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Cadouarn lässt sich über seine Fischerhäuser, die Geschichte eines früheren Bootshafens und den Weg zur Île de Boëde kennenlernen. Die Insel ist von Cadouarn auf der Halbinsel Langle zu Fuß erreichbar. Dieser Zugang ist gezeitenabhängig und schwierig; für den Durchgang ist gute Kenntnis der Strecke erforderlich.

Gezeiten und Wege zur Île de Boëde

Der Gué du Gornevez beginnt südlich von Cadouarn und führt in Richtung der Ostseite der Île de Boëde. Sein gewundener Weg ist 442 Meter lang und höchstens einen Meter breit. Er verläuft durch Bereiche mit weichem Schlick. Für den im Jahr 1905 beschriebenen Zustand galt, dass der Gué nur zwischen Niedrigwasser und halber Flut beziehungsweise halber Ebbe passierbar war. Diese zeitliche Angabe bezieht sich auf den damaligen Zustand; für den heutigen Zugang bleibt die Gezeitenabhängigkeit entscheidend. Prüfen Sie die örtlichen Bedingungen, bevor Sie den Durchgang versuchen.

Für Spaziergänger, Wanderer und Mountainbiker bieten die Küsten- und Landwege in Séné eine weitere Möglichkeit, das Fischerdorf Cadouarn und seine typischen Fischerhäuser zu entdecken. Der schwierige, gezeitenabhängige Zugang zur Île de Boëde setzt dagegen besondere Kenntnis des Durchgangs voraus.

Fischerhäuser und Spuren der Ortsgeschichte

Cadouarn besteht überwiegend aus verputzten Fischerhäusern. Häufig sind sie aneinandergebaut und meist ohne Obergeschoss. In Cadouarn und Le Ranquin tragen 28 erfasste Häuser die Jahreszahlen 1873, 1893 oder 1908. Le Ranquin wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Cadouarn eingegliedert. Das Manoir le Ranquin gehört zu den ältesten Bauwerken der Halbinsel Séné; sein Treppenturm trägt die Jahreszahl 1613.

Auch einzelne Bauwerke verweisen auf unterschiedliche Abschnitte der Ortsgeschichte. In Cadouarn steht ein Kreuz aus dem 19. Jahrhundert an der Stelle einer Windmühle, die auf einem Katasterplan des 19. Jahrhunderts verzeichnet war. Ty Mad in der 32 rue de Cadouarn ist ein charakteristisches Fischerhaus mit zwei Öffnungen im Erdgeschoss und einer hängenden Dachgaube; das Haus befindet sich in Privatbesitz.

Das Haus in der 39 rue du Moulin, ebenfalls in Privatbesitz, diente früher teilweise als Café und als Ort der sozialen Begegnung im Fischerdorf. Das Haus in der 2 rue des Algues ist privat und veranschaulicht den Wandel Cadouarns von einer landwirtschaftlichen Siedlung zu einem maritimen Dorf im 19. Jahrhundert. So geben die Häuser jeweils andere Einblicke: ihre Bauform, eine frühere Nutzung oder den Wandel des Ortes.

Rue de Cadouarn und maritime Vergangenheit

Die Rue de Cadouarn führt hinunter zu einer ehemaligen Strandbucht, die früher als Hafen für das Auflaufen von Booten diente. Auf beiden Seiten der Straße reihen sich regelmäßig Häuser für Fischerfamilien aneinander. Die Straße verbindet damit eine konkrete bauliche Struktur mit der früheren Nutzung der Bucht.

Zur maritimen Geschichte gehört auch die Werft von Jean Martin in Cadouarn. Von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis 1919 baute sie jährlich sieben bis acht Sinagots. Zusammen mit der früheren Hafenbucht und den Häuserreihen für Fischerfamilien ergibt sich ein Bild verschiedener Aspekte des einstigen Fischerdorfs, ohne dass sie zu einer einzigen Sehenswürdigkeit zusammenfallen.

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