Sallmannshausen liegt direkt am Fuße des „Böllers“ am rechten Werraufer. Hier beginnt auch der Sallmannshäuser Rennsteig; zur Ortsgeschichte gehören die Werramühle und eine erhaltene alte Wehranlage. Für die Reiseplanung ergeben sich damit drei klare Themen: Flusslage, Wandern und frühere Nutzung der Wasserkraft.
Wandern und Ausflugsziele
Der Sallmannshäuser Rennsteig beginnt in Sallmannshausen. Er ist mit einem „S“ markiert, gut ausgeschildert und in Abständen mit Rastplätzen versehen. Beim Blick auf die Route stehen damit ihr Start im Ort und ihre Wegmerkmale im Vordergrund. Als lohnenswerte Ausflugsziele gelten außerdem das Wehr und der Schwettrich. So können Sie bei der Planung zwischen einer Wanderroute und zwei weiteren Zielen wählen, die unterschiedliche Ortsbezüge bieten.
Werramühle und Wasserkraft
Um 1890 erwarb die Familie Voigt die Werramühle und ließ das Steinwehr errichten. Das Wasserrad der Mühle wurde 1913 durch eine Turbine ersetzt, die bis Mitte der 1940er-Jahre Strom erzeugte. Eine alte Wehranlage ist ebenfalls in Sallmannshausen erhalten; sie wurde ursprünglich zur Nutzung der Wasserkraft errichtet. Die Mühlengeschichte und das erhaltene Bauwerk geben unterschiedliche Einblicke in die frühere Nutzung des Wassers.
Gerstungen: Museum und Radweg
In Gerstungen befindet sich das Werratalmuseum in den Räumen des alten Amtsschlosses. Seine Dauerausstellung zeigt auf zwei Etagen regionale Geschichtsthemen und das Alltagsleben früherer Bewohner. Kieselhölzer und Versteinerungen aus der Flussaue gehören ebenso zu den Exponaten wie Fotos und Schautafeln zur Entstehung der Werralandschaft. Damit verbindet das Museum Themen der Landschaftsgeschichte mit Einblicken in frühere Lebenswelten.
Zu sehen sind außerdem zahlreiche jungsteinzeitliche Werkzeuge und Funde eisenzeitlicher Siedlungsplätze, darunter Keramik, Urnen und Schmuck. Handwerk und Alltag veranschaulichen Zunfttruhen, Zunft- und Handwerksbücher aus dem 17. Jahrhundert sowie handwerkliche Erzeugnisse und Werkzeuge. Nachgestellte Wirtschaftsräume, eine Scheune, Küche und Stube ergänzen diese Sammlung. Eine umfangreiche Sammlung Werrakeramik umfasst farbenfrohe bäuerliche Töpferware, die in der Region hergestellt wurde. Der Unterschied liegt auch in der Art der Zeugnisse: Siedlungsfunde sind archäologische Objekte; Scheune, Küche und Stube erscheinen im Museum als nachgestellte Räume und vermitteln einen räumlichen Zugang zum Alltag früherer Bewohner.
Für eine Radreise in Gerstungen ist auch der familienfreundliche Werra-Suhltal-Radweg eine Option. Er führt über etwa 33 Kilometer von Bad Salzungen bis nach Gerstungen an der thüringisch-hessischen Landesgrenze. Im Vergleich zum Wanderweg, der in Sallmannshausen beginnt, sind hier die ungefähre Streckenlänge und beide Endpunkte benannt – eine andere Planungsgrundlage für die Wahl zwischen Radfahren und Wandern.
Der Bahnhof Gerstungen ist eine Anreisemöglichkeit für das Mittlere Werratal. Wenn Sie ihn für Ihre Reise einplanen, prüfen Sie vorab den aktuellen Fahrplan.
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