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Am Zusammenfluss von Canner und Mosel treffen in Kœnigsmacker Flusslandschaft, Radwege und Zeugnisse der Ortsgeschichte aufeinander. Für Ihre Planung lohnt es sich, die Routen nach ihrem Verlauf zu unterscheiden: Eine Moselschleife umfasst beide Ufer, andere Strecken nennen ein bestimmtes Ufer oder einen konkreten Zielpunkt. Auch die Kulturstätten erzählen unterschiedliche Kapitel – vom Wiederaufbau einer Kapelle im 17. Jahrhundert bis zu einem Unterstand der Ligne Maginot.

Mosel und Canner: Radwege mit unterschiedlichen Verläufen

Der Itinéraire cyclable de la Moselle rive gauche bildet zwischen Kœnigsmacker im Norden und Guénange im Süden eine 46 Kilometer lange Schleife über beide Moselufer. Am linken Ufer verläuft die Route parallel zur Véloroute La Voie Bleue Moselle Saône à Vélo. In Kœnigsmacker setzt die Voie Bleue am rechten Moselufer ihren Verlauf fort; die Strecke führt über autofreie Grünwege. So lassen sich die Routen anhand ihrer Uferlage unterscheiden: Die Schleife bezieht beide Seiten der Mosel ein, während für die Voie Bleue am Ort das rechte Ufer genannt ist.

Auch die Canner hat eine eigene Radroute. Der Itinéraire cyclable de la Canner folgt dem Fluss von Kédange-sur-Canner bis Kœnigsmacker und führt durch ein grünes Tal bis zur Voie Bleue und an die Ufer der Mosel. Als familiengeeignete Alternative ab Thionville führt der Chemin de la Moselle am rechten Ufer zur Schleuse von Kœnigsmacker. Bei der Canner-Route sind Fluss und Tal die Orientierungspunkte; beim Chemin de la Moselle stehen der Ausgangspunkt Thionville, das rechte Ufer und die Schleuse als Ziel im Vordergrund.

Kapelle, Kirche und Wegkreuz

In der Chapelle Saint-Roch befindet sich die Statue „Christ aux liens dit bon-Dieu de Pitié“, die als schützenswertes historisches Objekt eingestuft ist. Die Geschichte des Gebäudes reicht bis zu seinem Wiederaufbau im Jahr 1625 zurück: Pierre Klop und seine Frau Anne Fensch aus Distroff bauten die Kapelle wieder auf, aus Dank dafür, dass sie die Pest überlebt hatten. Damit stehen an diesem Ort die Geschichte eines konkreten Kunstwerks und die überlieferte Geschichte des Wiederaufbaus nebeneinander.

Die heutige Église paroissiale Saint-Martin wurde um 1625 renoviert und 1740 als einschiffige Saalkirche wiederaufgebaut. Die Jahreszahlen bezeichnen unterschiedliche Bauphasen: Auf die Renovierung folgte der Wiederaufbau. Der Begriff Saalkirche beschreibt einen einschiffigen Kirchenraum, der als Saal gestaltet ist. In der Ostwand der Kirche ist außerdem der Kopf einer gallorömischen Gottheit eingelassen.

Ein weiteres historisches Zeugnis liegt an der R.D. 2 in Kœnigsmacker: Dort wurde 1853 eine Croix de chemin, ein Wegkreuz, für Nicolas Charet und Suzanne Kon errichtet. Die konkrete Datierung und die Namen geben diesem kleinen Bauwerk einen eigenen Platz neben den Kirchen und der Kapelle.

Ein Zeugnis der Ligne Maginot

Im Wald von Kœnigsmacker befindet sich der Abri du Bichel-Sud, ein Zwischenwerk-Unterstand der Ligne Maginot. Er wurde 1939/1940 gebaut, um etwa 40 Angehörigen des 167e régiment d’infanterie de forteresse Schutz zu bieten. Die Bauzeit und die ungefähre Zahl der vorgesehenen Personen ordnen das Bauwerk in die Militärgeschichte der Ligne Maginot ein. Damit umfasst das Ortsbild neben sakraler Architektur und historischen Objekten auch ein klar benanntes militärhistorisches Thema.

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