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In Castelnau-Barbarens erzählen die Anordnung der Häuser, erhaltene Mauerreste und historische Kirchenbauten von der Entwicklung des Ortes. Dazu kommen Wege zu örtlichen Quellen und ein Blick über das Dorf bis zum Arrats-Tal und, bei klarer Sicht, zu den Pyrenäen. So lässt sich ein Aufenthalt nach unterschiedlichen Interessen gestalten: mit Schwerpunkt auf der Kastellgeschichte, auf Architektur oder auf den beschriebenen Wegen.

Die Kastellsiedlung und ihre baulichen Spuren

Die Häuser legen sich um den Hügel und entwickelten sich um ein zentrales Schloss – eine typische Form der Kastellsiedlung. Ab dem 12. Jahrhundert war Castelnau-Barbarens eine der vier Kastellaneien des Astarac. Wer sich für die Siedlungsstruktur interessiert, kann darauf achten, wie der Ort und seine Befestigungsspuren mit dem Hügel verbunden sind.

Vom Chemin Midi-des-Fossés aus ist ein heute von Öffnungen durchbrochener Wehrmauerzug sichtbar. Die angrenzenden Gärten liegen in den früheren Trockengräben. Auch vom früheren Schloss sind Spuren erhalten: Stützmauern, deren gut gefügte Steinlagen erkennbar sind. Diese Details geben dem historischen Ortsbild konkrete Anhaltspunkte, ohne dass dafür ein einzelnes Bauwerk allein im Mittelpunkt stehen muss.

Der erhaltene Glockenturm gehörte zur früheren Kirche von Castelnau-Barbarens und stammt ungefähr aus dem 13. Jahrhundert. Die Kapelle Notre-Dame-de-Pitié ist ebenfalls ein erhaltener Teil der früheren Kirche. Sie soll aus dem 16. Jahrhundert stammen; ihr über mehrere Ebenen gegliederter Grundriss ist an die steile Hanglage angepasst. Im unteren Teil befindet sich ein Abschnitt mit Kreuzrippengewölbe, der möglicherweise aus dem 14. Jahrhundert stammt. In der Kirche Sainte-Quitterie werden Reliquienbüsten des heiligen Nikolaus und der heiligen Quitterie aus der früheren Kirche bewahrt.

Quellenwege und Ausblicke

Eine konkret beschriebene Rundstrecke ist der Chemin des Sources et des Bains: Der acht Kilometer lange Weg führt zu den örtlichen Quellen. Sein Startpunkt liegt am Place Centulle 1er nahe dem Rathaus oben im Dorf. Prüfen Sie vor dem Aufbruch die örtlichen Wegbedingungen. Davon zu unterscheiden sind vier markierte Wanderwege, die vom oberen Dorfbereich zu anderen Weilern der Gemeinde führen. Während die Rundstrecke eine benannte Länge und ein Rundwegziel hat, bieten die vier Wege Ziele in weiteren Weilern; für die jeweilige Wahl zählt also, ob Sie eine Runde zu Quellen oder einen Weg in Richtung eines anderen Weilers suchen.

Von der Orientierungstafel überblicken Sie das Dorf; bei klarer Sicht reicht der Blick außerdem ins Arrats-Tal und zur Pyrenäenkette. An den Tumulus-Seen speist eine ständig fließende Quelle zwei Seen. Diese wurden früher zur Fischzucht genutzt. Die Quellen von La Quèque wiederum stehen mit ehemaligen Bädern in Verbindung: Von 1840 bis 1964 wurden dort Kurgäste wochenlang aufgenommen. Das sind unterschiedliche Geschichten rund um Wasser und Landschaft, die sich jeweils für eine eigene Vertiefung anbieten.

Führungen und saisonale Hinweise

Der Dienst Pays d’art et d’histoire des Grand Auch Cœur de Gascogne organisiert regelmäßig Führungen. Wenn eine Führung zu Ihren Reiseplänen passt, prüfen Sie vorab das aktuelle Programm. Die Kapelle Notre-Dame-de-Pitié dient als Informationsstelle für Touristen; ihre saisonale Verfügbarkeit sollten Sie vor Ort bestätigen.

Auch das große Rondèu-Festival gehört zum kulturellen Angebot des Ortes: Lo Rondèu veranstaltet es in Castelnau-Barbarens in ungeraden Jahren. Wenn Sie Ihre Reise auf das Festival ausrichten möchten, prüfen Sie die Termine der jeweiligen Ausgabe. In der Umgebung steht außerdem das Holzkreuz von Copolis aus dem Jahr 1901. Es wurde 1959 zum Gedenken an den Pfarrer von Lepreisse restauriert.

Weitere Reiseziele entdecken: Courties, Fleurance, Marciac, Fourcès, Lamothe-Goas, Lombez, Gazax-et-Baccarisse, Viella.

Zur übergeordneten Reiseübersicht: Gers.

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