Ein berühmter Altar befindet sich noch an seinem ursprünglichen Standort: im Chor der Klosterkirche Cismar. Mit Klostergeschichte, einem naturkundlichen Museum und Keramikkunst bietet Cismar mehrere klar unterscheidbare Anlässe für einen Aufenthalt. Für Ihre Planung lohnt sich die Frage, ob Sie den Schwerpunkt auf Baugeschichte, naturkundliche Sammlungen oder Kunsthandwerk legen.
Kloster und Baugeschichte
Das Kloster Cismar wurde 1231 gegründet und zählt zu den bedeutendsten Bauwerken der lübischen Frühgotik und der norddeutschen Backsteinarchitektur. Die lübische Frühgotik bezeichnet den regionalen Stilbezug, die norddeutsche Backsteinarchitektur einen breiteren architektonischen Rahmen. Zusammen verorten die beiden Bezeichnungen das Kloster in einer regionalen und einer überregionalen Baugeschichte.
Der berühmte Cismaraner Altar befindet sich heute an seinem ursprünglichen Standort im Chor der Klosterkirche. Auf dem Klostergelände informieren fünf Audiostationen über die Geschichte der ehemaligen Benediktinerabtei. Dabei ergänzen sich unterschiedliche Themen: Der Altar ist mit einem konkreten Platz im Kirchenraum verbunden, während die Stationen die frühere Abtei in den Mittelpunkt stellen. So gehören ein bedeutendes Kunstwerk und die Geschichte des Klosters zu zwei eigenen Zugängen zur Kulturgeschichte Cismars.
Naturkundliche Sammlung und Gärten
Das Haus der Natur - Cismar ist ein naturkundliches Museum mit mehr als 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche und Zehntausenden Einzelstücken. Die Spezialsammlung von Schnecken- und Muschelschalen umfasst mehr als 5.000 ausgestellte Arten; das Museum zeigt Deutschlands größte Mollusken-Ausstellung. Damit stehen eine breite naturkundliche Sammlung und die Vertiefung in eine klar umrissene Gruppe von Tieren nebeneinander. Wenn Sie sich besonders für Schnecken und Muscheln interessieren, bietet dieser Spezialbereich einen eigenen Schwerpunkt innerhalb des Museums.
Im Haus der Natur kann ein kleiner Klostergarten erkundet werden. Der nach historischen Vorbildern angelegte Kräutergarten umfasst etwa 100 Kräuterarten beziehungsweise -sorten, darunter Küchenkräuter und alte Kloster-Heilkräuter. Er kann während der Museumsöffnungszeiten besichtigt werden. Das Haus der Natur ist täglich von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet; da sich Öffnungszeiten ändern können, prüfen Sie diese vor Ihrem Besuch.
Keramik und Klosterfest
Jan Kollwitz fertigt in seinem Atelier in Cismar Keramiken mit einer traditionellen japanischen Technik. Seit 1988 brennt er sie in seinem originalen Anagama-Holzofen. Technik und Ofen geben diesem Kunsthandwerk einen eigenen Akzent neben der Klostergeschichte und den naturkundlichen Themen.
Das Klosterfest findet jedes Jahr am zweiten Augustwochenende statt und umfasst einen dreitägigen Kunsthandwerksmarkt. Handwerkerinnen, Handwerker sowie Künstlerinnen und Künstler präsentieren dort ihre Arbeiten und führen deren Entstehung vor. Der Markt setzt einen zeitlich gebundenen Akzent im Veranstaltungskalender. Wenn Sie das Fest zum Anlass Ihrer Reise nehmen, prüfen Sie vorab die konkreten Veranstaltungstage.
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