Lubine verbindet Wanderrouten mit greifbarer Ortsgeschichte: An einem Weg erzählen Tafeln von Flucht im Zweiten Weltkrieg, während die Pfarrkirche Baugeschichte aus mehreren Jahrhunderten bewahrt. Hinzu kommen geologische Formationen und ein Spielzeugmuseum. Für die Reiseplanung lohnt es sich, die unterschiedlichen Wege und Besuchsthemen auseinanderzuhalten.
Wandern zwischen Pässen und Grenzgeschichte
Der Chemin de la Résistance et de la Liberté verbindet den Col d’Urbeis mit dem Col de Noirceux und ist etwa 10 Kilometer lang. Zwölf Tafeln schildern den Durchgang von Menschen, die während des Zweiten Weltkriegs aus dem deutschen Gebiet nach Frankreich fliehen wollten. Zu großen Teilen verläuft die Strecke entlang der ehemaligen Grenze. Zahlreiche historische Grenzsteine tragen die Gravuren F für Frankreich und D für Deutschland. Route, Tafeln und Grenzsteine geben dem Weg damit einen klaren historischen Schwerpunkt.
Eine weitere Option ist der Circuit pédestre – La Chapelle de la Jambe de Fer. Dieser 9,5 Kilometer lange Mittelgebirgswanderweg weist 313 Höhenmeter und eine rote Ringmarkierung auf. Die Streckenlängen liegen nahe beieinander; beim Circuit kommen die ausgewiesenen Höhenmeter und die Markierung hinzu, während die zwölf Tafeln und Grenzsteine den Chemin besonders prägen. Prüfen Sie Wegmarkierung und Bedingungen des Circuit vor dem Aufbruch lokal.
Kirche und Ortsgeschichte
Die Pfarrkirche église paroissiale de la Pentecôte liegt in der Rue Haute im Dorf Lubine. Von 1726 bis 1728 wurde sie erweitert; die Basis des Turms blieb dabei erhalten. Das rechteckige Langhaus bildet den Hauptteil des Kirchenbaus, der Glockenturm tritt teilweise aus dem Baukörper hervor und der Chor ist polygonal. Eine barocke Fassade ergänzt diese architektonischen Merkmale. Die erhaltene Turmbasis macht die Erweiterung auch als Baugeschichte verständlich: Sie verbindet den Umbau im 18. Jahrhundert mit einem älteren Bauteil, ohne dass sich daraus ein genaues Alter des übrigen Turms ableiten lässt.
Zur Geschichte Lubines gehört außerdem die schmalspurige Lordonbahn, auch Tacot Allemand genannt. Sie wurde während des Ersten Weltkriegs betrieben; ein westlicher Abzweig führte bis Lubine. Damit steht neben der Grenzgeschichte und dem Kirchenbau auch eine historische Bahnverbindung als eigener Ortsbezug.
Geologie und Landschaftsbezüge
Die als Écailles de Lubine oder Écailles du Climont bekannten geologischen Formationen bilden ein eindrucksvolles Beispiel für metamorphe Gesteine unterschiedlicher Art und Herkunft. Die beiden Namen helfen, diesen geologischen Bezug Lubines einzuordnen. Lubine gehört außerdem zu den 189 Gemeinden des Parc naturel régional des Ballons des Vosges. 44 dieser Gemeinden liegen im Département Vosges.
An den Forststraßen von Climont und Chevremann bei La Bassotte besteht beiderseits des Flusses La Fave Zugang zu den geologischen Schuppen I, II und III. Die Bedingungen können sich durch Vegetation, Eigentumsverhältnisse oder den Straßenzugang verändern; prüfen Sie den Zugang vor dem Besuch lokal. Für die geologische Fundstelle La Bassotte führt der Zugang über den Weg hinter der Kirche. Geparkt werden kann dort, wo die asphaltierte Straße endet. Bestätigen Sie diese Feldzugangshinweise vor der Anfahrt ebenfalls vor Ort.
Spielzeugmuseum
Das Musée du jouet vintage in Lubine zeigt fast 400 alte Spielzeuge, die Besucher anfassen und in die Hand nehmen können. Zum Angebot gehören außerdem thematische Animationen und ein Kinderworkshop. Da sich Aktivitäten ändern können, prüfen Sie die Besuchsarrangements vor Ihrer Reise. So lässt sich das Museum als eigenständiger Kulturpunkt einordnen, während Wanderungen, Kirchenbau und Geologie andere Schwerpunkte für den Aufenthalt setzen.
Weitere Reiseziele entdecken: Luvigny, Granges-Sur-Vologne, La Bresse, La Chapelle-Aux-Bois, Belval, Cornimont, La Neuveville-devant-Lépanges, Saint-Pierremont.
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