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Die Ortsgeschichte lässt sich an verschiedenen Themen lesen: frühe Siedlungsspuren und bäuerliche Selbstverwaltung in Sollwitt, dazu die Technikgeschichte der Herkules-Windturbine in Pobüll. Für die Landschaftsperspektive stehen das mit Sollwitt verbundene Pobüller Moor und die GeestRundtour, die durch das Pobüller Bauernholz und das Nordermoor nach Sollwitt führt.

Frühe Siedlungsspuren und Windtechnik

Feuersteinwerkzeuge und -waffen weisen auf eine Besiedlung seit der Jungsteinzeit hin. Die erste urkundliche Erwähnung Sollwitts datiert auf 1407. Eisenschlacke deutet zudem auf die Verhüttung von Raseneisenerz in vorgeschichtlicher und frühgeschichtlicher Zeit in der Gegend. Ein jungsteinzeitliches Steinbeil wurde nahe der Straße zwischen Sollwitt und Süderhackstedt gefunden. Seine Verzierungen könnten auf eine rituelle Nutzung hindeuten.

Die Herkules-Windturbine in Pobüll wurde 1923 gebaut und nahm 1924 den Betrieb auf. Ihr Rotor maß 12 Meter, der Turm war 28 Meter hoch und die Winddynamo leistete 13 Kilowatt. Die Anlage trieb auch eine angeschlossene Getreidemühle an. Mit ihr verbunden waren 120 installierte Lampen, eine Turmlampe für die Dorfbeleuchtung sowie acht Elektromotoren, die zum Dreschen und Häckseln dienten. Die technischen Angaben zeigen, welche unterschiedlichen Aufgaben mit der Anlage verbunden waren: Beleuchtung, Getreideverarbeitung und landwirtschaftliche Arbeit.

Alltagsgeschichte und Gemeinschaft

Der Dingstock hatte eine konkrete Funktion in der ländlichen Selbstverwaltung: Mit ihm wurden Versammlungen oder Verhandlungen beim Bauervogt einberufen. Die Dingstöcke aus Sollwitt und Sollwittfeld hatten gespaltene Enden, in denen schriftliche Mitteilungen Platz fanden. Der Überbringer trug sie von Nachbar zu Nachbar. So wird an einem Gegenstand sichtbar, wie Mitteilungen im damaligen Gemeinwesen weitergegeben wurden.

Vier historische Pachtgehöfte in Sollwitt gehörten ursprünglich dem Domkapitel, der katholischen Kirchenverwaltung in Schleswig. Reste älterer Bausubstanz sind im Siedlungsbereich Klein-Sollwitt erhalten. Auch das Gemeindewappen greift einen örtlichen Bezug auf: Ein belaubter Baum steht für Pobüll und verweist auf den nahe gelegenen Pobüller Bauernwald.

Der Ortskulturring Sollwitt-Pobüll ist seit 1953 tätig und organisiert jährlich Veranstaltungen und Kurse. Das konkrete Programm variiert. Damit ergänzen gemeinschaftliche Aktivitäten die historischen Themen, ohne dass einzelne Termine oder Kurse dauerhaft gleich bleiben.

Moor, Wald und Wege

Das Pobüller Bauernholz ist ein Landschaftsschutzgebiet auf einem flachen Endmoränenrücken in der Husum-Bredstedt Geest. Auf etwa 152 Hektar finden sich Laubwald, Feuchtwiesen, Moore und Felder. Die Feuchtgebiete bieten zahlreichen Vogelarten Brut- oder Rastlebensraum; das Gebiet ist außerdem als NATURA-2000-Gebiet ausgewiesen. Das mit Sollwitt verbundene Pobüller Moor ergänzt diese Landschaftsgeschichte: Seine Torfschicht ist bis zu sieben Meter mächtig, und Teile des Moors wurden 1927 urbar gemacht.

Die GeestRundtour führt durch das Landschaftsschutzgebiet Pobüller Bauernholz und das Nordermoor und erreicht anschließend Sollwitt. Sie verläuft vorwiegend über verkehrsarme Nebenstraßen oder Wirtschaftswege und meidet Hauptstraßen, wo es möglich ist. Für die Tour sind 31,6 Kilometer und eine Dauer von 2 Stunden 5 Minuten angegeben. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die aktuellen Routeninformationen und den Wegezustand.

Radwege verbinden Sollwitt mit Viöl und Süderhackstedt. Auch bei diesen Wegen sollten Sie den örtlichen Zustand vorab prüfen. So stehen für die Orientierung sowohl eine beschriebene Rundtour als auch Radwege zu den beiden genannten Orten zur Verfügung.

Weitere Reiseziele entdecken: Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog, Hattstedtermarsch, Horstedt, Humptrup-Krakebüll, Humptrup, Immenstedt, Stadum, Tümlauer Koog.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Nordfriesland.

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