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Wer Kembs als Reiseziel erwägt, findet einen ungewöhnlichen Bogen von der antiken Station Cambete bis zur Geschichte des Wasserbaus und der Energiegewinnung. Die Ortsgeschichte lässt sich in einem Museum verfolgen; am Wasserkraftwerk und an der Schleuse stehen Architektur und Technik im Mittelpunkt. Rad- und Wasserwege eröffnen eine weitere Perspektive auf die Umgebung.

Von Cambete zum Wasserkraftwerk

Die antike Station Cambete lag an einer Kreuzung römischer Wege in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung sowie an einem Übergang über den Rhein. Das Kreuzungsmuster verbindet zwei Landachsen mit einem Flussübergang und macht den historischen Verkehrsknoten konkret. Ein späterer technischer Akzent ist das Wasserkraftwerk Kembs: Staatspräsident Albert Lebrun weihte es 1932 ein. Seit 2015 trägt es das französische Label „Architecture contemporaine remarquable“. Die beiden Daten markieren unterschiedliche Ebenen: 1932 steht für die Einweihung, 2015 für die spätere architektonische Auszeichnung.

Am Wasserkraftwerk führt der Jardin des Nixes zu einem Ausstellungsgang, von dem aus Besucher die Maschinenhalle sehen können. Der Garten und der Ausstellungsgang ergänzen die historische Einordnung um einen konkreten Blick auf den industriellen Raum.

Architektur an der Schleuse Kembs-Niffer

Auch an der Schleuse Kembs-Niffer treffen Wasserbau und Architektur aufeinander. Die beiden von Le Corbusier entworfenen Gebäude sind seit 2005 als Monuments historiques geschützt und gelten als seltenes Zeugnis der Architektur des 20. Jahrhunderts an einem Industriebauwerk. So lässt sich der Ort nicht nur über seine nautische Funktion, sondern auch über die Verbindung von Gestaltung und Industrie betrachten.

Die Schleuse Kembs-Niffer ist die Nebenschleuse des Schleusenstandorts Niffer. Dieser liegt am Zusammentreffen des Grand Canal d’Alsace und des Canal du Rhône au Rhin am Rhein. Das Außengelände der Schleuse ist ganzjährig frei zugänglich; der Zugang zu Innenräumen ist gesondert geregelt. Wenn Sie Innenräume besuchen möchten, klären Sie die jeweiligen Zugangsmöglichkeiten vorab.

Geschichte in der Maison du Patrimoine

Wer eine historische Einordnung statt eines einzelnen Bauwerks sucht, kann die Maison du Patrimoine in den Mittelpunkt stellen. Ihre Dauerausstellungen zeigen die Geschichte von Kembs von der Antike bis zur Gegenwart. Objekte, Zeitzeugenberichte und Archivdokumente gehören zur Ausstellungsgestaltung. Zusammen betrachtet bieten diese Materialien sowohl einen zeitlichen Überblick als auch unterschiedliche Zugänge zur Ortsgeschichte.

Die Maison du Patrimoine bietet geführte Besichtigungen nach Vereinbarung an. Wenn Sie eine Führung wünschen, stimmen Sie den Termin vorab ab.

Wasserwege und Radplanung

Der Port de plaisance de Kembs liegt auf einer Wasserfläche des ehemaligen Canal de Huningue. Freizeitschiffer erreichen von dort über die großen Schleusen Kembs-Niffer den Grand Canal d’Alsace und den Canal du Rhône au Rhin. Diese Orientierung ist besonders für die Planung auf dem Wasser relevant und unterscheidet den Hafen von den Stationen, bei denen Geschichte und Architektur im Vordergrund stehen.

Auch für die Radplanung gibt es verschiedene Bezugspunkte. Basel ist ein Zugang zur EuroVelo 6. Der Huningue-Kanal führt durch die Petite Camargue Alsacienne nach Kembs. Eine Voie Verte verläuft als Forststraße von Süden nach Norden durch den staatlichen Hardt-Wald. Die Angaben unterscheiden sich nach Verlauf und Orientierung: ein Zugang zur EuroVelo 6 bei Basel, der Kanalweg durch die Petite Camargue Alsacienne und eine Nord-Süd-Forststraße im Hardt-Wald. Streckenbedingungen und Beschilderung können sich ändern; prüfen Sie vor der Fahrt die aktuelle Wegführung.

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Zur übergeordneten Reiseübersicht: Haut-Rhin.

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