Der Feininger-Turm steht am südöstlichen Ortsrand von Mellingen und basiert auf Lyonel Feiningers 1920 gemaltem Bild „Die Kirche von Mellingen“. Der Bezug zwischen Gemälde und Kunstinstallation gibt dem Ort einen besonderen kunstgeschichtlichen Anknüpfungspunkt. Daneben erzählen die Pfarrkirche und historische Bodendenkmäler von anderen Zeitschichten. Für die Reiseplanung lohnt sich außerdem der Blick auf Mellingens Lage im mittleren Ilmtal und die verschiedenen Anreisewege.
Anreise und Übernachtungsort
Mellingen liegt direkt an der Anschlussstelle 50 Apolda der Bundesautobahn 4. Auch mit der Bahn ist der Ort angebunden: Mellingen besitzt einen eigenen Haltepunkt an der Strecke Weimar–Gera. Von dort beträgt die Fahrzeit nach Weimar fünf Minuten, nach Jena zwölf, nach Erfurt 29 und nach Gera 54 Minuten. Mit den Buslinien 229, 253 und 255 der PVG Weimarer Land ist Mellingen ebenfalls erreichbar. Prüfen Sie vor der Fahrt, ob die Bahnfahrpläne und Busverbindungen samt Fahrplänen aktuell sind.
Für die Orientierung auf der Straße führt die angrenzende Bundesstraße 87 von Mellingen direkt nach Apolda und in der entgegengesetzten Richtung nach Bad Berka und Blankenhain. Die Landesstraße 2161 verbindet das Weimarer Land mit der kreisfreien Stadt Weimar; von Mellingen aus ist Weimar über diese Verbindung leicht erreichbar. Wer Mellingen als Übernachtungsort erwägt, kann die Bahn-, Bus- und Straßenverbindungen mit dem eigenen Reiseplan abgleichen.
Feininger-Turm und Ortsgeschichte
Der Feininger-Turm, auch „Doppeltes Motiv“ genannt, wurde 1999 vom Schweizer Künstler und Architekten Marcel Kalberer errichtet. Die Kunstinstallation ist Lyonel Feininger gewidmet und seiner Malweise nachempfunden. Ihr Bezugspunkt ist Feiningers 1920 gemaltes Bild „Die Kirche von Mellingen“. Wer Kunst und Radfahren verbinden möchte, kann den Feininger-Radweg in den Blick nehmen: Er führt am Turm vorbei.
Eine weitere historische Baugeschichte erzählt die Mellinger Pfarrkirche. Ihre heutige Form entstand 1669 aus einer mittelalterlichen Chorturmkirche; das Langhaus wurde von 1724 bis 1730 erneuert. Die genannten Bauphasen geben der Kirche eine eigene zeitliche Einordnung innerhalb der Ortsgeschichte.
Ilmtal, Bodendenkmäler und lokale Traditionen
Die Ilm und ihre Auen prägen Mellingen und dienen heute überwiegend als Erholungs- und Freizeitregion. Zur Ortsgeschichte gehören auch Plätze mit archäologischem Bezug: Die mittelalterliche Burg Mellingen der 1137 erwähnten Herren von Mellingen liegt an der B87 und ist als geschütztes Bodendenkmal ausgewiesen. Südöstlich von Mellingen liegt die Heinrichsburg; dort ist Siedlungstätigkeit aus der mittleren und jüngeren Steinzeit nachgewiesen. Damit stehen mittelalterliche Ortsgeschichte und sehr frühe Besiedlungsgeschichte als unterschiedliche historische Themen nebeneinander.
In der Malzdarre befinden sich das Bürgermeisteramt und die Heimatstube. Der Ort spielt auch bei den Mellinger Festtraditionen eine Rolle: Die Kirmes wird als fünftägiges Fest gefeiert; eine Woche später findet am Pfingstsonntag an der Malzdarre ein Frühschoppen mit zünftiger Musik und deftigem Essen nach Thüringer Reinheitsgeboten statt. Zur Mellinger Kirmes im Frühjahr gehört außerdem der sogenannte Kritzekrebs-Markt. Die genauen Programmangaben können variieren; prüfen Sie deshalb vor einem Besuch die Termine.
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