Die beiden Ereignisse markieren verschiedene Schritte in der Geschichte der Kirche, vom ersten Gottesdienst bis zur Ausstattung mit einer neuen Orgel.
Auch die Handwerks- und Industriegeschichte reicht ins 19. Jahrhundert. 1838 wurde auf Initiative von Pfarrer Tobias August Friedrich Schmidt in Rothenkirchen eine Klöppelschule gegründet. Um 1850 hielt die Bürsten- und Bürstenhölzerindustrie Einzug. Diese Entwicklungen stehen neben der Kirchengeschichte und zeigen unterschiedliche Seiten der Ortsgeschichte: eine gegründete Schule für das Klöppeln und einen sich entwickelnden Industriezweig.
Eine weitere Unternehmensgeschichte ist mit Franz Ströher verbunden. Er gründete in Rothenkirchen ein Unternehmen zur Herstellung und zum Verkauf von Haartüll; daraus ging später Wella hervor. Damit umfasst die lokale Geschichte neben Kirche, Klöppeln und Bürstenherstellung auch die Entwicklung eines Unternehmens, dessen späterer Name weit über Rothenkirchen hinaus bekannt wurde.
Zum touristischen Angebot in Rothenkirchen gehört „Erzgebirg. Holzkunst Kuhnert“.
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