Marckolsheim lässt sich über Spuren aus unterschiedlichen Zeiten entdecken: vom Stadtgraben der mittelalterlichen Befestigungsanlagen bis zu Bauten und Erinnerungsorten des 20. Jahrhunderts. Ein Entdeckungsrundgang, die Kasematte 35/3 und die Cité Paysanne geben der Ortsgeschichte jeweils einen eigenen Schwerpunkt. Für einen anderen Blick auf die Umgebung führt eine Radroute von Marckolsheim nach Kunheim.
Stadtgraben und Häuser im Rundgang
Der Stadtgraben ist ein erhaltener Rest der ab 1330 errichteten Befestigungsanlagen von Marckolsheim. Auf der Brücke, die ihn überspannt, sind Reste des nördlichen Stadttores sichtbar. Der Entdeckungsrundgang „Sur les pas du loup“ führt am Stadtgraben vorbei und zugleich an traditionellen Häusern, nach dem Krieg errichteten Häusern, Gebäuden des 19. Jahrhunderts und dem Viertel Cité Paysanne. So begegnen auf einer Route unterschiedliche bauliche Spuren des Ortes. Für den Rundgang ist eine Dauer von etwa 1 Stunde und 30 Minuten angegeben. Da sich Routenangaben ändern können, prüfen Sie die aktuelle Beschreibung vor dem Aufbruch.
Cité Paysanne: Wiederaufbau und Ensemble
Die Cité Paysanne wurde ab 1941 von der deutschen Regierung mit drei Wohnmodellen errichtet: kleinen Arbeiterwohnhäusern, mittelgroßen Bauernhöfen für Landwirte und großen Erbhöfen. Sie ist ein bemerkenswertes Beispiel für das Wiederaufbauprogramm der sogenannten „Ordre Nouveau“-Gemeinden. Die Eintragung als „Monument historique“ erfolgte durch Erlass vom 24. Oktober 2012 und umfasst die Cité Paysanne in ihrer Gesamtheit. Dazu gehören vierzehn Musterhöfe – zehn landwirtschaftliche Höfe und vier Blockhäuser – sowie die zugehörigen städtebaulichen und landschaftlichen Anlagen. Der Schutzstatus bezieht sich damit auf das Ensemble und nicht allein auf einzelne Höfe.
Kasematte 35/3 und die Kämpfe von 1940
Die Kasematte 35/3 war der wichtigste Verteidigungsposten von Marckolsheim und trägt Spuren der deutschen Offensive vom Juni 1940. Das Musée Mémorial de la Ligne Maginot du Rhin befindet sich seit 1971 in der Kasematte. Seine Sammlung umfasst Objekte im Zusammenhang mit den Kämpfen im Juni 1940. Die Kasematte von Marckolsheim verfügt über zwei Schießkammern und sollte einen wichtigen Übergang über den Rhein schützen. Für Gruppen werden Führungen im Museum nach vorheriger Anmeldung angeboten; stimmen Sie einen solchen Besuch daher im Voraus ab.
Kirche, historische Gebäude und Mauchenheim
Die heutige St.-Georgs-Kirche wurde ab 1961 errichtet und am 7. Juni 1965 geweiht. In ihr befindet sich ein romanisches Taufbecken aus Sandstein aus dem 12. Jahrhundert. Damit stehen in der Kirche Baugeschichte des 20. Jahrhunderts und ein deutlich älteres Ausstattungsstück nebeneinander. Auch andere Gebäude tragen konkrete Jahreszahlen: Die ehemalige Synagoge in der Rue de l’Hôtel-de-Ville wurde 1961 erbaut, das ehemalige Kantonsgericht in Marckolsheim 1864.
Ein weiterer historischer Ort ist die Chapelle de Mauchenheim. Sie ist die einzige erhaltene Spur des Dorfes Mauchenheim. Über dem Eingang der Kapelle ist eine Rekonstruktion von Fresken aus dem 13. Jahrhundert zu sehen; sie stellt einen Teil der Genesis dar. Kirche, ehemalige Synagoge, ehemaliges Gericht und Kapelle bieten so unterschiedliche Anknüpfungspunkte für einen Blick auf die Baugeschichte und die historischen Zeugnisse der Stadt und ihrer Umgebung.
Radroute und Schleusen beobachten
Die Radtour „Euro Vélo 15 entre Terre et Eau“ ist 29 Kilometer lang und dauert etwa drei Stunden. Sie gilt als für alle geeignet und führt von Marckolsheim nach Kunheim. Ihr Verlauf nutzt die EuroVelo 15 und die Tulla-Route und führt durch Dörfer des Ried mit ihrem Kulturerbe. Die Tour bietet Eindrücke abwechslungsreicher Landschaften, von Kulturerbe und Natur sowie von Ruhe. Für die Streckenplanung behalten Sie die ungefähre Dauer im Blick und prüfen die aktuelle Routenbeschreibung vor dem Aufbruch.
Auch die Schleusen lassen sich aus einer besonderen Perspektive erleben: Von einer frei zugänglichen Beobachtungsbrücke aus können Sie sie besichtigen und das Schleusen der Schiffe beobachten. Für die Planung unterscheiden sich die Angebote vor allem nach Zeit und Art der Entdeckung: Der Rundgang dauert etwa eineinhalb Stunden und führt an Gebäuden und historischen Spuren vorbei; die Radtour umfasst 29 Kilometer und etwa drei Stunden. Die Beobachtungsbrücke ergänzt diese Möglichkeiten um den Blick auf den Schiffsverkehr an den Schleusen.
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