In Lehesten begegnet Ihnen Schiefer in verschiedenen Zusammenhängen: als Baumaterial in der Kirche St. Aegidien, als Thema des historischen Bergbaus und in der Landschaft am Staatsbruch. Der 60 Hektar große Schieferpark und Wanderungen im Thüringer Schiefergebirge ergänzen die kulturellen Stationen. So können Sie Ihren Aufenthalt nach Interesse ausrichten – mit mehr Zeit für Industriegeschichte, Architektur oder Aktivitäten im Freien. Lehesten liegt im Geopark „Schieferland“.
Schiefer in der Kirche St. Aegidien
In der Lehestener Kirche St. Aegidien bestehen Altar, Kruzifix und der Altar der Taufkapelle aus Schiefer. Dort befindet sich auch eine vermutlich größte jemals in einem Stück gehauene Schiefertafel. Sie wurde 1872 im Schieferbruch „Kießlich“ gewonnen und misst 308 Zentimeter in der Höhe und 253 Zentimeter in der Breite. Der Kirchenraum zeigt damit eine andere Seite des Materials als die Bergbaustätte: Schiefer ist hier nicht nur Gegenstand der Ortsgeschichte, sondern auch Teil der Ausstattung.
Industriegeschichte am Originalstandort
Das Technische Denkmal „Historischer Schieferbergbau Lehesten“ bewahrt historische Gebäude aus dem 19. Jahrhundert an einem Originalstandort der Schiefergewinnung. Zum Ensemble gehören die in Europa einmalige Göpelschachtanlage und die markante Doppelspalthütte. Die Anlage vermittelt den Werdegang des Schiefers und die Tradition des thüringisch-fränkischen Schieferbergbaus. Fachkundige Führungen widmen sich außerdem den Traditionen und Verarbeitungstechniken des Bergbaus.
Auf Anfrage dürfen Besucherinnen und Besucher unter Anleitung selbst ein Schiefersouvenir an der Schieferschere zuschneiden. Das geschieht auf eigene Verantwortung; Arbeitshandschuhe und Schürze werden bereitgestellt. Da das Zuschneiden an eine Anfrage gebunden ist, stimmen Sie diesen Programmpunkt am besten vor der Reise ab. So lässt sich das praktische Angebot gezielt in den Besuch des technischen Denkmals einordnen, statt es als jederzeit verfügbaren Programmpunkt vorauszusetzen.
Schieferpark, See und Wege
Der 60 Hektar große Schieferpark Lehesten kann ganzjährig zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auf Skiern erkundet werden. Am Staatsbruch liegt heute der Schiefersee dort, wo früher Schiefer im Tagebau abgebaut wurde. Damit stehen im Landschaftsbild der frühere Abbau und der heutige See an demselben Ort nebeneinander. Wer den Aufenthalt nicht allein den historischen Gebäuden widmen möchte, findet im Park und bei Wanderungen einen anderen Schwerpunkt.
Lehesten ist ein Ausgangspunkt für Wanderungen im Thüringer Schiefergebirge, darunter auf dem Schieferpfad. Im Lehestener Gebiet verläuft außerdem der Rennsteig, ein 168 Kilometer langer Höhenwanderweg; in Brennersgrün führt er mitten durch den Ort. Für die Planung ist diese Unterscheidung hilfreich: Der Schieferpfad gehört zu den von Lehesten ausgehenden Wanderungen, während der Rennsteig das weitere Gemeindegebiet berührt und in Brennersgrün konkret durch den Ort verläuft.
Weitere Stationen in der Gemeinde
Im Ortsteil Schmiedebach zeigt das Schieferdorfmuseum rund 2.000 Ausstellungsstücke zur Geschichte des Ortes und der Region. Individuelle Führungen durch die Ortsgeschichte sind nach Absprache möglich; am Museum stehen Parkplätze zur Verfügung. Das Museum ergänzt die Bergbaugeschichte Lehestens um eine Perspektive auf die Geschichte des Ortes und der umliegenden Region. Planen Sie einen Besuch mit Führung, vereinbaren Sie diese zuvor.
In Lehesten befindet sich auch Deutschlands älteste Dachdeckerschule. Sie wurde 1992 wiedereröffnet, modernisiert und erweitert und dient heute wieder als Ausbildungsstätte für das thüringische Dachdeckerhandwerk. Ihre heutige Funktion ist die Ausbildung; wenn Sie die Schule selbst besichtigen möchten, klären Sie den Besuchszugang vorab. Zusammen mit der Schieferausstattung der Kirche und dem technischen Denkmal zeigt die Schule, wie eng das Dachdeckerhandwerk und der Umgang mit Schiefer mit Lehestens Geschichte verbunden sind.
Weitere Reiseziele entdecken: Gräfenthal, Katzhütte, Unterwellenborn, Mittleres Schwarzatal, Meura, Piesau, Leutenberg, Saalfelder Höhe.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Saalfeld-Rudolstadt.