Der Circuit Notre Dame du Chêne beginnt hinter dem Rathaus von Heimsbrunn, direkt neben der Kirche. Der Weg führt durch eine teils ländliche, teils bewaldete Landschaft in den letzten Hügeln des Sundgau. Zur Orientierung gehören zwei unterschiedliche Maßstäbe: Der Circuit führt an der Chêne Saint Louis vorbei; von der Chapelle Notre-Dame du Chêne aus erreicht man die Eiche über einen 200 Meter langen Hin- und Rückweg. Damit lässt sich die Landschaftsroute von diesem kurzen Abstecher unterscheiden, ohne eine zusätzliche Wegverbindung anzunehmen.
Kapelle und Pilgertradition
Die Chapelle Notre-Dame du Chêne, auch Ramahay genannt, wurde 1959 erbaut. Sie liegt etwa einen Kilometer vom Ortseingang Heimsbrunns entfernt und ist über die D166 erreichbar. Prüfen Sie die Zufahrt vor Ort, bevor Sie sich auf den Weg machen. Die Kapelle ist weiterhin mit einer Pilgertradition verbunden, die seit dem 19. Jahrhundert belegt ist. Besonders steht sie im Zusammenhang mit dem Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August. Dieser religiöse Bezug gibt dem Besuch einen anderen Schwerpunkt als die Architekturgeschichte im Ort: Hier stehen Kapelle, Überlieferung und der benannte Festtag im Vordergrund.
Alte Bäume und Waldgeschichte
Die Chêne Saint Louis wird auf 300 bis 700 Jahre geschätzt; ihr Umfang beträgt rund 4,70 Meter. Am Ende des Waldabschnitts des Circuit steht eine Silberweide, deren Alter mit etwa 200 Jahren und deren Umfang mit rund 8,40 Metern angegeben werden. Die Maße können sich im Lauf der Zeit leicht verändern. So lassen sich die beiden Bäume nicht nur durch ihre Art unterscheiden: Bei der Eiche fällt die große Spannweite der Altersschätzung auf, bei der Weide sind der Standort am Ende des Waldabschnitts und ihr Umfang markante Orientierungsmerkmale.
Im Limbergwald befinden sich mehrere Überreste deutscher Unterstände aus dem Ersten Weltkrieg, aus den Jahren 1914 bis 1918. Sie ergänzen die Naturthemen um einen historischen Ort mit klarer zeitlicher Einordnung. Wer sich für die Geschichte der Landschaft interessiert, findet hier einen anderen Zugang als bei der Pilgertradition an der Kapelle oder den älteren Bäumen entlang des Circuit.
Kirche und Fachwerkhäuser
Die Kirche Saint-Projet und Saint-Amarin wurde 1768 erbaut. Ihre Turmspitze entstand 1862 nach einem Entwurf des aus Mulhouse stammenden Architekten Jean-Baptiste Schacre. Zur Ausstattung gehört eine Callinet-Orgel aus den 1830er-Jahren. Das Ensemble umfasst außerdem einen monumentalen Kalvarienberg, einen eingefriedeten Bereich und einen Friedhof. Bauzeit, Turmspitze und Orgel verweisen auf unterschiedliche Abschnitte der Kirchengeschichte, während die weiteren Bestandteile den Umfang des Ensembles beschreiben.
In der Rue de la Cure zeigen zwei Häuser unterschiedliche Fachwerkdetails. Nr. 11 besitzt einen seltenen Mittelpfosten, der vom Sockel bis zum Dachfirst reicht; das Haus könnte aus dem 15. Jahrhundert stammen. Bei Nr. 21 sind originale Fachwerkpartien aus dem 16. oder 17. Jahrhundert erhalten. Die Maison aux Dîmes setzt einen weiteren Akzent: Ihre hauptsächliche Bauphase fällt vermutlich ins 18. Jahrhundert. Diese Datierungen sind nicht gleich sicher formuliert; beim Haus Nr. 11 bleibt die Entstehung möglich, bei der Maison aux Dîmes ist die Zuordnung ebenfalls unsicher.
Für die Auswahl des Schwerpunkts bietet Heimsbrunn damit verschiedene Anknüpfungspunkte: Der Circuit verbindet Landschaft mit alten Bäumen, die Kapelle mit einer fortbestehenden Pilgertradition und die Häuser sowie Kirche mit regionaler Baugeschichte. Wer vor allem Architektur sucht, kann die Fachwerkdetails und die Kirche in den Mittelpunkt stellen; wer sich für Landschaft und religiöses Erbe interessiert, findet dafür eigene Themen rund um Circuit und Kapelle.
Weitere Reiseziele entdecken: Hirtzbach, Orschwihr, Andolsheim, Mittlach, Staffelfelden, Bartenheim, Neuf-Brisach, Niedermorschwihr.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Haut-Rhin.