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Longwy verbindet Festungsarchitektur mit Museen, historischen Bauwerken und Grünflächen. Für eine kulturgeschichtliche Entdeckung eröffnen sich mehrere Blickwinkel: der sechseckige Grundriss der Vauban-Festung, mittelalterliche Überreste und Sammlungen zu Fayence, Email und Alltagsgegenständen. Die Befestigungsanlagen sind frei zugänglich und in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen. Ihr sechseckiger Grundriss umfasst sechs Bastionen – eine klare architektonische Form, an der sich der Charakter der Anlage gut beschreiben lässt.

Vauban-Festung und geführte Besichtigungen

Wer die Festungsanlage mit Führung kennenlernen möchte, kann eine geführte Besichtigung wählen. Sie wird ganzjährig montags bis samstags nach vorheriger Reservierung für Gruppen ab vier Personen angeboten. Die vollständige Führung durch die Place Forte verbindet einen traditionellen Rundgang innerhalb der Festung mit einem Spaziergang in den Festungsgräben. So stehen die Anlage selbst und ihre Gräben gemeinsam im Mittelpunkt; der freie Zugang zu den Befestigungsanlagen ist davon zu unterscheiden.

Eine weitere geführte Besichtigung widmet sich Longwy-Bas. Sie wird als Rundgang durch die Jahrhunderte mit den Schwerpunkten Wasser, Eisen und Fayence angeboten. Damit setzt sie einen anderen Akzent als die Führung durch die Place Forte: Hier prägen drei Themen den Blick auf Longwy-Bas, dort die Festungsanlage und ihre Gräben. Für die Wahl zwischen den Führungen ist also entscheidend, ob Sie vor allem die Architektur der Befestigung oder die Themen Wasser, Eisen und Fayence näher kennenlernen möchten.

Vieux Château und Puits de Siège

Auf dem Gelände des Vieux Château befinden sich die Tour de la Chapelle, die Tour de la prison und eine verbindende Mauer. Das Gelände liegt zwischen Longwy-Haut und Longwy-Bas und umfasst eine grüne Fläche mit Obstgärten und einem Arboretum. Die archäologischen Reste geben dem Ort einen mittelalterlichen Bezug; Obstgärten und Arboretum ergänzen diesen historischen Schwerpunkt um eine landschaftliche Perspektive.

Ein einzelnes Bauwerk erzählt die Geschichte der Festungsstadt auf andere Weise: Der Puits de Siège ist 60 Meter tief und wurde von 1679 bis 1690 errichtet. Er ist der einzige erhaltene von fünf Brunnen, die früher in Longwy angelegt wurden. Heute beherbergt er das Fremdenverkehrsamt des Grand Longwy. Die bekannte Tiefe, die Bauzeit und seine heutige Funktion verbinden hier Baugeschichte mit einem konkreten Ort für touristische Information.

Fayence, Email und Alltagsgeschichte

Das Musée des Émaux et Faïences de Longwy befindet sich in einer ehemaligen Militärbäckerei. Es zeigt Fayencen, die ab 1798 hergestellt wurden, und Emailarbeiten, die Anfang der 1870er-Jahre aufkamen. Im selben Museum treffen damit zwei unterschiedliche historische Zeitpunkte und Materialien aufeinander. Dazu kommt die Sammlung des Ehepaars Vernaujou-Brunet mit mehr als 200 Werken in Longwy-Email. Wer sich für Fayence oder Email interessiert, findet hier sowohl einen frühen Bezug zur Herstellung als auch eine umfangreiche Sammlung von Longwy-Email.

Das Musée des Fers à Repasser richtet den Blick auf einen Alltagsgegenstand. Seine Sammlung umfasst 3.700 Bügeleisen und 105 Heizkörper beziehungsweise Heizöfen. Die Objekte veranschaulichen die Geschichte des Bügeleisens vom 15. Jahrhundert bis heute. Anders als die frei zugänglichen Befestigungsanlagen ist dieses Museum nach Reservierung beim Fremdenverkehrsamt für Gruppen ab vier Personen zugänglich. Diese Bedingung gehört zur Besuchsplanung und unterscheidet das Museum von einem frei zugänglichen Stadtschwerpunkt.

Kirche Saint-Dagobert und Parc des Récollets

Die Kirche Saint-Dagobert wurde 1683 erbaut. Zu ihrer Ausstattung gehören Bleiglasfenster im Art-déco-Stil, eine Orgel von François Didier aus dem Jahr 1926 und die Statue Notre Dame de Longwy aus dem 18. Jahrhundert. Bauzeit und Ausstattung verweisen auf verschiedene Epochen: Die Kirche selbst stammt aus dem 17. Jahrhundert, während die benannten Fenster und die Orgel spätere Zeitbezüge einbringen.

Der Parc des Récollets ist heute ein öffentlicher Garten. Zu seinen Merkmalen zählen Alleen mit Platanen, ein Teich und ein Brunnen sowie Brücken und Stege über die kanalisierte Chiers. Damit stehen in Longwy unterschiedliche Themen nebeneinander: Festungsbau und Museumsbestände auf der einen, ein öffentlicher Garten mit Wasser- und Parkelementen auf der anderen Seite. Die Vielfalt der belegten Schwerpunkte hilft Ihnen, die kulturellen Orte und die Grünflächen nach Ihren eigenen Interessen zu gewichten.

Weitere Reiseziele entdecken: Pulney, Favières, Bulligny, Mexy, Rehainviller, Dommartin-sous-Amance, Froville, Tellancourt.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Meurthe-Et-Moselle.

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