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Am Haut-Vidourle treffen in Cros Flusslandschaft, Karst und Spuren der Seidenwirtschaft aufeinander. Die kleine Cévennen-Gemeinde ist dem Nationalpark verbunden. Unterhalb des Ortes verschwindet der Vidourle unter der Erde. Zur Geschichte von Cros gehören außerdem eine romanische Kirche und Erinnerungen an die Seidenraupenzucht und -verarbeitung.

Wanderwege zwischen Wasser, Tal und Höhenzug

Cros liegt am Tal des Haut Vidourle. Die Route Boucle de l’eau führt durch die Flusslandschaft und thematisiert das unterirdische Wasser in den Karsthöhlen und -galerien. Wer sich für die besondere Wasserlandschaft interessiert, findet hier einen anderen Schwerpunkt als auf der Route L’Ubac et la roche des filles: Sie führt an der Schattenseite des Haut-Vidourle-Tals über den 931 Meter hohen Berg La Fage. Am Aussichtspunkt Roche des filles reicht das Panorama zu den Jumelles de Saint Chamant und bis zum Weiler La Rouvière.

Derzeit stehen in Cros drei kommunale Wanderwege zur Verfügung; das Gemeindeteam reinigt und markiert sie. Die Route De la mairie à l’église de Cros widmet sich der Religionsgeschichte der Cevennen. Für einen überschaubaren Spaziergang ist der Seidenweg von Cros ein sehr leichter Rundweg: Er ist 2,1 Kilometer lang, mit einer Gehzeit von 1 Stunde 30 Minuten angegeben und gelb markiert. Prüfen Sie die Wegangaben vor dem Aufbruch noch einmal. Auch Baden gilt in Cros als passende Aktivität.

Kirche und Religionsgeschichte

Die Kirche Saint Vincent ist romanisch und stammt aus dem 12. Jahrhundert. Heute finden dort nur gelegentlich Gottesdienste statt. Die Route De la mairie à l’église de Cros greift die bewegte Religionsgeschichte der Cevennen auf: Seit der Reformation im 16. Jahrhundert war die Region vom Gegenüber von Protestanten und Katholiken geprägt. So verbindet die Ortsgeschichte einen konkreten Bau mit einem Thema, das über die Kirche hinaus in die Geschichte der Cevennen reicht.

Spuren der Seidenwirtschaft

Der Seidenweg führt zu Details der früheren Seidenwirtschaft. In der Mühle Moulin des Arnaudes sind Mühlsteine erhalten, in die die Jahreszahl 1716 eingraviert ist. Im ersten Stock befand sich eine große Magnanerie – ein Raum für die Aufzucht von Seidenraupen. Sie wurde bis ins 20. Jahrhundert genutzt. Die Seidenspinnerei Perrier wurde 1847 errichtet und in den 1920er-Jahren geschlossen.

Ein kleines Haus, ein sogenanntes Oustalet, diente auf dem Seidenweg als Unterkunft für Arbeiterinnen, die überwiegend aus Italien stammten. Sie waren an der Aufzucht der Seidenraupen, am Sammeln von Maulbeerblättern und am Abhaspeln der Kokons beteiligt. Diese Tätigkeiten machen die verschiedenen Arbeitsschritte der Seidenherstellung greifbar: von der Pflege der Raupen bis zur Verarbeitung der Kokons.

Auch die Terrassen des Mas Bourguet zeigen, wie die Landschaft gestaltet wurde. Sie sind aus Trockenmauerwerk ohne Mörtel errichtet. In die Stützmauern sind Treppen eingebaut, über die man von einer Terrasse zur nächsten wechselt. Damit stehen neben den Mühlen und der Seidenarbeit auch Bauformen im Mittelpunkt, die zur örtlichen Landschaftsgeschichte gehören.

Weitere Reiseziele entdecken: Boissières, Aramon, Saint-Hyppolyte-Du-Fort, Saint-Jean-De-Crieulon, Saint-Laurent-le-Minier, Saint-Bauzély, Vestric-Et-Candiac, Junas.

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