In Ohrdruf treffen Johann Sebastian Bachs Kindheit und Jugend und die Geschichte eines um 1480 erbauten Hammers aufeinander. Dazu kommen eine bis heute gespielte Orgel und der Wanderweg Walter Schütz. Für die Planung Ihres Aufenthalts gibt es damit verschiedene Schwerpunkte: Kulturgeschichte, Wandern oder die Verbindung beider Interessen.
Bach in Ohrdruf
Johann Sebastian Bach verbrachte in Ohrdruf fünf prägende Jahre bei seinem älteren Bruder Johann Christoph Bach. Die Dauerausstellung im Museum Schloss Ehrenstein widmet sich Bachs Kindheit und Jugend in Ohrdruf von 1695 bis 1700. Aufenthalt und Ausstellung geben zwei Blickwinkel auf den biografischen Bezug des Komponisten zum Ort: den Lebensabschnitt selbst und seine Darstellung in der Ausstellung. An diese Bachgeschichte knüpfen sowohl die Ohrdrufer Bachtage als auch die Bach-Rad-Erlebnisroute an.
Die Ohrdrufer Bachtage finden seit ihrer ersten Ausgabe im Juni 2010 alle zwei Jahre statt. Ihr Programm umfasst Konzerte, Vorträge und Musikprojekte. Wenn Sie Ihren Aufenthalt an einer bestimmten Ausgabe ausrichten möchten, prüfen Sie deren Termine vorab. So lässt sich die wiederkehrende Veranstaltungsreihe von den konkreten Daten einer einzelnen Ausgabe unterscheiden.
Industriegeschichte und Kirchen
Der Tobiashammer wurde um 1480 als Eisen-, Draht- und Sichelhammer erbaut. Seine drei ursprünglichen Funktionen eröffnen einen anderen Zugang zur Geschichte Ohrdrufs als die Bach-Bezüge. Auch die Kewpies gehören zur lokalen Produktgeschichte: Sie wurden ursprünglich in Ohrdruf hergestellt und traten von dort aus ihren internationalen Siegeszug als Glücksbringer an. Zusammen zeigen diese Themen, dass sich ein Aufenthalt nicht auf Musikgeschichte beschränken muss.
Die Kirchen setzen eigene Akzente. Die St. Trinitatiskirche besitzt weiterhin die 1814 von Georg Franz Ratzmann erbaute Orgel, die dort noch heute gespielt wird. Der 1998/99 wiederaufgebaute Turm der St. Michaeliskirche gilt als Höhepunkt des touristischen Angebots in Ohrdruf. Er beherbergt eine kleine Kapelle und eine Ausstellung zu seiner Geschichte. Vor den Toren Ohrdrufs befindet sich in der Siechhofskirche bis heute das Altarwerk aus der ehemaligen Schlosskapelle von Schloss Ehrenstein.
Wandern und Radfahren
Das Naturpark-Tor Ohrdruf ist ein ausgewiesener Einstiegspunkt für Touren im Naturpark Thüringer Wald. Dort beginnt der Naturpark-Weg Walter Schütz: Der Wanderweg ist 12 Kilometer lang und umfasst etwa 284 Höhenmeter. Länge und Höhenunterschied geben Ihnen konkrete Eckdaten für die eigene Tourenplanung. Wenn Sie lieber eine Radstrecke einbeziehen, führt die Drei-Städte-Tour durch Ohrdruf und verläuft auf einzelnen Abschnitten über Radwege. Ein Abschnitt der Tour liegt auf der Bach-Rad-Erlebnisroute. Die Angaben zu den einzelnen Abschnitten helfen, die Wanderung und die Radroute als unterschiedliche Möglichkeiten einzuordnen; Routenbedingungen sollten Sie vor der Fahrt prüfen.
Anreise und Unterkunft planen
Ohrdruf ist mit der Buslinie 860 über die Haltestellen Suhler Straße oder Tobiashammer erreichbar; in Gotha besteht Anschluss an die Bahn. Prüfen Sie Fahrplan und Anschluss vor Ihrer Reise. Wenn Sie ein Hotel in Ohrdruf suchen, können Sie den Aufenthalt nach Ihren Interessen ausrichten: Bachgeschichte, Kirchen und Industrieerbe setzen andere Schwerpunkte als Wanderungen und Radstrecken. Die Busverbindung ist besonders dann ein Planungsfaktor, wenn Sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchten.
Ohrdruf und das übergeordnete Reiseziel Gotha
Im übergeordneten Reiseziel Gotha erstreckt sich der Landkreis im Süden bis zum Rennsteig und im Westen bis zum 916,5 Meter hohen Großen Inselsberg. Schloss Friedenstein ist ein weithin sichtbares Wahrzeichen und Bestandteil des Wappens des Landkreises Gotha. Diese regionalen Eckpunkte ergänzen den Blick auf Ohrdruf um einen größeren geografischen und kulturellen Rahmen.
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