Sallaumines verbindet Zeugnisse des Bergbaus mit eigenständiger Siedlungsarchitektur und einem Angebot rund um Kunst und Kultur. Die unterschiedlichen Schwerpunkte reichen vom deutschen Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines über frühere Kapellen und Bergarbeitersiedlungen bis zur Maison de l’art et de la communication. So lässt sich der Ort anhand der Themen erkunden, die für Ihren Aufenthalt besonders interessant sind.
Bergbaugeschichte und Gedenken
Auf dem deutschen Soldatenfriedhof Lens-Sallaumines ruhen 15.648 Tote des Ersten Weltkriegs. Darunter sind 15.646 Deutsche und zwei ehemalige Sowjetangehörige. Die Zahlen geben dem Ort eine konkrete historische Dimension und machen den Friedhof zu einem besonderen Ziel für Besucherinnen und Besucher, die sich mit dem Gedenken an den Ersten Weltkrieg befassen.
Ein anderer Blick auf die Geschichte führt zur ehemaligen Kapelle Notre-Dame-des-Cités. Der handwerklich ausgeführte Bau entstand 1954 und 1955 und steht in einer Bergarbeitersiedlung am Ende einer Sackgasse. Das kleine, rechteckige Gebäude besteht aus weiß gestrichenen Betonhohlblöcken; ein Holzkreuz kennzeichnet die Fassade. Die schlichte Form und die klar benannten Materialien unterscheiden die Kapelle von den reich verzierten Fassaden der Bergarbeitersiedlungen.
Die Cités d’Anchin und Deblock
Die in den 1920er-Jahren errichtete Cité d’Anchin ist eine sehr große Bergarbeitersiedlung. Ihr streng orthogonales Straßennetz und die paarweise gruppierten Häuser prägen die Anlage. An den oberen Fassaden setzen Friese, Bänder und Muster aus weißen Ziegeln dekorative Akzente. Die Siedlung lässt sich damit sowohl über ihre geordnete Struktur als auch über die Details am Mauerwerk betrachten.
Bei der Cité Deblock stehen andere architektonische Merkmale im Vordergrund. Sie wurde Ende der 1920er-Jahre errichtet und ist mit Schacht Nr. 4 der Compagnie des mines de Courrières verbunden. In Friesen und Mustern treffen Terrakottaziegel auf weiße Ziegel. Der Vergleich mit Anchin lenkt den Blick auf zwei unterschiedliche Seiten der Siedlungsarchitektur: hier Straßennetz und paarweise Gruppierung, dort die Kombination der Ziegel und ihre dekorative Verwendung.
Kunst und Kultur in Sallaumines
Die Maison de l’art et de la communication de Sallaumines ist ein multidisziplinäres Gebäude. In einer zuletzt 2022 aktualisierten institutionellen Beschreibung werden ein Veranstaltungssaal mit 350 Plätzen, eine Bibliothek sowie eine Tanzschule und eine Musikschule genannt. Hinzu kommen Werkstätten für künstlerischen Ausdruck, eine 180 m² große Galerie für zeitgenössische Kunst und ein flexibel nutzbarer Ausstellungsraum mit 40 m².
Die Aktivitäten des Hauses führen das Publikum an zeitgenössische Kunst und Künstler heran und ermöglichen Begegnung sowie Austausch über künstlerisches Schaffen. Vor einem Besuch empfiehlt es sich, die Einrichtungen und das aktuelle Programm zu prüfen. Für Ihre Interessen bietet die Maison einen anderen kulturellen Schwerpunkt als die historischen Siedlungen: zeitgenössische Kunst und künstlerischer Austausch statt Bergbauarchitektur und Baugeschichte.
Ein kulinarischer Akzent
Die handwerkliche Brasserie des Terres Noires liegt in Sallaumines, im Herzen des Bergbaubeckens. Sie bietet gewürzte Biere sowie Sour-, IPA- und Porter-Biere an; die Auswahl kann sich mit der Produktion ändern. Freitagsabends veranstaltet die Brasserie Verkostungsabende mit Burgern und Croque-Gerichten. Eine Reservierung ist erforderlich. Prüfen Sie vor Ihrer Planung, ob ein passender Termin angeboten wird.
Den Aufenthalt passend auswählen
Wer sich besonders für die Cités interessiert, findet hier konkrete Unterschiede in Anlage und Fassadengestaltung; wer Kulturangebote sucht, kann die Maison de l’art et de la communication als weiteren Schwerpunkt einbeziehen. Berücksichtigen Sie bei Ihrer Planung, dass der Besuch der Maison und der Brasserie an aktuelle Einrichtungen, Programm beziehungsweise Termine gebunden ist.
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