Die Zinsel du Nord durchquert das Gemeindegebiet von Mertzwiller. Dazu kommen eine vielschichtige Ortsgeschichte, die Pfarrkirche Saint-Michel, konkrete Naturthemen und Wege zu Fuß oder mit dem Rad. An diesen unterschiedlichen Schwerpunkten können Sie abwägen, ob Mertzwiller zu Ihren Reiseinteressen passt – ob Sie sich für Geschichte interessieren, gern draußen unterwegs sind oder beides verbinden möchten.
Ortsgeschichte in mehreren Zeitschichten
Archäologische Ausgrabungen zeigen, dass Mertzwiller in römischer Zeit an einer Verkehrsverbindung zwischen Mittelhausen und Gundershoffen lag. Im 19. Jahrhundert wandelte sich die landwirtschaftlich und forstwirtschaftlich geprägte Gemeinde zu einem Industriestandort. 1837 wurden Textilmanufakturen gegründet; 1844 übernahm De Dietrich die Schmieden von Mutterhausen. Diese Abfolge macht den wirtschaftlichen Wandel des Ortes an konkreten Stationen nachvollziehbar. Auch die jüngere Geschichte gehört dazu: Mertzwiller wurde im Zweiten Weltkrieg zu großen Teilen zerstört.
Saint-Michel: Baugeschichte vom 18. Jahrhundert bis nach dem Krieg
Die Pfarrkirche Saint-Michel bewahrt Teile ihres 1783 und 1784 errichteten Baukerns: Erhalten sind die vordere Außenansicht und die ersten drei Joche des Langhauses. Ab 1937 wurde die Kirche nach Plänen des aus Colmar stammenden Architekten Joseph Muller erweitert. Nach dem Konflikt von 1939 bis 1945 dauerten die Restaurierungsarbeiten bis 1947. An der Kirche lassen sich so mehrere klar unterscheidbare Bauphasen einordnen: den älteren Baukern, die Erweiterung kurz vor dem Krieg und die anschließende Restaurierung. Zusammen mit der Industriegeschichte eröffnet die Pfarrkirche einen zweiten Zugang zur Geschichte Mertzwillers.
Wege und Naturthemen
Für Bewegung im Freien sind zwei Wanderwege mit unterschiedlichen Ausgangspunkten beschrieben. Der Trimm-dich-Pfad beginnt in der Nähe der ehemaligen Mühle an der Straße nach Mietesheim. Der Wanderweg „Les cinq villages“ beginnt in der Rue du Général Leclerc 31 in Mertzwiller. Für Radtouren erschließt ein Netz von Radwegen den Ort, sodass Mertzwiller dabei als Halt dienen kann. Damit stehen neben den historischen Themen auch konkrete Möglichkeiten zu Fuß und mit dem Rad zur Auswahl.
Ein Biotopgelände ergänzt das Naturbild um einzelne Artenbezüge. Dort wurden 24 Libellenarten erfasst, darunter vier, die vom Aussterben bedroht sind. Die Zahl der erfassten Arten kann sich durch spätere Erhebungen verändern. Auf dem Gelände kommen außerdem Sumpforchideen der Gattung Epipactis vor. Das Biotopgelände ist für Naturinteressierte durch seine Libellenarten und Sumpforchideen der Gattung Epipactis interessant.
Musik und Anreise in die Planung einbeziehen
Auch Musik gehört zu den kulturellen Anknüpfungspunkten: Das Festival „Les Hivernales“ wurde 2018 auf Initiative von Jean-Claude Strebler ins Leben gerufen und bietet zu Beginn jedes Jahres kostenlose Konzerte. Wenn Sie eine Veranstaltung in Ihre Reise einbeziehen möchten, prüfen Sie vorab die Termine.
Mertzwiller wird von der SNCF-Bahnlinie Haguenau–Niederbronn bedient; anschließend führt die Linie in Richtung Straßburg weiter. Für Ihre Wahl eines Übernachtungsorts können Sie die Bahnverbindung neben den Themen des Aufenthalts abwägen: Saint-Michel und die Ortsgeschichte setzen einen anderen Schwerpunkt als Wanderwege, Radtouren und das Biotopgelände.
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