Chambry ist ländlich geprägt geblieben; die bebaute Fläche nimmt nur einen kleinen Teil des Gemeindegebiets ein. Zur Ortsgeschichte gehören Gedenkorte des Ersten Weltkriegs, die Baugeschichte der Kirche und Zeugnisse des früheren Gemeindelebens. Wer ein Reiseziel mit historischem Schwerpunkt auswählt, kann in Chambry verschiedene Zeitebenen in den Blick nehmen: die Kämpfe von 1914, ältere Kirchenkunst und Erinnerungen an den Alltag der Gemeinde.
Gedenkorte des Ersten Weltkriegs
In der nationalen Nekropole von Chambry ruhen 1.334 Leichname von Soldaten, die im September 1914 in der Schlacht am Ourcq für Frankreich gefallen sind. Die Nekropole kann ganzjährig selbstständig besichtigt werden; prüfen Sie vor der Anreise die offiziellen Besuchsinformationen. Der deutsche Militärfriedhof liegt auf der anderen Seite der Eisenbahnlinie von der nationalen Nekropole. Dort ruhen 998 Leichname von Soldaten, die im September 1914 im Raum Meaux gefallen sind. Die beiden Friedhöfe bieten damit unterschiedliche historische Bezugspunkte: Bei der nationalen Nekropole steht die Schlacht am Ourcq im Mittelpunkt, beim deutschen Friedhof sind es die Gefallenen im Raum Meaux.
Der aktuelle pädagogische Rundweg „Bataille de la Marne 1914“ des Musée de la Grande Guerre umfasst in Chambry den Zivilfriedhof, die französische Militärnekropole und den deutschen Militärfriedhof. Gegenüber einem selbstständigen Besuch der nationalen Nekropole bezieht er damit zwei weitere Gedenkorte ein. Prüfen Sie vor der Planung die Buchungsbedingungen des Museums.
Kirche und ältere Baukunst
Die Kirche Saint-Pierre-et-Saint-Paul verbindet ältere Baukunst mit den Ereignissen von 1914. Während der Schlacht an der Marne beherbergte sie ein Militärkrankenhaus und wurde durch deutsche Bombardierungen beschädigt. Sie besitzt außerdem ein Glasfenster aus dem 16. Jahrhundert, das nach dem Ersten Weltkrieg und erneut 2002 restauriert wurde. Nach der Überlieferung ist der nördliche Seitengang mit seinen gemeißelten Kapitellen, die Tiermotive zeigen, der einzige erhaltene Teil des früheren Bauwerks. Das Fenster verweist auf eine ältere Zeitstufe; Krankenhausnutzung und Schäden gehören zur Geschichte der Marne-Schlacht.
Waschhäuser, Brunnen und Denkmäler
Auch die dörfliche Geschichte zeigt sich in den Waschhäusern. Das Waschhaus Fontaine-Reine in der Rue des Prés ist das einzige erhaltene von vier Waschhäusern in Chambry. Das Gemeindewaschhaus ist über die Rue des Prés zugänglich. Es liegt am Ostufer des Bachs Mansigny und wurde 1893 erbaut. Der Dorfbrunnen führt weiterhin Wasser; sein rekonstruiertes Steinbecken nimmt den nördlichen Teil der Place du Monument ein.
Drei Kalvarienberge stehen an Kreuzungen von Wegen und Straßen und zeugen von der religiösen Vergangenheit der Gemeinde. Das Monument des Quatre Routes entstand auf Ersuchen von General Gallieni und wurde von Pionieren des Heeres errichtet. Die beiden Formen der Erinnerung haben unterschiedliche Akzente: Bei den Kalvarienbergen prägt der religiöse Bezug das Bild; beim Quatre Routes sind der konkrete Auftrag und die Ausführung durch Pioniere des Heeres zentral.
Anreise
Eine Buslinie bedient Chambry. Prüfen Sie vor der Reise den aktuellen Fahrplan.
Weitere Reiseziele entdecken: Seine-Port, Cocherel, Rozay-en-Brie, Orly-Sur-Morin, Saint-Mesmes, Cannes-Ecluse, Torcy, Fontainebleau
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Seine-Et-Marne.