Die Zwillingshalden 11/19 geben einer Reise nach Loos-en-Gohelle einen besonderen Ausgangspunkt: Hier treffen erhaltenes Bergbauerbe, eine neue kulturelle Nutzung und eine artenreiche Landschaft aufeinander. Dazu kommen Gedenkorte, die unterschiedliche Kapitel der Geschichte sichtbar machen. So lässt sich der Ort über seine Halden, seine digitalen Rundwege und seine Erinnerungsstätten kennenlernen.
Bergbauerbe und Landschaft an den Halden
Die Basis und die Zwillingshalden 11/19 bilden einen der vier großen erhaltenen Bergbaustandorte des Kulturerbes in Hauts-de-France. Die Basis 11/19 wurde im Zeichen nachhaltiger Entwicklung und Kultur umgenutzt. Auch die Landschaft der Halden erzählt von diesem Wandel: Sie gelten als Naturbereiche mit besonders artenreicher Tier- und Pflanzenwelt. Im Jahr 2010 wurden dort 159 Tierarten und 190 Pflanzenarten erfasst.
Die Zwillingshalden erreichen eine Höhe von 186 Metern und bieten ein 360-Grad-Panorama über die Region. Die Wege an den Halden 11/19 ermöglichen einen freien oder geführten Aufstieg bis zum Gipfel der Halde 74. Dabei geht die Waldlandschaft in schwarzen Schieferschutt über, auf dem sich eine besondere wärmeliebende Tier- und Pflanzenwelt entwickelt hat. Bergbaugeschichte und Natur stehen hier nicht als getrennte Themen nebeneinander: Der Weg führt durch den Wechsel von Wald und dunklem Schiefer, während die Halden zugleich Teil des erhaltenen Kulturerbes sind.
Sieben digitale Interpretationsrundwege
Sieben Interpretationsrundwege lassen sich auf Smartphones und Tablets abrufen und nutzen Geolokalisierung. Das digitale Material umfasst nahezu 70 Interviews, 60 Videos, 3D-Rekonstruktionen, pädagogische Animationen und virtuelle Panoramatafeln. Damit bieten die Wege eine andere Form der Beschäftigung mit Loos-en-Gohelle als ein Blick vom Panorama oder ein Besuch in einem Museum: Die Rundwege verbinden Orientierung im Gelände mit vielfältigen multimedialen Inhalten.
Wer sich für die Vermittlung vor Ort interessiert, kann diese digitale Form den geführten Besichtigungen ausgewählter Gedenkorte gegenüberstellen. Wer die Landschaft in den Vordergrund stellen möchte, findet an den Halden den Aufstieg und den Wechsel von Wald zu Schieferschutt. Die Angebote unterscheiden sich damit vor allem darin, wie sie Bergbaugeschichte, Erinnerung und Natur erschließen.
Museen und Erinnerungsorte
Im Musée Alexandre Villedieu sind ausschließlich Gegenstände aus den Schlachtfeldern von Loos-en-Gohelle ausgestellt. Die Vereinigung Sur les Traces de la grande Guerre empfängt Besucher zur Besichtigung des Museums. In der Umgebung bieten die Guides des Musée Alexandre Villedieu außerdem Besichtigungen des Mémorials, der Halde 11/19 und des britischen Militärfriedhofs Dud Corner an; eine Buchung wird empfohlen.
Das Loos Memorial umgibt den Dud Corner Cemetery und trägt die Namen von 20.000 Soldaten. Eine andere Form des Gedenkens findet sich im kanadischen Gedenkpark an der Côte 70. Dort führt ein geschwungener, allmählich ansteigender Weg mit 1.877 eingravierten Ahornblättern zum Arthur-Currie-Amphitheater. Jedes Blatt steht für einen kanadischen Soldaten, der bei einem Angriff fiel. Die Frederick-Lee-Allee führt weiter zum Obelisken auf dem Gipfel der Côte.
Der Gedenkpark wurde zum Andenken an die kanadischen Soldaten geschaffen, die während der Kämpfe im Sommer 1917 ihr Leben verloren. Im August 2017 wurde er für die Öffentlichkeit geöffnet. Weg, Amphitheater und Obelisk geben dem Gedenkort eine klare räumliche Abfolge; das Loos Memorial erinnert seinerseits mit den Namen auf dem Denkmal an die Soldaten, die dort verzeichnet sind.
Besichtigungen vorab einplanen
Die Fabrique Théâtrale bietet nach vorheriger Reservierung kostenlose Besichtigungen für alle Besuchergruppen an. Eine Besichtigung dauert eine Stunde. Da sich die angebotenen Termine ändern können, prüfen Sie die Termine vor Ihrer Planung. Zusammen mit der empfohlenen Buchung für Besichtigungen der Museums-Guides hilft dieser Blick auf die Besuchsbedingungen dabei, die unterschiedlichen Angebote in den Aufenthalt einzuordnen.
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