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Das denkmalgeschützte Erfurter Tor, die gut erhaltene Stadtmauer und ein Museum zur industriellen Entwicklung erzählen von verschiedenen Kapiteln der Sömmerdaer Stadtgeschichte. Im weiteren Reiseziel kommen archäologische Spuren, Mühlentradition und Wege durch die Finne hinzu. Wer sich für unterschiedliche Seiten der Region interessiert, findet hier mehr als einen möglichen Schwerpunkt für die Reise.

Stadtgeschichte zwischen Befestigung und Garten

Nach chronikalischer Überlieferung wurde das Erfurter Tor 1395 als Stadteingang zur bestehenden Ortsbefestigung errichtet. Es war eines der ersten von fünf Stadttoren der ab 1589 ausgebauten Stadtmauer. Diese ist dank kontinuierlicher Restaurierungen und Sanierungen gut erhalten. Tor und Mauer geben so einen konkreten Einblick in die historische Befestigung der Stadt.

Eine andere Perspektive bietet der Stadtpark: Er wurde als öffentlicher Stadtgarten angelegt und zu Pfingsten 1903 eröffnet. Hinter dem Dreyse-Haus befindet sich zudem ein Garten im Biedermeierstil mit rund 140 historischen und englischen Rosen. Die beiden Gartenanlagen setzen jeweils eigene Akzente in der Sömmerdaer Stadtgeschichte.

Industrie und lokales Leben

Das Historisch-Technische Museum in Sömmerda präsentiert die 200-jährige industrielle Entwicklung der Stadt. Sie reicht von der Gründung der Dreyseschen Gewehrfabrik über die Produktionsstandorte von Rheinmetall bis zum Büromaschinenwerk in der ehemaligen DDR. Damit führt das Museum durch mehrere Phasen der Stadtgeschichte, statt sich auf einen einzelnen Industriezweig zu beschränken.

Zum lokalen Alltag gehören auch die Wochenmärkte in Sömmerda. Dort bieten Direktvermarkter regionale Lebensmittel an, darunter Obst und Gemüse, Wurstwaren, Fisch, Backwaren und Käse; die Produkte haben häufig Bioqualität. Wenn Sie einen Marktbesuch einplanen, prüfen Sie die Termine vor Ihrer Reise, da sich Marktzeiten ändern können.

Im Ortsteil Rohrborn steht eine Waidmühle, die in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt wurde. Beim jährlichen Mühlentag am Pfingstmontag und beim Waidmühlenfest im August wird dort wie früher Waid gemahlen und über die alte Tradition informiert. In Kölleda befinden sich ein Heimatmuseum und ein Funkwerkmuseum – zwei weitere Museumsorte im Landkreis mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten.

Archäologische Spuren und Wege

Die Steinrinne Bilzingsleben ist ein ehemaliger Travertinsteinbruch im Landkreis Sömmerda. Dort befand sich vor etwa 370.000 Jahren ein Lagerplatz des Homo erectus bilzingslebenensis. Der Zeitreiseweg setzt einen anderen Zugang zur regionalen Geschichte: Er verbindet die Rastanlage „Leubinger Fürstenhügel“ an der A 71 mit dem Fürstenhügel Leubingen. Seine Ausstellung und Stationen vermitteln historische, archäologische und geografische Zusammenhänge.

In Rastenberg beginnen eigene Rundwege, ein geologischer Lehrpfad und Radrouten am Rathaus oder am Waldschwimmbad; sie liegen im Landschaftsschutzgebiet der Finne. Auch der 91,7 Kilometer lange Finnewanderweg eröffnet dort eine Wandermöglichkeit: Ein Teilstück kann im Gebiet von Rastenberg als Rundwanderweg begangen werden. Für Radfahrende verläuft der Finnebahn-Radweg auf der ehemaligen Trasse der Finnebahn zwischen Kölleda und Rastenberg entlang von Bachauen am Nordrand des Thüringer Beckens.

Eine weitere Verbindung schafft der Laura-Radweg: Er verbindet den Ilmtal-Radweg in Weimar mit dem Unstrut-Radweg bei Schallenburg in Sömmerda. Der 66 Hektar große Alperstedter See ist an das Fern- und Regionalradwegenetz Mittelthüringens angebunden; von dort sind Ausflüge etwa nach Erfurt, Sömmerda oder Weimar möglich. Der See bietet außerdem Möglichkeiten zum Campen, Baden, Segeln, Surfen, Paddeln, Entspannen und Speisen.

Wasserziele und Anreise

Auch die Bäder in Rastenberg und Kölleda haben jeweils eine eigene Geschichte. Das Waldschwimmbad Rastenberg besteht seit 1925 und umfasst fast 5.000 Quadratmeter Wasserfläche, historische Umkleidekabinen und eine Wandelhalle. Das Streitseebad Kölleda wurde am 14. Mai 2022 feierlich wiedereröffnet und als Ort der Erholung und sportlichen Betätigung hergerichtet. Diese historischen Angaben beschreiben die Anlagen, nicht ihre aktuellen Öffnungszeiten.

Auf der Straße ist Sömmerda über die B 85 zwischen Weimar und Bad Frankenhausen, die B 176 zwischen Bad Langensalza und Naumburg sowie die A 71 zwischen Erfurt und Sangerhausen mit dem regionalen und überregionalen Verkehrsnetz verbunden. Die Anschlussstellen der A 71 heißen „Sömmerda-Süd“ und „Sömmerda-Ost“. Regionalbahnverbindungen bestehen zwischen Erfurt und Sangerhausen sowie zwischen Straußfurt und Großheringen; außerdem gibt es zahlreiche Busverbindungen in die Nachbarorte. Für die konkrete Fahrt prüfen Sie die aktuellen Fahrpläne.

Weitere Reiseziele entdecken: Gebesee, Kannawurf, Kölleda, Sömmerda, Bilzingsleben, Beichlingen, Guthmannshausen, Markvippach, Rastenberg, Elxleben an der Gera, Großrudestedt, Buttstädt, Straußfurt, Kindelbrück, Weißensee, Henschleben.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Thüringen.

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