Montferrier-Sur-Lez verbindet Baugeschichte mit einer Landschaft vulkanischen Ursprungs: In der Église Saint-Etienne treffen romanische Bauteile auf spätere gotische Veränderungen, während zwei Aquädukte unterschiedliche Kapitel des Wasserbaus zeigen. Auch die Aussicht von den Schlossterrassen reicht bis zum Mittelmeer. Wer einen Aufenthalt mit Kultur- und Landschaftsthemen plant, findet hier klar unterscheidbare Schwerpunkte – von mittelalterlichen Kirchen bis zu einer geologischen Geschichte, die Millionen Jahre zurückreicht.
Kirchen und Kapellen aus mehreren Bauphasen
Die Église Saint-Etienne wurde im 11. Jahrhundert im romanischen Stil errichtet. Ihr großes spitzbogiges Portal und gotische Säulen zeigen spätere Veränderungen; hinzu kommt der polygonale Chor aus dem 12. Jahrhundert. An dem Bau lassen sich so mehrere Epochen unterscheiden. In der Kirche befindet sich außerdem ein Bild des heiligen Hieronymus, das dem Umfeld Caravaggios zugeschrieben wird.
Auch die Chapelle de Baillarguet verbindet verschiedene Bauzeiten: Sie wurde im 18. Jahrhundert auf einem romanischen Fundament aus dem 11. Jahrhundert wiederaufgebaut. Ein aktiver Verein hält die Kapelle instand; sie wird zur Besichtigung empfohlen. Die Überreste der romanischen Kirche von Gleizasse werden auch Saint Barthélémy de Baillarguet genannt. Der Bau dieser Kirche wird um 1080 auf einem gallorömischen Gut erwähnt.
Zwei Aquädukte, unterschiedliche Geschichten
Die Namen Aqueduc de Montferrier-sur-Lez und Aqueduc Saint-Clément stehen für unterschiedliche Details. Der Aqueduc de Montferrier-sur-Lez ist 17 Kilometer lang; drei Viertel seiner Bausubstanz stammen aus dem 17. Jahrhundert. Beim Aqueduc Saint-Clément steht die Baugeschichte im Vordergrund: 1751 wurde das Vorhaben unter der Leitung von Henri Pitot genehmigt. Pitot leitete die Bauarbeiten, und am 13. Juni 1753 wurde der Grundstein gelegt.
Der Aqueduc Saint-Clément ist als vollständig geschütztes historisches Denkmal ausgewiesen und verläuft unter anderem durch Montferrier-sur-Lez. Seine gesamte Strecke ist erhalten; teilweise dient sie als grüne Promenade für Fußgänger und Radfahrer. Der Weg am Aqueduc Saint-Clément führt durch die Gemeinde zwischen dem Devézou und dem Chemin du Pioch de Baillos. So lassen sich Baugeschichte und eine konkrete Wegbeschreibung diesem Aquädukt zuordnen, während die Länge von 17 Kilometern zum Aqueduc de Montferrier-sur-Lez gehört.
Schlossterrassen und vulkanischer Ursprung
Das Schloss von Montferrier entstand ursprünglich als Burg aus dem 12. Jahrhundert. Während der Religionskriege wurde sie zerstört und später wieder aufgebaut. Die Terrassen wurden aus den Erdwerken der befestigten Anlage zu terrassenförmig angelegten Gärten umgestaltet. Von dort reicht der Blick zum Pic Saint-Loup, zum Hortus, zu den Ausläufern der Cévennen und zum Mittelmeer. Die Terrassen sind mittwochs und freitags nachmittags von 14:00 bis 17:00 Uhr öffentlich zugänglich; prüfen Sie die Zeiten vor Ihrem Besuch.
Montferrier-sur-Lez liegt auf einem ehemaligen Vulkan. Die mit dem Ort verbundene vulkanische Aktivität wird auf einen Zeitraum zwischen 30 und 25 Millionen Jahren vor heute datiert. Damit reicht die Landschaftsgeschichte weit über die Bauzeiten der Kirchen, Burg und Aquädukte hinaus: Wer sich für Geologie interessiert, findet hier eine zusätzliche Zeitskala zum Vergleich mit den historischen Bauwerken.
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