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Olivenöl hat in Les Mages zwei verschiedene Rollen: Es erscheint als Teil einer Überlieferung im Fresko der Eglise des Mages und wird in der Moulin à huile Rodier weiterhin gewonnen. Die Capitelle de la Tourette und das Lavoir du Moinas ergänzen diesen Blick um ländliche Bauformen und ihre Geschichte. So erschließt sich der Ort über Erzählung, Herstellung und frühere bäuerliche Nutzung.

Fresko, Legende und Ortsmitte

Die Eglise des Mages liegt im Ortszentrum. An ihrer Fassade befindet sich ein 12 Meter hohes Fresko, das Jean Marc Fraisse 2012 gemalt hat. Das Werk verbindet einen konkreten Ort mit einer Erzählung über die Heiligen Drei Könige und bildet damit einen besonderen Zugang zu den kulturellen Themen von Les Mages.

Der Überlieferung nach sollen die Heiligen Drei Könige durch das Dorf gekommen sein und drei Geschenke gemacht haben: das Geheimnis der Oliven, also des Olivenöls, das Geheimnis der schwarzen Steine, also der Kohle, und das Geheimnis der Seidenraupen des Maulbeerbaums, also der Seide. Die Könige und ihre Reise gehören dabei zur Überlieferung; die Erzählung verknüpft religiöse Motive mit Olivenöl, Kohle und Seide. Olivenöl verbindet diese Geschichte zugleich mit der weiterhin betriebenen Mühle im Ort.

Ölherstellung und Baugeschichte

Das Lavoir du Moinas bringt eine andere Zeitfolge ins Bild: Es wurde in den 1930er Jahren errichtet und 2012 restauriert. Bauzeit und spätere Restaurierung sind damit klar zu unterscheiden. Auch beim Fresko taucht das Jahr 2012 auf, dort jedoch als Jahr der Malerei. Diese Unterscheidung ordnet die beiden Ortsgeschichten zeitlich ein, ohne Bau und Restaurierung gleichzusetzen.

Die Moulin à huile Rodier war 1887 bereits eine Olivenölmühle und ist weiterhin in Betrieb. Olivenöl wird dort nach traditionellen Verfahren gewonnen, mit dem Mahlen auf einem Steinmahlwerk, Scourtins und einer hydraulischen Presse. So begegnet das Thema nicht nur als Motiv einer Überlieferung, sondern auch als konkret beschriebene Herstellungsweise. Besichtigungen der Mühle und des Olivenhains sind möglich.

Die Capitelle de la Tourette

Die Capitelle de la Tourette zeigt eine andere Seite der ländlichen Baugeschichte. Sie ist eine einfache Kalksteinhütte, deren Steine mit Mörtel verbunden sind. Früher diente sie Bauern sowie ihren Werkzeugen und landwirtschaftlichen Erzeugnissen zeitweilig als Schutz. Diese frühere Funktion gibt der schlichten Bauform einen klaren Bezug zur Landwirtschaft. Die Capitelle wurde zum Symbol von Les Mages.

Auch ihre Lage unterscheidet sie von der Kirche: Die Eglise des Mages befindet sich im Ortszentrum, während die Capitelle auf dem Hügel La Tourette liegt, der das Dorf Les Mages überragt. Damit sind zwei kulturelle Bezugspunkte unterschiedlich im Ortsbild verortet. Wer sich für religiöse Überlieferung und Malerei interessiert, findet im Fresko ein anderes Thema als bei der Capitelle mit ihrer früheren Schutzfunktion oder bei der Mühle mit ihrer fortgeführten Ölherstellung.

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