Ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert, Burgreste und ein Lavoir mit einer im Gebiet einzigartigen Dachform geben Bonneville-Sur-Touques konkrete kulturhistorische Anknüpfungspunkte. Am Gemälde sind Material und Rahmung hervorzuheben; beim Château lassen sich frühere Residenzfunktion, Lage und erhaltene Bauteile unterscheiden. Das Lavoir ergänzt diese Themen um eine eigene Bauform.
Kirchenkunst und Bauformen
Das Gemälde „Donation du rosaire à saint Isidore“ stammt aus dem 17. Jahrhundert. Es ist ein Ölgemälde auf Leinwand mit einem geschnitzten und profilierten Holzrahmen. Bildträger und Maltechnik stehen dabei neben der handwerklich gestalteten Rahmung als unterschiedliche Aspekte des Werks. Bei der kunsthistorischen Erfassung wurde das Gemälde dem Chor der Église Saint-Germain in Bonneville-Sur-Touques zugeordnet.
Die Église Saint-Germain-et-Saint-Loup ist den Heiligen Germain und Loup geweiht; beide werden durch polychrome Steinstatuen dargestellt. Polychrom bedeutet mehrfarbig und beschreibt hier die Gestaltung der Figuren. Das Langhaus dieser Église besitzt drei Joche und spitzbogige Fenster. Joche gliedern einen Kirchenraum in Abschnitte, während die Spitzbogen die Form der Fenster kennzeichnen. Die Widmung nennt dieselben Heiligen, die auch auf den Statuen dargestellt sind; so lassen sich Kirchenname und Figuren direkt verbinden. Raumgliederung und Fensterform bieten einen weiteren Blick auf die Architektur.
Die Église Saint-Germain-et-Saint-Loup ist montags von 16:00 bis 18:00 Uhr und freitags von 10:30 bis 12:00 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet. Prüfen Sie die Zeiten vor Ihrem Besuch.
Château und Landschaft
Das Château de Bonneville-sur-Touques war eine Residenz der Herzöge der Normandie und später der anglonormannischen Könige. Seine Überreste befinden sich am Ende eines Sporns, der im Osten das untere Touques-Tal überragt. Ein Sporn ist ein vorspringender Geländeteil; hier beschreibt die Lage der Château-Reste damit auch ihren Bezug zum östlichen Tal.
Die Tour de Robert le Diable ist in ihrer vollständigen Höhe von 12 Metern erhalten. Neben ihr ist ein Teil der angrenzenden Ringmauer erhalten. Beim Erhaltungsumfang unterscheiden sich die beiden Bauteile: Der Turm steht in voller Höhe, von der Ringmauer ist ein Abschnitt geblieben. Die Residenzgeschichte ordnet das Château historisch ein; Turm und Mauer lenken den Blick auf die erhaltenen Bauteile.
Das Lavoir zu Fuß oder mit dem Fahrrad
Das Lavoir de Bonneville-sur-Touques lässt sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad entdecken. Seine Überdachung hat eine im Gebiet einzigartige Form, besteht aus Schiefer und ist von Dachrinnen umgeben. Aufgrund seiner Form und Architektur wird es als Waschhaus vom Typ „Halle“ bezeichnet. Die Typbezeichnung benennt die architektonische Einordnung; Schiefer und Dachrinnen konkretisieren die Ausführung der Überdachung. Damit stehen beim Lavoir die Bauform und die Details des Dachs im Mittelpunkt.
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