Im Oktober 2024 wurde der dritte Bauabschnitt des Radfernwegs Thüringer Städtekette zwischen Kleinschwabhausen und der L1060 in Richtung Großschwabhausen/Jena fertiggestellt. Im Ort selbst steht eine ursprünglich romanische Kirche, deren Bau- und Ausstattungsgeschichte mehrere konkrete Jahreszahlen umfasst. Ein farbig gestalteter Pultaufsteller mit Hinweisen zu einem Feininger-Gemälde ergänzt den kulturellen Bezug. Damit bieten sich für die Orientierung unterschiedliche Themen: eine eigenständige Radwegführung, die Bauformen der Kirche und der Vergleich ihrer historischen Ausstattungsstücke.
Radfernweg Thüringer Städtekette
Der Radverkehr wurde im genannten Abschnitt abseits der Kreisstraße auf eine eigenständige Radwegführung verlegt. Für die Tourenplanung lässt sich der Abschnitt anhand der Endpunkte einordnen: Er liegt zwischen Kleinschwabhausen und der L1060 in Richtung Großschwabhausen/Jena. So ist die Linienführung als konkreter Baustein der Thüringer Städtekette benannt, während die Radverkehrsführung die praktische Besonderheit dieses Bauabschnitts beschreibt. Wer die Route in eine eigene Fahrt einbezieht, kann vor der Abfahrt die aktuellen Streckenbedingungen prüfen.
Kirchenbau und seine Formen
Die ursprünglich romanische Kirche erhebt sich über dem Ortszentrum. Östlich des Langhauses, dem längsgerichteten Hauptteil der Kirche, steht ein quadratischer Chorturm. Um 1587 wurde anstelle einer Apsis eine eingeschossige Sakristei mit 3/8-Schluss errichtet. Eine Apsis ist der meist halbrunde Abschluss des Kirchenraums; der 3/8-Schluss bezeichnet dagegen einen polygonalen Abschluss aus drei Seiten eines gedachten Achtecks. Die beiden Begriffe benennen also den ersetzten Abschluss und die Form des um 1587 entstandenen Bauteils. Das kleine rundbogige Fenster an der Südseite erinnert an die Kirche des 12. Jahrhunderts. In der Zusammenschau liegen hier unterschiedliche Blickmaßstäbe: Langhaus, Turm und Sakristei prägen die Baukörper, während das Fenster einen einzelnen Formhinweis liefert.
Kanzelaltar, Taufstein und Glocke
Im Inneren sind Kanzelaltar, Taufstein und Glocke mit eigenen Daten verbunden. Der Kanzelaltar stammt von 1675 und wurde 1810 neu gefasst. Ein Kanzelaltar vereint Kanzel und Altar in einem Ausstattungselement; hier hat die Kanzel fünf Seiten. Rundbogig gestaltete Felder und toskanische Säulchen an den Ecken gliedern sie. Der Taufstein mit Halbkugelbecken stammt von 1587, demselben Jahr wie der Sakristeibau. Im Kirchturm hängt eine historische Glocke, die Heinrich Rausch 1675 in Erfurt goss. Die Jahreszahlen erlauben einen knappen Vergleich: Sakristei und Taufstein teilen die Datierung 1587, während Kanzelaltar und Glocke mit 1675 verbunden sind. Beim Altar kommt mit der Neufassung von 1810 eine weitere Station hinzu.
Ein Feininger-Bezug im Ort
In Kleinschwabhausen gibt es einen farbig gestalteten Pultaufsteller mit Hinweisen und Erläuterungen zu einem Feininger-Gemälde. Die Aufsteller stehen jeweils unweit des dargestellten Motivs. Der Kunstbezug ergänzt die Kirchenbeschreibung um eine andere Frage: Während sich bei der Kirche Bauform, Ausstattung und Datierung unterscheiden lassen, richtet sich der Pultaufsteller auf ein Gemälde und dessen Motiv.
Weitere Reiseziele entdecken: Auerstedt, Blankenhain, Schwerstedt, Lehnstedt, Nohra, Niedertrebra, Apolda, Gaberndorf
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Weimarer Land.