Kühndorf lässt sich vor allem über seine Baugeschichte erschließen: Die Johanniterburg bewahrt eine weitgehend erhaltene Oberburg, während Schlossscheune, Kirchen und Backhaus weitere Kapitel der Ortsgeschichte zeigen. Für Abwechslung sorgen der nahe Dolmar, ein möglicher Rad-Rückweg über Kühndorf und vereinbarte Ultraleicht-Rundflüge am Flugplatz Dolmar.
Johanniterburg: Baugeschichte und Ausblicke
Die Johanniterburg in Kühndorf wurde zwischen 1291 und 1315 von Rittern des Johanniterordens erbaut. Weitgehend erhalten ist die Oberburg: Sie besteht aus zwei rechtwinklig aneinander gesetzten Kemenaten, einem inzwischen stark gekürzten Bergfried und einem Küchenbau. Von den Obergeschossen bieten sich Ausblicke in die Rhön und den Thüringer Wald. So treffen an der Burg mittelalterliche Baugeschichte und der Blick auf zwei benannte Landschaftsräume zusammen.
Schlossscheune, Heimatstube und Backhaus
Die historische Schlossscheune wurde 1538 von den Grafen von Henneberg-Römhild fertiggestellt. Alljährlich am Tag des offenen Denkmals findet in und um das Gebäude ein traditioneller Flohmarkt statt. Wenn Sie den Flohmarkt in die Reiseplanung aufnehmen, prüfen Sie für die jeweilige Ausgabe den örtlichen Kalender. Die Kühndorfer Heimatstuben befinden sich neben der Schlossscheune. Die Heimatstube vermittelt Besuchern einen lebendigen Eindruck vom arbeitsreichen und mühevollen Leben früherer Generationen; erkundigen Sie sich vor einem Besuch nach den Möglichkeiten. Zum baulichen Bild des Ortes gehören außerdem Fachwerkhäuser im fränkischen Baustil. Ein gut erhaltenes Backhaus betreiben Einheimische eigens für Backhausfeste.
Kirchen und Friedhofsmuseum
Die St. Dionysius Kirche und die Friedhofskirche in Kühndorf gelten als sehenswert. Die Kirche zu Kühndorf wurde etwa um 1520 neu errichtet; ihr achteckiger Taufstein stammt aus dem Jahr 1576. Der Friedhof mit der Friedhofskirche aus dem Jahr 1617 und dem darin eingerichteten Friedhofsmuseum gilt ebenfalls als sehenswert. Zu den Ausstellungsstücken gehören eine Totenbahre, zahlreiche gusseiserne Kreuze, besondere Grabsteine und weitere historisch bedeutsame Stücke. So stehen neben der Kirchenbaugeschichte auch Objekte der örtlichen Bestattungs- und Erinnerungskultur im Blick.
Natur, Radtour und Rundflug
Im näheren Umfeld von Kühndorf liegt der 739,5 Meter hohe Dolmar, der als Naturdenkmal gilt. Auf seinem Bergrücken sind Spuren einer etwa acht Hektar großen Ringwallanlage sichtbar, die vermutlich aus der Keltenzeit stammt. Naturdenkmal und archäologische Spuren geben dem Dolmar zwei unterschiedliche Blickwinkel: Landschaft und frühe Befestigungsgeschichte. Eine Fahrradtour durch benachbarte Gemeinden und zum Dolmar kann auf der Rückfahrt über Kühndorf an der Johanniterburg und über Schwarza führen. Am Flugplatz Dolmar in Kühndorf starten und landen Ultraleicht-Rundflüge; Termine werden vereinbart.
Schmalkalden-Meiningen als weiterer Rahmen
Im übergeordneten Reiseziel Schmalkalden-Meiningen kommen weitere, anders gelagerte Kulturthemen hinzu. In Schmalkalden können Besucher in der Viba Nougat-Welt die Herstellung von Nougat in einer gläsernen Manufaktur erleben. Praktische Confiserie-Kurse umfassen das Gießen von Schokolade, das Verzieren von Nougat und das Kreieren von Pralinen; prüfen Sie vorab Termine und Buchungsbedingungen. Ebenfalls in Schmalkalden befindet sich das Hochofenmuseum „Neue Hütte“: In der Hochofenanlage von 1835 wurden einheimische Eisenerze bis 1924 auf Holzkohlebasis zu Roheisen verhüttet. Ausstellungen behandeln die fast 1300-jährige Entwicklung der regionalen Eisen- und Stahlwarenproduktion, einschließlich der „Schmalkalder Artikel“. Eine 45-minütige Führung erläutert Geschichte und Funktion des Hochofenbetriebs.
Weitere Reiseziele entdecken: Rhönblick, Kleinschmalkalden, Altersbach, Christes, Springstille, Zella-Mehlis, Erbenhausen, Breitungen/Werra
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Schmalkalden-Meiningen.