Für einen Aufenthalt in Natzwiller kommen mehrere Schwerpunkte zusammen: die Geschichte des ehemaligen Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof, der Widerstand gegen die NS-Herrschaft und Wanderwege mit landschaftlichen oder historischen Bezügen. Das ehemalige Konzentrationslager in Natzwiller ist heute das Musée des Déportés. Für Ihre Planung können Sie abwägen, ob Gedenkstätte und Ausstellungen im Mittelpunkt stehen sollen oder ob Sie zusätzlich Zeit für Wanderungen vorsehen. Die örtlichen Angebote reichen von Ausstellungen zur Lagergeschichte über europäische Widerstandsgeschichte bis zu Wegen mit Talblicken oder Bezug zu historischen Orten.
Gedenkstätte und Erinnerung
Das Musée des Déportés zeigt in Baracke Nr. 1 verschiedene Gegenstände, die im Lager gesammelt wurden, und zeichnet die Geschichte des Nationalsozialismus nach. Das frühere Konzentrationslager ist im französischen System der historischen Denkmäler geschützt. Museumsnutzung und Denkmalschutz geben zwei unterschiedliche Anhaltspunkte, um den Ort einzuordnen: als heutigen Erinnerungsort und als geschichtliches Erbe.
Einen weiteren Blickwinkel bietet das Centre européen du résistant déporté (CERD). Auf 2.000 m² Ausstellungsfläche präsentiert es die Geschichte des Widerstands in Europa gegen die faschistische und nationalsozialistische Herrschaft. Während das Musée des Déportés die Geschichte des Nationalsozialismus und im Lager gesammelte Gegenstände in den Blick nimmt, weitet das CERD den Themenrahmen auf den europäischen Widerstand aus.
Die Nécropole Nationale in Natzwiller umfasst 1.118 Gräber von Französinnen und Franzosen, die während der Deportation im KL-Natzweiler oder in anderen Lagern starben. Ihre historische Bedeutung erschließt sich über diese konkrete Verbindung: Der Gedenkort erinnert an Menschen, die nicht nur im KL-Natzweiler, sondern auch in anderen Lagern ums Leben kamen.
Ein anderer Aspekt des örtlichen Erbes ist die Chapelle de Notre-Dame de Lourdes. Sie stammt wahrscheinlich aus dem späten 19. oder dem frühen 20. Jahrhundert.
Wanderwege zwischen Landschaft und Geschichte
Der Sentier panoramique lädt dazu ein, die örtlichen Bäume und Pflanzenwelt zu entdecken, und bietet Ausblicke auf die Landschaft des Rothaine-Tals. Eine Variante des Weges ermöglicht einen Hin- und Rückweg zum ehemaligen Granitsteinbruch des Lagers Struthof. So stehen bei dieser Wegwahl Pflanzenwelt und Talblicke einerseits sowie ein Ziel mit historischem Bezug andererseits im Blick.
Auch der Chemin des Déportés bietet verschiedene Orientierungspunkte für die Planung. Der Weg führt auf etwa 4 km vom Bahnhof Rothau zum ehemaligen Lager; Vermittlungstafeln erläutern die Geschichte des Weges als Einführung in den Besuch der Gedenkstätte. Als Wanderschleife ist der Chemin des Déportés 8 km lang und weist 350 m Höhenunterschied auf. Diese Streckenangaben helfen, den geplanten Umfang der Wanderung einzuordnen. Da sich Streckenführung und Angaben durch Wartung ändern können, prüfen Sie vor der Wanderung den aktuellen Stand.
Der Wanderweg C22 verbindet die ehemalige Auberge du Struthof, die zur Gaskammer wurde, mit dem ehemaligen rosafarbenen Granitsteinbruch. Dabei führt er über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Natzweiler-Struthof. Auf dieser Route stehen damit mehrere historische Orte in Beziehung: die frühere Auberge, das Lagergelände und der Steinbruch.
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