Eine besondere „Geldrutsche“ aus einem eisernen Löffel führt in die Geschichte der Kirche Wanderup: Eine frühere Sakramentsnische an der Nordwand des Chors wurde später zu einer Opferkasse umgebaut. Die Geldrutsche war mit wohltätigen Zuwendungen an Dorfbewohner verbunden.
Dorfkirche und Heimatmuseum
Die Kirche Wanderup ist ein romanischer Feldsteinbau, der vermutlich vor 1200 entstand. Auf der Nordseite sind zwei originale romanische Fenster erhalten; historisch diente die Kirche auch als Zuflucht bei Angriffen. Damit treffen am selben Bau frühe Architektur und eine frühere Schutzfunktion aufeinander.
Als der ursprüngliche Bau zu klein wurde, erweiterte man ihn nach Westen. Der hölzerne Glockenturm entstand 1754, nachdem ein Blitz den früheren Turm und die Glocke zerstört hatte. So lässt sich die Erweiterung von der späteren Erneuerung des Turms unterscheiden.
Das Heimatmuseum Wanderup wurde 1971 gegründet, um die Geschichte und Entwicklung eines Geestdorfes zu dokumentieren. Es befindet sich in der früheren Lehrerwohnung eines Schulgebäudes aus dem Jahr 1859. Die Ortsgeschichte wird seit etwa 1800 präsentiert; hinzu kommen eine Sammlung heimischer Tierwelt, Textilien und Haushaltsgeräte.
Die Dämpferhalle dient als Ausstellungshalle für große landwirtschaftliche Maschinen. Weitere landwirtschaftliche Geräte stehen im Freien. Damit verbindet das Museum Ortsgeschichte und Alltagskultur mit Naturthemen und landwirtschaftlicher Technik.
Ortsbild und Wichtelpark
Wanderup bewahrt die Form eines typischen Straßendorfes; einige Reetdachhäuser sind erhalten. Das Ortsbild ergänzt so den Blick auf einzelne historische Gebäude um eine weitere Facette der Dorfgeschichte.
Der Wichtelpark ist ein ganzjähriger Park. Holz-Wichtel sind neben den Wegen, auf einer Bank und in den Baumkronen platziert. Wer den Park erkundet, kann daher an verschiedenen Stellen auf die Figuren stoßen – nicht nur direkt am Weg.
Badesee und Wege
Der öffentlich zugängliche Badesee Wanderup bietet Toiletten, Umkleideräume, eine Außendusche, ein Volleyballfeld, eine große Liegewiese und kostenlose Parkplätze. Zum See gehören außerdem ein fester Weg zu einer Wasserplattform, Sitzgelegenheiten, Stauraum und ein Handlauf für den Einstieg ins Wasser. Prüfen Sie vor dem Besuch aktuelle Angaben zu Ausstattung und Infrastruktur am See.
Die Wanderuper See-Tour ist ein 4,9 Kilometer langer Wanderweg mit dem Badesee als empfohlenem Startpunkt. Die Große Binnenlandtour umfasst 43 Kilometer, schließt Wanderup ein und führt durch eine weitläufige Knicklandschaft und kleine Dörfer. Die beiden Touren unterscheiden sich damit deutlich in Länge und Landschaftsbild. Prüfen Sie die Details zur See-Tour vor dem Aufbruch.
Verkehr und regionaler Rahmen
Das nahe Tarp bietet Zugang zur A7 und einen Bahnhof. Stündliche Busse verbinden die Region mit Flensburg und Husum; prüfen Sie vor der Reise die Fahrpläne.
Im übergeordneten Reiseziel Schleswig-Flensburg gehören Haithabu und das Danewerk seit Juni 2018 gemeinsam zum UNESCO-Welterbe. Vom Danewerk sind noch heute mehr als 25 Kilometer des Walls erhalten. Ebenfalls im übergeordneten Reiseziel Schleswig-Flensburg informieren die historische Erinnerungsstätte und das Museum Idstedt über die deutsch-dänische Geschichte rund um die Erhebung von 1848 und die Schlacht bei Idstedt.
Weitere Reiseziele entdecken: Jerrishoe, Janneby, Langstedt, Süderhackstedt, Sollerup, Jörl
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Eggebek.