Eine zurückgelassene Kanone gab einem Gasthof in Tautenhain seinen Namen. Zusammen mit der Fachwerkarchitektur, der Kirche St. Johannis und den Wegen durch das waldreiche Thüringer Holzland zeigt diese Ortsgeschichte, was einen Aufenthalt hier prägen kann: historische Details entdecken und die Umgebung zu Fuß oder mit dem Rad erkunden.
Ortsgeschichte und Baukunst
Der Gasthof „Zur Kanone“ erhielt seinen Namen der Überlieferung nach, nachdem napoleonische Truppen 1806 auf dem Weg zur Schlacht bei Jena und Auerstädt eine defekte Kanone zurückgelassen hatten. Am Gasthof ist ein Imitat der sogenannten „vergessenen“ Kanone zu sehen. Die Geschichte verbindet damit einen konkreten Ort in Tautenhain mit einem Ereignis aus der Zeit der napoleonischen Kriege.
Auch das Ortsbild erzählt von Baugeschichte: Fachwerkhäuser mit roten Ziegeldächern prägen Tautenhain, einige der Häuser wurden sorgfältig restauriert. Ein weiteres historisches Bauwerk ist die denkmalgeschützte evangelisch-lutherische Kirche St. Johannis. Sie wurde 1743 unter Verwendung älterer Bauteile als Saalkirche errichtet. Zu ihrer Ausstattung gehören eine umlaufende Empore, eine farbige Holzbalkendecke und ein geschnitzter Taufengel im Altarraum. Die Orgel stammt aus dem Jahr 1878 und wurde von Friedrich Ladegast gebaut.
Wanderwege und Landschaft
Tautenhain liegt im waldreichen Thüringer Holzland, das viele Wandermöglichkeiten bietet. Der Ort eignet sich als Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren durch das Eisenberger Mühltal. Dieses ist ein Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet im Waldgebiet zwischen Tautenhain, Rüdersdorf, Oberndorf und Bad Klosterlausnitz. Wer draußen unterwegs sein möchte, findet so unterschiedliche Themen: die Wege selbst, die Landschaft und die Ortsgeschichte.
Die Wanderrunde „Berthas Ruh“ führt rund um Tautenhain; Wandertafeln an der Runde informieren über die Geschichte des Ortes. Auf der „Nistkastenrunde“ geben Wandertafeln Auskunft über Tautenhain. Weitere Wege orientieren sich in verschiedene Richtungen: ins Elstertal in Richtung Bad Köstritz sowie in den Zeitzgrund in Richtung Stadtroda. Diese Ziele und Themen lassen sich bei der Wahl einer Wanderung auseinanderhalten, ohne sie zu einer einzigen Route zusammenzufassen.
Ausflüge und Veranstaltungen
Auch für Ausflüge gibt es verschiedene Schwerpunkte. Dazu gehören die Eisenberger Schlosskirche, die Alfred-Brehm-Gedenkstätte in Renthendorf und das Heimatmuseum in Bad Klosterlausnitz. Weitere genannte Ziele sind das Keramikmuseum in Bürgel, die Wassermühle von Hainbücht bei Stadtroda, das Heinrich-Schütz-Haus in Bad Köstritz und die Köstritzer Schwarzbierbrauerei. Die Ziele verbinden Orts- und Kirchengeschichte mit Museen sowie einer Mühle und einer Brauerei.
In Tautenhain findet jährlich das Maibaumsetzen statt, zu dem auch ein Kinder-Maibaumsetzen gehört. Ebenfalls jährlich, im September, wird das Kanonenfest im Hotel und Restaurant „Zur Kanone“ veranstaltet. Wenn Sie Ihre Reise mit einem Fest verbinden möchten, prüfen Sie vorab den jeweiligen Veranstaltungstermin.
Anreise und Orientierung
Für die Anreise mit dem Auto sind die A4 mit der Ausfahrt Hermsdorf Ost und die A9 mit der Ausfahrt Bad Klosterlausnitz als Zufahrten nach Tautenhain genannt. Der Ort liegt außerdem an der Landstraße LIO75 zwischen Bad Klosterlausnitz und Bad Köstritz.
Weitere Reiseziele entdecken: Mörsdorf, Zöllnitz, Großbockedra, Tröbnitz, Reichenbach, Rothenstein, Bürgel, Heideland.
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