Casseuil zeigt seine Geschichte in klar unterscheidbaren Spuren: Die Maison dite Casteras verbindet einen Bau aus dem 16. Jahrhundert mit einer Begegnung von 1578; an der Kirche stehen ein römischer Fries und ein Gewölbe aus dem 15. Jahrhundert. Hinzu kommen die Bildwelt der Chapelle Notre-Dame du Paradis, eine Kanufahrt bis zum Wehr und der Weinbau von Château Paradis Casseuil. So lassen sich Baugeschichte, Fluss und Landschaft als unterschiedliche Themen des Ortes entdecken.
Historische Bauwerke und ihre Zeitspuren
Die Maison dite Casteras wurde etwa in der Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut. Am 2. Oktober 1578 fand dort ein Treffen zwischen Henri de Navarre und Catherine de Médicis statt. Die Begegnung liegt damit nach der ungefähr eingegrenzten Bauzeit und gibt dem Haus einen genau datierten historischen Bezug. Der Turm mit seiner Treppe wurde durch Erlass vom 30. Mai 1990 als Monument historique eingetragen.
Die ursprüngliche Funktion des Domaine de Montalban war die einer befestigten, strategisch zur Überwachung der Furt von Pas-de-Saint-Georges gelegenen Anlage. Zum am 28. Dezember 2010 eingetragenen Domaine gehören chinesische Tapeten, Nebengebäude mit einer Kapelle, ein ummauerter Wirtschaftshof und ein runder Eckturm. Zu Beginn und am Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Anlage erweitert; an der Südseite kam eine Terrasse hinzu.
Die beiden Bauwerke lassen sich nach unterschiedlichen historischen Fragen betrachten: Bei der Maison dite Casteras stehen die ungefähre Bauzeit und die Begegnung im Vordergrund. Beim Domaine de Montalban führen die ursprüngliche Wehrfunktion und die späteren Erweiterungen durch mehrere Abschnitte seiner Baugeschichte.
Kapelle und Kirche: Architektur und Bildmotive
Die Chapelle Notre-Dame du Paradis befindet sich am Ort Le Paradis. Sie wurde im 18. Jahrhundert wiederaufgebaut und im 19. Jahrhundert nach Entwürfen von Violet le Duc durch den Marquis de Las Cases gestaltet. Ihr himmelblaues Gewölbe ist mit goldenen Lilien verziert. Die Kapelle beherbergt eine von Engeln getragene, von der Sonne gekrönte Jungfrau; unter ihren Füßen liegt der Mond, und sie zertritt den Kopf der Schlange. Gewölbe und Figur bieten dabei zwei klar unterscheidbare Motive der Kapellenausstattung.
Auch die Kirche von Casseuil vereint unterschiedliche Zeitschichten. In ihrer Sakristei befindet sich ein weißmarmorner römischer Fries aus der gallorömischen Villa Cassinogilum. Das Kreuzrippengewölbe der nördlichen Kapelle stammt dagegen aus dem 15. Jahrhundert. Während die Kapelle Notre-Dame du Paradis mit Bildmotiven und Umbauphasen verbunden ist, stehen bei der Kirche die römische Herkunft des Frieses und die Datierung des Gewölbes im Mittelpunkt.
Flusslandschaft und Weinbau
Im Rahmen der Operation Cap33 bietet das Département Gironde eine Kanufahrt von der Mündung des Dropt in die Garonne bis zum Wehr von Casseuil an. Die Strecke hat damit einen klar benannten Anfangs- und Endpunkt und bildet einen eigenständigen Flussbaustein neben den historischen Bauwerken. Prüfen Sie vor einer konkreten Planung die aktuellen Angaben zu Cap33.
Am Wehr ermöglicht eine Fischaufstiegsanlage Fischarten die Überquerung des Wehrs. Das Wehr ist somit zugleich Ziel der Kanufahrt und Ort einer Passage für Fische. Für die Flusslandschaft ergeben sich daraus zwei verschiedene Perspektiven: die angegebene Kanustrecke und die ökologische Funktion der Anlage.
Der Weinberg von Château Paradis Casseuil liegt auf Hügeln über der Garonne und ist von Wald umgeben. Château Paradis Casseuil erzeugt mit dem Weinbauwissen der Familie einen Bordeauxwein. So gehören die landschaftliche Lage des Weinbergs und die Herstellung des Weins zusammen, während die Bauwerke Casseuils vor allem über ihre Entstehungszeiten, früheren Funktionen und Ausstattungsdetails einzuordnen sind.
Weitere Reiseziele entdecken: Saint-Pey-D'armens, Mourens, Bouliac, Gujan-Mestras, Salles, Pessac, Saint-Julien-Beychevelle, Cestas
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Gironde.