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Ablons Geschichte reicht vom vermutlich spätmittelalterlichen Taufbecken bis zum Ende der Dynamitproduktion im Jahr 1988. Château, Kirche, frühere Industrieanlagen und alte Weiler erzählen unterschiedliche Kapitel; Spaziergänge führen außerdem ins Tal der Morelle und hinauf zu Ausblicken auf die Seine-Mündung.

Schloss und sakrale Baukunst

Am Château d’Ablon lassen sich mehrere Bauphasen unterscheiden: Der Eckturm stammt aus dem späten 15. Jahrhundert, der Taubenschlag aus dem frühen 16. Jahrhundert. Das Hauptgebäude datiert auf 1767, ein Pavillon auf 1845. Teile des Schlosses wurden 1990 teilweise eingetragen und 1994 teilweise klassifiziert. Das Château befindet sich in Privatbesitz.

Auch die Kirche Saint-Pierre-ès-Liens bewahrt Spuren verschiedener Epochen. Ihr Sanktuarium und die Südwand wurden wahrscheinlich gegen Ende des 15. Jahrhunderts umgebaut. Dabei erhielt die Kirche einen polygonalen Chorumgang und Fenster im Flamboyant-Stil. Das zylindrische Taufbecken ist monolithisch, also aus einem einzigen Stein gefertigt, und stammt vermutlich aus dem späten 12. Jahrhundert.

Ein anderes religiöses Denkmal ist das Calvaire an der Kreuzung Cinq Chemins. Es wurde 1875 aus Granit errichtet und von einer Christusfigur gekrönt. Bonne-Nouvelle zeigt die Jungfrau mit dem Kind als Statue aus weißem Stein. Sie steht in einem kleinen Garten auf einem Sockel aus Feuerstein und blickt auf die Orange.

Frühere Orte und industrielle Geschichte

Am Ort von Bonne-Nouvelle befand sich früher die Kirche von Crémanville. Ihre Geschichte ist auch mit einer Veränderung der Ortsstruktur verbunden: Napoleon beschloss 1809 die Zusammenlegung von Crémanville mit Ableville; danach wurde die frühere Kirche zerstört. Eine weitere verschwundene Anlage war das Herrenhaus des Fief de Bailleul. Es fiel 1858 während des Eisenbahnbaus, doch erhaltene Mauerreste weisen auf seinen Standort hin.

Die ehemalige Dynamitfabrik von Ablon wurde zwischen 1875 und 1878 errichtet und nahm im Juni 1879 die Produktion auf. Nach einem Unfall stellte sie ihre Tätigkeit 1988 ein. Das ehemalige Nobelgelände war über einen Eisenbahnanschluss angebunden; die Pulvermagazine gelten als erhaltene Überreste. Das Gelände befindet sich in Privatbesitz.

Auch jenseits der Fabrikgeschichte prägt die frühere Eisenbahn die Ortsgeschichte. Im Hameau de la Guérie sind trotz der ehemaligen Bahnlinie viele ältere Gebäude erhalten. La Hêtraie wiederum ist ein ausgerichteter Baumbestand am Ort Saint Nicol: Die Bäume wurden im vergangenen Jahrhundert neben der ehemaligen Nobel-Fabrik gepflanzt.

Tal der Morelle und Spaziergänge

Das Tal der Morelle ist schmal. Bewaldete, steile Hänge, Hecken, Ufergehölze und bewaldete Talsohlen bilden eine intime Bocage-Landschaft. Bei Spaziergängen in Ablon durchqueren Sie malerische Weiler und das Tal; beim Aufstieg auf das Plateau eröffnen sich Ausblicke auf die Seine-Mündung.

Damit stehen unterschiedliche Perspektiven für die Zeit in Ablon nebeneinander: Baugeschichte und religiöse Kunst, die Spuren von Industrie und Eisenbahn sowie eine Landschaft, die sich beim Spaziergang vom Tal bis zum Plateau verändert. Welche davon den Aufenthalt prägt, hängt davon ab, ob Sie den Schwerpunkt eher auf Ortsgeschichte oder auf die Landschaft legen.

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