Die Maria-Magdalenen-Kirche, Kunst am Kanal und die Geschichte des Treidelns eröffnen unterschiedliche Zugänge zu Berkenthin. Dazu kommen Kulturangebote und Wege, die den Ort aus weiteren Blickwinkeln zeigen.
Kirche und historisches Ensemble
Die Maria-Magdalenen-Kirche wurde um 1250 im romanisch-gotischen Übergangsstil errichtet. Der einschiffige Backsteinbau steht auf einem Feldsteinsockel und besitzt einen eingezogenen Kastenchor. Zu den besonderen Merkmalen der historischen Kirche zählen mittelalterliche Wandmalereien, ein Akanthusbarockaltar, Kanzel, Taufengel, Maria-Magdalenen-Statue und Westempore.
Die Kirche bildet mit Kanal, Schleuse, Kirchsteigbrücke, Pastorat und Stecknitzfahrer-Begräbnisplatz ein geschlossenes historisches Ensemble. So gehören Architektur und weitere Zeugnisse der örtlichen Geschichte zu einem gemeinsamen Themenfeld, auch wenn sie jeweils eigene Orte und Formen haben.
Kunst und Treidelgeschichte am Kanal
Direkt neben der Schleuse steht der große Kanal-Hering, ein Kunstwerk am Kanal. Er ist ein Wahrzeichen Berkenthins und zugleich das Logo der Stecknitz-Region. Das Brückendenkmal ergänzt die Kunst im Ort: Der Maler und Bildhauer Rolf Hackauf aus Göldenitz errichtete es 1999 gemeinsam mit rund 100 Kindern und Erwachsenen.
Der heutige, gut ausgebaute Weg entlang des Kanals war einst der Treidelpfad. Auch der Berkenthiner Salzprahm führt die Treidelgeschichte vor Augen: Er ist die Rekonstruktion eines mittelalterlichen Salzprahms ohne eigenen Antrieb, der vom Ufer aus mit Tauen getreidelt wird. Der Weg und der Prahm zeigen zwei Seiten derselben historischen Fortbewegungsweise: den Treidelpfad an Land und das Ziehen eines Schiffs vom Ufer aus.
Von Mai bis September können Besucher auf Anfrage auf den Spuren der Stecknitzfahrer wandeln und das „Treidlerpatent“ erwerben. Da diese Aktivität saisonal ist und eine Anfrage voraussetzt, sollten Sie die Verfügbarkeit vor der Reise prüfen.
Feste, Kultur und Wanderung
Das Stecknitzfest findet auf dem Platz direkt neben der Schleuse statt. Zum Fest gehören bunte Marktstände, eine Schlemmermeile, Kinderattraktionen, Unterhaltung und musikalische Darbietungen. Prüfen Sie die Termine vor der Reise, wenn Sie Ihren Aufenthalt gezielt mit dem Fest verbinden möchten.
Beim Kultursommer am Kanal reicht das Programm von „Plattdüütsch in de Kark“ über Ausstellungen der Montagsmaler bis zu offenen Ateliers und einem Skulpturengarten. Die Programmdetails können sich von Jahr zu Jahr ändern. Damit bietet das Kulturprogramm eine andere Auswahl als das Fest mit seinen Marktständen und musikalischen Darbietungen.
Eine weitere Gelegenheit, die Umgebung zu Fuß zu erleben, ist die eintägige „Wanderung für die Seele“ rund um Berkenthin. Der Kirchenförderverein bietet sie seit 2014 jeweils Anfang Oktober an. Prüfen Sie vor der Reise den konkreten Termin, wenn diese Wanderung für Ihre Planung wichtig ist.
Wege und Orientierung
Die 48 Kilometer lange Stecknitztour beginnt und endet am Parkplatz beim Amt Berkenthin, direkt an der Kanalbrücke. Sie führt entlang des Elbe-Lübeck-Kanals und in das westlich davon gelegene idyllische Hinterland. Die Rundtour verbindet damit den Kanalraum mit einem Abschnitt weiter westlich; die Länge und der Start- und Endpunkt geben Ihnen konkrete Anhaltspunkte für die Planung.
Für kleinere Fahrradreparaturen gibt es die Radservicestation Berkenthin an der Adresse Am Schart 8a bei der Fußgängerbrücke am Kanal. Sie ermöglicht rund um die Uhr Selbstservice. Prüfen Sie vor der Fahrt die Verfügbarkeit der benötigten Ausstattung. So stehen neben historischen Themen auch praktische Informationen für unterwegs zur Verfügung.
Weitere Reiseziele entdecken: Güster, Siebenbäumen, Mechow, Mölln, Mustin, Gudow, Breitenfelde, Schönberg.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Herzogtum Lauenburg.