Römische Monumente, archäologische Zeugnisse und Museen geben Nîmes mehrere klar unterscheidbare Kulturperspektiven. Hinzu kommen zeitgenössische Kunst, die Jardins de la Fontaine als Ort für Spaziergänge und kulturelle Besichtigungen sowie die Halles de Nîmes. Wer einen Aufenthalt plant, kann dadurch zwischen Baugeschichte, Sammlungen, Garten und Markt unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
Römische Bauwerke und antike Spuren
Die Maison Carrée steht seit dem 18. September 2023 auf der UNESCO-Welterbeliste. Sie ist das einzige und älteste noch aufrecht stehende Beispiel der augusteischen korinthischen Ordnung; ihre gesamte Dekoration ist unversehrt erhalten. UNESCO-Status und architektonische Besonderheit prägen die Bedeutung dieses Bauwerks und machen es zu einem markanten Teil des römischen Erbes von Nîmes.
Die Arènes de Nîmes setzen einen anderen Maßstab: Sie sind 133 Meter lang und 101 Meter breit. Ihre Außenfassade ist 21 Meter hoch und in 60 Joche gegliedert. Länge und Breite geben die Ausdehnung des Bauwerks an, während Höhe und Joche die Gliederung der Fassade beschreiben. So treten Grundriss und Fassadenaufbau als zwei unterschiedliche Aspekte des Monuments hervor.
Der Temple de Diane ergänzt diese Zeugnisse um eine historische Deutung: Er war Teil des Augusteums, eines dem römischen Kaiserkult gewidmeten Komplexes. Im Augusteum fanden in der Antike heilende Pilgerreisen statt. Der erhaltene römische Überrest in den Jardins de la Fontaine verbindet damit eine sichtbare Spur der Antike mit der Geschichte eines Kultkomplexes.
Jardins de la Fontaine und ihre Monumente
Die Jardins de la Fontaine sind als Site Patrimonial Remarquable eingestuft und beherbergen antike Überreste sowie emblematische Monumente von Nîmes. Zugleich bieten sie Möglichkeiten zum Spazierengehen, Picknicken und für kulturelle Besichtigungen. Die Tour Magne steht auf dem höchsten Punkt der Gärten und ist der spektakulärste erhaltene Rest der römischen Stadtbefestigung von Nîmes. Ihre Terrasse bietet Besuchern ein Panorama über die Stadt.
Das Castellum ergänzt diesen Teil der Stadtgeschichte als äußerst seltenes erhaltenes Relikt und Ankunftspunkt des Aquädukts von Nîmes. Es lenkt den Blick von einzelnen Monumenten auf den Endpunkt dieser antiken Wasserführung. Die römischen Zeugnisse der Stadt umfassen damit sowohl repräsentative Bauwerke als auch den Zusammenhang mit dem Aquädukt.
Geschichte und zeitgenössische Kunst
Das Musée de la Romanité präsentiert 25 Jahrhunderte Geschichte anhand mehrerer tausend Objekte und 65 multimedialer Einrichtungen. Zum Museum gehört außerdem ein mediterraner archäologischer Garten, der den Spuren der ehemaligen augusteischen Stadtmauer folgt. Die historische Zeitspanne und die archäologischen Bezüge prägen so den Schwerpunkt dieses Museums.
Eine andere Perspektive bietet Carré d’Art – Musée d’art contemporain. Seit 1993 zeigt es jedes Jahr Ausstellungen international anerkannter oder aufstrebender Künstler. Für die Wechselausstellungen und die Sammlung bietet Carré d’Art individuelle kommentierte Besichtigungen an. Das ergänzt die historische Ausrichtung des Musée de la Romanité um zeitgenössische Kunst.
Für die Schwerpunktwahl ist der Unterschied klar: Das Musée de la Romanité richtet den Blick auf 25 Jahrhunderte Geschichte; Carré d’Art zeigt Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. So lässt sich der Museumsbesuch danach ausrichten, ob archäologische Geschichte oder aktuelle Kunst im Vordergrund stehen soll.
Markt und Abendprogramm
Die Halles de Nîmes bestehen seit 1884 und sind das pulsierende Zentrum der Innenstadt. Auch heute zeichnen sie sich durch Qualität und Geselligkeit aus. Damit ergänzt der Markt die Monumente und Museen um einen anderen Aspekt des städtischen Lebens.
Zum Programm von Les Jeudis de Nîmes gehören kostenlose Abendkonzerte auf mehreren emblematischen Plätzen der Stadt. Prüfen Sie für Ihren Reisezeitraum die konkreten Veranstaltungstermine.
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