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Wer Cleurie als Reiseziel auswählt, kann Natur, eine ausgewiesene Wanderstrecke und lokale Geschichte in die Planung einbeziehen. Der Gemeindewald, die Moore von Abîme und Grande Charme sowie die historischen Spuren rund um Sainte-Sabine stehen für unterschiedliche Schwerpunkte. Dazu kommen eine Seifenkisten-Rennstrecke und eine örtliche Genossenschaftsbrauerei. So lässt sich bereits bei der Wahl des Aufenthaltsortes abwägen, ob Landschaft, Bewegung oder Kulturerbe besonders wichtig sind.

Wald, Moore und geschützte Gebiete

Der Gemeindewald von Cleurie umfasst etwa 310 Hektar. Er dient der Holzproduktion und zugleich dem Schutz von Lebensräumen und Landschaften. Die Weißtanne macht 60 Prozent des Waldes aus. Diese Angaben zeigen sowohl die forstwirtschaftliche Nutzung als auch die Bedeutung des Waldes für die Landschaft.

Am Étang de l’Abîme findet sich eine bemerkenswerte Moorflora. Dazu zählen Rundblättriger Sonnentau, Rosmarinheide, Simsen und Torfmoose. Auch die Torfmoore von Abîme und Grande Charme sind Lebensraum spezialisierter Moorinsekten; außerdem werden sie von Wald- und Bergvögeln aufgesucht. Die Tierwelt ist damit den Mooren beider Gebiete zugeordnet.

Der Étang des Rubiades ist als kontinentale ZNIEFF des Typs 1 mit einer Fläche von 1,22 Hektar ausgewiesen. Zudem ist das Gebiet im Rahmen der europäischen Vogelschutzrichtlinie als Vogelschutzgebiet geschützt. Wer sich für Landschaft und Natur interessiert, findet in Cleurie somit unterschiedliche Themen: Waldnutzung, Moorpflanzen und ausgewiesene Schutzgebiete.

Wandern und unterwegs sein

Der Rundweg Sainte-Sabine ist als mittelschwere Strecke ausgewiesen. Er ist 10 Kilometer lang, umfasst 200 Höhenmeter und hat eine angegebene Dauer von drei Stunden. Länge, Höhenmeter und Zeitrahmen geben unterschiedliche Anhaltspunkte für die Planung; die Einstufung als mittelschwer ergänzt diese Angaben. Für die Straßenanfahrt zum Rundweg fahren Sie von Vagney zum Rathaus von Cleurie und weiter in Richtung Col du Singe bis zu einer Granitmarkierung, die zum Hêtre de la Vierge weist.

Im näheren Umfeld führt der in Cleurie beginnende Rundweg Sainte-Sabine zur Pierre Kerlinkin und zur Kapelle Sainte-Sabine. Auf der Grande Charme führt ein Weg am Étang de l’Abîme vorbei zu den Ruinen dreier ehemaliger Höfe: der Maison Jean Picot, der Ferme Capat und des Hofes der Familie Tisserand. Diese unterschiedlichen Wegziele verbinden Natur- und ländliche Geschichte, ohne dass die ehemaligen Höfe als heutige Gebäude missverstanden werden sollten.

Die Pierre Kerlinkin ist ein großer Steinblock auf 745 Metern Höhe. An ihm finden sich Schälchen und Rinnen, von denen einige von Menschenhand eingearbeitet wurden. Für die Betrachtung des Steins ist diese Unterscheidung aufschlussreich: Die Formen sind teils natürlich, teils menschlich gestaltet.

Eine andere Art von Wegbezug bietet die Seifenkisten-Rennstrecke von Cleurie. Sie ist 1,2 Kilometer lang und hat fünf Kurven. Regelmäßig finden dort regionale, gelegentlich auch nationale Meisterschaften statt; eine nationale Meisterschaft wurde 2006 ausgetragen. Wer die Ortsgeschichte über Natur und Wandern hinaus einordnet, begegnet hier auch einem sportlichen Thema.

Lokale Geschichte und Tradition

Die Croix Jacquotte gilt als ältestes durch Volksfrömmigkeit errichtetes Denkmal in Cleurie. Sie wurde einige Jahre vor 1671 errichtet. Im näheren Umfeld steht die Kapelle Sainte-Sabine aus dem 18. Jahrhundert. Sie wurde an der Stelle eines Oratoriums aus dem 12. Jahrhundert erbaut. Damit liegen an Sainte-Sabine verschiedene historische Zeitschichten beieinander.

Zur Tradition rund um Sainte-Sabine gehört eine Wallfahrt am letzten Samstag im August. Wenn Sie diesen Termin für Ihre Reise nutzen möchten, prüfen Sie vorab, ob die Wallfahrt im betreffenden Jahr stattfindet. An der Fontaine Saint-Augustin fand ab 1978 am letzten Sonntag im August eine Wallfahrt statt, solange der Gesundheitszustand des zuständigen Priesters dies zuließ. Diese zeitliche Einschränkung gehört zur überlieferten Geschichte der Wallfahrt.

Auch die Höfe und die Granitverarbeitung erzählen von der Vergangenheit des Ortes. Die Ferme La Charme Saint Romary zählt zu den ältesten Höfen von Cleurie; ihre Bewirtschaftung reicht bis 1680 zurück. Ein von Roland Martinoli geführter Granitbetrieb blieb bis 1997 in Betrieb. Zusammen mit den Ruinen auf der Grande Charme geben diese Orte unterschiedliche Einblicke in die ländliche und handwerkliche Geschichte.

Ein heutiger lokaler Bezug ist die Genossenschaftsbrauerei Quat'Sous. Sie besteht seit 2019 und produziert Bio-Biere sowie Bio-Kombucha. Damit ergänzt sie die Natur- und Kulturerbethemen um ein örtliches Lebensmittelhandwerk.

Weitere Reiseziele entdecken: Anould, Claudon, Brouvelieures, Saulxures-Sur-Moselotte, Baudricourt, Vincey, Domrémy-la-Pucelle, Bruyères.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Vogesen.

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