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Aincourt verbindet Sanatoriumsgeschichte, Sakralarchitektur, Gartenkunst und lokale Arbeitsgeschichte. Die Themen setzen unterschiedliche Schwerpunkte: Architektur und historische Nutzung beim ehemaligen Sanatorium, Bauformen und Bildkunst in den Kirchen, gestaltete Landschaft im Japanischen Garten und Mühlsteinabbau in den Wäldern von Lesseville. Für die Planung eines Aufenthalts können Sie danach auswählen, ob Sie vor allem Baugeschichte, religiöse Kunst oder Gartengestaltung in den Blick nehmen möchten.

Sanatorium: Architektur und Ortsgeschichte

Das Sanatorium d'Aincourt wurde zwischen 1930 und 1933 von den Architekten Decaux und Crevel erbaut. Es gilt als herausragendes Werk der französischen Architekturproduktion; seine Architektursprache wurde später der Moderne zugerechnet. Bauzeit und architekturgeschichtliche Einordnung bezeichnen dabei unterschiedliche zeitliche Ebenen: Der Bau entstand in den frühen 1930er-Jahren, die Zuordnung seiner Architektursprache zur Moderne erfolgte später.

Das Gelände des ehemaligen Sanatoriums liegt im Parc naturel régional du Vexin, der 1995 gegründet wurde. Ab dem 5. Oktober 1940 wurde es zur Internierung von Widerstandskämpfern genutzt. So stehen drei unterschiedliche Abschnitte der Geschichte nebeneinander: die Errichtung des Sanatoriums, die spätere Nutzung des Geländes und die Gründung des regionalen Naturparks.

Kirchen und Kapelle: Bauformen und Bildkunst

Die Église Saint-Martin d'Aincourt stammt größtenteils aus dem 16. Jahrhundert. Ihr Grundriss folgt einem lateinischen Kreuz; der Chor schließt flach ab, und südlich liegt eine Kapelle im Flamboyantstil. Diese Merkmale geben der Kirche eine gut unterscheidbare Baugestalt: Der Grundriss beschreibt die Gesamtform, Chorabschluss und südliche Kapelle setzen jeweils eigene architektonische Akzente. Seit dem 13. November 1939 ist die Kirche im Inventar der Monuments Historiques eingetragen. Besichtigungen sind auf Anfrage möglich. Stimmen Sie einen Besuch vor der Reise nochmals ab.

Die Chapelle Saint-Sauveur setzt mit ihrer Bildkunst einen anderen Akzent. In der alten Kapelle befindet sich ein ungewöhnlicher steinerner Altaraufsatz aus dem späten 16. Jahrhundert, der die Passion in fünf Bildtafeln darstellt. Die fünf Tafeln gliedern das dargestellte Thema in einzelne Szenen. Wahrscheinlich war die Kapelle ursprünglich die Kapelle eines Leprosoriums; diese frühe Funktion bleibt eine begründete Vermutung.

Gartenlandschaft und Geschichte von Lesseville

Der Japanische Garten in Aincourt wurde so gestaltet, dass er japanische Landschaften nachempfindet. Steinanordnungen, ein Wasserfall, eine Insel und eine Brücke gehören zu den Elementen der Anlage. Hier steht damit nicht ein einzelnes Gebäude im Mittelpunkt, sondern die Gestaltung einer Landschaft aus unterschiedlichen Formen und Bestandteilen.

Auch Lesseville ergänzt das Bild um eigene Themen. Das Waschhaus wurde von der Gemeinde restauriert. In den Wäldern von Lesseville gab es bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts industrielle Tätigkeit durch den Abbau von Mühlsteinen. Das restaurierte Waschhaus und der historische Mühlsteinabbau eröffnen zwei unterschiedliche Zugänge zur lokalen Geschichte: das eine über ein von der Gemeinde restauriertes Bauwerk, das andere über eine frühere industrielle Tätigkeit in den Wäldern.

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