Westhoffen verbindet eine lange Baugeschichte mit einem Landschaftspfad durch Weinberge, Obstbäume und Wald. Die Themen unterscheiden sich deutlich: Bei Kirchen, Synagoge und Befestigung stehen Epochen, Material und Bauformen im Vordergrund; der Sentier découverte et viticole führt durch verschiedene Landschaftsabschnitte.
Kirche, Synagoge und Befestigung
Die evangelische Saint-Martin-Kirche in Westhoffen wurde zwischen 1250 und 1310 erbaut und gehört zu den letzten Hallenkirchen im Elsass. Einen deutlich späteren architektonischen Bezugspunkt bildet die heutige Synagoge: Das Gebäude aus rosa Sandstein stammt aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und ist im neo-orientalistischen Stil gestaltet. So lassen sich unterschiedliche Bauformen und Epochen gegenüberstellen: eine mittelalterliche Hallenkirche und ein Synagogenbau des 19. Jahrhunderts, dessen Material und Stil ebenfalls präzise benannt sind. Wer sich für Architektur interessiert, findet hier mehr als eine einzelne Bauphase als Thema.
Die Befestigungsmauer ergänzt diese Baugeschichte um einen weiteren Abschnitt. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert, wurde im 15. Jahrhundert erhöht und besitzt sechs Türme. Die Abfolge von Errichtung und späterer Erhöhung macht zwei Bauphasen unterscheidbar. Zusammen mit der Bauzeit der Saint-Martin-Kirche ergibt sich so ein zeitlicher Vergleich innerhalb der mittelalterlichen Baugeschichte Westhoffens.
Auch der jüdische Friedhof bringt konkrete historische Details ein. Die ältesten Gräber stammen aus dem späten 19. Jahrhundert. Die Grabsteine tragen französische und hebräische Inschriften und sind in fünf Reihen angeordnet. Am Eingang befindet sich eine Wandbrunnenanlage mit der Jahreszahl 1931. Datierung, Sprache und Anordnung geben diesem Ort eigene Anknüpfungspunkte und unterscheiden ihn von den Fragen nach Bauzeit und Baustil, die bei Kirche und Befestigung im Vordergrund stehen.
Wege durch Weinberge, Obstbäume und Wald
Der Sentier découverte et viticole de Westhoffen verbindet einen Abschnitt durch den Ort mit Weinbergen, Obstbäumen und Wald. Die städtischen und bewaldeten Abschnitte sind mit sechs beziehungsweise vier Informationstafeln ausgestattet. Der Weg kann das ganze Jahr über auf eigene Faust besichtigt werden. Damit ist er ein eigener Landschaftsschwerpunkt neben den historischen Bauwerken.
Ein besonderer Teil des Weges führt durch den Verger Conservatoire de Cerises. Dort sind etwa sechzig Sorten von Obstbäumen zu entdecken. Diese ungefähre Vielfalt macht den Obstgarten zu einem konkreten Merkmal des Weges und ergänzt die Abschnitte durch Weinberge und Wald um einen weiteren Landschaftsaspekt.
Für eine andere Perspektive auf Westhoffen führt der Radweg BL921 – Le vignoble du Roi Dagobert durch den Ort. Die beiden Angebote unterscheiden sich in ihrer Form: BL921 ist eine Radroute; der Sentier lässt sich das ganze Jahr auf eigene Faust besichtigen und verbindet mehrere Landschaftsabschnitte. Wer für die Reiseplanung zwischen Radroute und Themenpfad wählen möchte, findet damit zwei unterschiedliche Arten, Westhoffen in den Blick zu nehmen.
Weitere Reiseziele entdecken: Lampertheim, Reichsfeld, Brumath, Bourgheim, Wildersbach, Soultz-Les-Bains, Griesheim-Près-Molsheim, Scherwiller
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Bas-Rhin.