Beauvoir-Wavans erschließt sich über mehrere deutlich voneinander abgrenzbare Kulturerbe-Themen: ein Schloss aus dem 18. Jahrhundert, sakrale Kunst des 19. Jahrhunderts und Erinnerungsorte zum Ersten Weltkrieg. Diese Schwerpunkte geben einer Kulturreise unterschiedliche Blickwinkel auf den Ort, ohne derselben Epoche anzugehören. Wer den Aufenthalt plant, kann zunächst entscheiden, ob Bau- und Gartengeschichte, die Geschichte des Militärkrankenhauses oder die Marienstatue in Saint-Vaast den eigenen Schwerpunkt bilden soll. Die zeitliche Einordnung hilft dabei: 1783 steht für den Familiensitz, die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts für die Statue; Friedhofsgründung und Tod von James McCudden sind auf 1918 datiert.
Das Château de Beauvoir und sein geschütztes Anwesen
Das Château de Beauvoir wurde 1783 als Wohnsitz der Familie de Beaulaincourt vom Architekten Antoine du Bois errichtet. Zum historischen Anwesen gehören ein Wohnhaus, landwirtschaftliche Nebengebäude, ein Küchengarten und ein Park. Seit dem 2. Februar 2016 ist das Château in seiner Gesamtheit geschützt. Zum Schutzumfang zählen die Pavillons, sämtliche Nebengebäude, der Küchengarten, der Ehrenhof, der Park, die Umfassungsmauern und deren Tore. Damit umfasst die geschützte Einheit mehr als das Wohnhaus allein: Auch Garten- und Parkbereiche, Hof, Mauern, Tore und Nebengebäude gehören dazu. Die beiden Daten markieren verschiedene Stationen: 1783 bezeichnet die Errichtung als Familiensitz, der 2. Februar 2016 den Beginn des umfassenden Schutzes. So lassen sich Baugeschichte und späterer Schutzstatus zeitlich klar auseinanderhalten.
Erster Weltkrieg: Friedhof und Militärkrankenhaus
Der englische Soldatenfriedhof von Beauvoir-Wavans umfasst 43 Gräber britischer Soldaten und ein Grab eines deutschen Soldaten. Angelegt wurde er 1918 in der Nähe des Militärkrankenhauses Drucas. Während des Ersten Weltkriegs wurde das Château Drucas in ein Militärkrankenhaus umgewandelt, das die Bezeichnung Casualty Clearing Station 21 trug. James McCudden starb am 9. Juli 1918 im Militärkrankenhaus des Château Drucas. Bei den beiden Schlossnamen geht es um unterschiedliche historische Zusammenhänge: Das Château de Beauvoir ist der 1783 errichtete Familiensitz; Château Drucas ist mit dem Kriegslazarett verbunden. Friedhof und Krankenhaus beleuchten dieselbe Kriegsphase aus zwei Perspektiven: Bestattung und medizinische Versorgung.
Die Marienstatue in Saint-Vaast
In der Kirche Saint-Vaast befindet sich eine Marienstatue mit Kind in der Sakristei auf einem Schrank. Ihr Name Vierge à l'Enfant bedeutet „Jungfrau mit Kind“ und benennt das dargestellte Motiv. Die Figur besteht aus geschnitztem, vergoldetem und polychrom bemaltem Holz und stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Als geschütztes historisches Objekt ist sie eingetragen; der Schutz wurde am 7. Januar 1981 verzeichnet. Für die zeitliche Einordnung sind das zwei verschiedene Angaben: Die Datierung beschreibt die Entstehungszeit, 1981 den Schutzstatus. Schnitzerei, Vergoldung und mehrfarbige Bemalung geben zudem unterschiedliche Aspekte der Gestaltung an.
Eine Kulturerberoute mit Eisenbahnthema
Beauvoir-Wavans ist Etappe 3 der Kulturerberoute „Une ligne ferroviaire devenue sentier de randonnée“ („Eine Bahnlinie, die zum Wanderweg wurde“). Der Titel fasst Eisenbahn- und Wandergeschichte als Kulturerbethema zusammen. Der frühere Bahnhof von Beauvoir-Wavans ist heute nicht mehr vorhanden.
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